Gartenliste

Viele Vogelbeobachter führen in dieser oder jener Form Beobachtungslisten. Da gibt es Jahreslisten, Gebietslisten, Lebenslisten, Jahresgebietslisten usw. Obwohl ich mich nicht zu den Twitchern zähle, habe ich hier im Blog auch eine Europaliste und eine Amerikaliste angelegt. Das erleichtert einfach den Überblick über die eigenen Beobachtungen und man ist erstaunt, wie viele Arten da über die Jahre zusammenkommen. Meine Europaliste halte ich stets aktuell, zumindest versuche ich das. Bei meiner Amerikaliste hinke ich noch sehr hinterher, alte Fotos sind noch auszuwerten und die entsprechenden Arten in die Liste einzutragen. Lange Winterabende werden’s hoffentlich richten.

Als ich heute im Garten lag und mehrere Stunden zum Himmel schaute, um Zugvögel zu entdecken (immerhin 2 Wespenbussarde, 5 Mäusebussarde, etliche Rauch- und Mehlschwalben), kam mir die Idee, doch einmal zusammenzuzählen, wie viele Arten ich bislang im Garten und vom Garten aus gesehen habe. Den Garten und das darin befindliche Wohngebäude bewohne ich noch nicht zu lange: ungefähr ein Jahr. Ich war nach der Auflistung erstaunt, dass ich in diesem einen Jahr doch 45 „Gartenarten“ sehen konnte. Die beiden Höhepunkte waren dabei definitv die ca. 50 Kraniche im November 2011 und die sieben Schwarzstörche vor wenigen Wochen. Im Winter hätte ich dann gerne mal einen klitzekleinen Seidenschwanzeinflug in den Apfelbaum im Garten. Sollte doch machbar sein, Herr Weihnachtsmann! Ich lass auch ein paar Äpfel hängen.

Was einem auch auffällt, wenn mal so ein paar Stunden zum Himmel schaut: Wie viele Flugzeuge da unterwegs sind! Betonung auf viele.

September 9, 2012 · Totontli · No Comments
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Schwarzstörche über Neubiberg

Manchmal hat man einfach Glück. Ich war am 24.08.12 nicht einmal auf Vogelbeobachtungstour sondern nur im Garten. Plötzlich flog da eine Gruppe von sieben großen Vögeln über mir. Von der Silhouette war klar: Störche oder Kraniche. Das war im diffusen Gegenlicht zunächst nicht leicht auszumachen. Die Vögel waren völlig stumm; das sprach schon einmal gegen die Kraniche, die immer recht geräuschvoll unterwegs sind. Außerdem ist es für den Kranichzug eigentlich auch noch zu früh. Störche also. Nur… sie kamen mir so anders vor als die gewohnten Weißstörche. Schnell ins Wohnzimmer gehechtet und das Fernglas gegriffen, dann sah ich es: Das sind Schwarzstörche!

Der Schwarzstorch galt einst bereits als ausgestorben, konnte sich aber inzwischen wieder als heimischer Brutvogel etablieren. In der Wikipedia ist die Rede davon, dass 2005 in Deutschland mindestens 500 bis 530 Paare brüteten, während die Zahl der Brutpaare Anfang der 1970er Jahre noch unter 50 lag. Im Gegensatz zum viel bekannteren Weißstorch, der sich durch auffällige Brut auf Hausdächern, Kaminen und Kränen hervortut, lebt der Schwarzstorch scheu und zurückgezogen im Wald. Deshalb wurde und wird er auch mit dem Beinamen „Waldstorch“ versehen. Solch einen Vogel überhaupt zu sehen, ist etwas besonderes. Eine Gruppe von sieben Schwarzstörchen über den eigenen Garten ziehen zu sehen: das vergisst man nie.

Wer sich einen Film über die Schwarzstörche in Deutschland ansehen möchte, dem sei der wunderbare „Im Wald der schwarzen Störche“ von Hans-Jürgen Zimmermann empfohlen.

Das Foto stammt nicht vom 24.08.12 aus Neubiberg (für den Griff zur Kamera hat die Zeit leider nicht gereicht) sondern von B.Walker aus der Fotocommunity.

August 25, 2012 · Totontli · No Comments
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Im Wald der schwarzen Störche & Die Jagd nach dem fliegenden Diamanten (Hans-Jürgen Zimmermann)

Zu Weihnachten habe ich mir die beiden DVDs „Im Wald der schwarzen Störche“ und „Die Jagd nach dem fliegenden Diamanten“ gegönnt und sogleich angeschaut. Hans-Jürgen Zimmermann sind hier sehr hübsche Portraits zweier heimischer aber seltener Vogelarten gelungen: des Schwarzstorchs und des Eisvogels. Im Eisvogelfilm wird das Leben der Eisvögel von einer sehr persönlichen Perspektive des Autors erzählt, da er bereits von Kindesbeinen an von diesem Vogel fasziniert war und diese Begeisterung nun mit diesem Film krönen wollte. Im 45-minütigen Film wird liebevoll das Leben der kleinen blauen Fischer während eines Jahrs dargestellt, dabei sind Herrn Zimmermann einige wundervolle Aufnahmen des fliegenden, leuchtenden Diamanten gelungen. Den etwas längeren Film (52 min) über die schwarzen Störche sollten sich vor allem diejenigen ansehen, die inmitten allen Artensterbens auch einmal an einer positiven Entwicklung teilhaben wollen. Der Schwarzstorch ist nämlich nach Jahren des Rückgangs in den deutschen Wäldern wieder im Kommen. Auch hier hat Zimmermann sehr schöne Bilder dieses scheuen Waldvogels aufgenommen und ihr Brutjahr begleitet. Vor allem der Ausflug der Jungvögel aus dem Nest wird sehr schön erzählt.

Die beiden Filme sind von Natur- und Tierfilm produziert und können auch von dort versandkostenfrei bezogen werden. Ich habe leider den Fehler gemacht und die Filme überteuert (je 23 Euro) bei Amazon bestellt, anstatt direkt bei Natur- und Tierfilm zu ordern.

Januar 1, 2011 · Totontli · No Comments
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