Wendehals und Buntspechtkampf auf dem Friedhof am Perlacher Forst
Der freie und wettermäßig sehr gelungene Nachmittag des 6. April 2011 erlaubte mir eine mehrstündige Exkursion auf dem Friedhof am Perlacher Forst in München. Und wieder einmal bestätigte sich eine meiner Grundregeln des Vogelbeobachtens: Man wird auf jeder Vogelbeobachtungstour von der Natur stets von etwas überrascht. Einmal ist es eine neue Art, die man noch nie gesehen hat; das andere mal bekommt man ein außergewöhnliches Verhalten zu sehen; wieder ein anderes mal sieht man einen Vogel sehr nah usw. An jenem Nachmittag wurde ich auf dem Friedhof gleich doppelt beeindruckt. Ich konnte zum ersten mal überhaupt einen der Vogelwelt zugehörigen Wendehals sehen (siehe Foto). Menschliche dagegen hatte ich ja schon zuhauf kennengelernt. Zunächst glaubte ich eine Heckenbraunelle zu sehen, die grob von der Farbgebung, beim flüchtigen Hinsehen dem Wendehals ähneln mag. Dann aber war recht schnell klar: das muss ein Wendehals sein. Der Wendehals (Jynx torquilla) ist ein außergewöhnlicher Vogel. Er zählt zwar zu den europäischen Spechten, ist aber im Vergleich zu den anderen Spechtarten wesentlich unscheinbarer bräunlich gefärbt und außerdem ist er der einzige Langstreckenzieher unter den heimischen Spechten; er überwintert südlich der Sahara. Der Wendehals sitzt im Vergleich zum Buntspecht auch “ganz normal” auf Ästen (siehe Foto),
wohingegen der Buntspecht eigentlich nur an Stämmen und Ästen entlangklettert. Dann wäre da noch das spezielle Verhalten des Wendehalses, das ihm auch den Namen gab. In Bedrohungssituationen führt der Wendehals ruckartige Kopfdrehungen aus und stellt dabei auch noch seine Kopffedern auf (Video dazu).
Dann zur zweiten Überraschung: Wie auch bei einem meiner letzten Besuche auf dem Friedhof, wo der Kampf Buntspecht vs. Grünspecht anstand, konnte ich dieses mal aus nächster Nähe zwei Buntspechtmännchen beim Kampf zusehen. Das ganze ging einher mit lautem Gezeter und Geflatter (siehe Foto). Der Besuch des Friedhofs lohnt sich für Spechtfans also überaus. Des weiteren sah ich noch: Blaumeise, Kohlmeise, Amsel, Buchfink, Grünfink, Kleiber; dann viele schön flötende Mönchsgrasmücken, Zilpzalp, Stieglitz, Stare, einen Kernbeißer, Schwanzmeisen, Rotkehlchen, Ringeltauben, die Saatkrähenbrutkolonie, einige Rabenkrähen, Elstern, eine Singdrossel, meine erste Rauchschwalbe dieses Jahr und etliche Wacholderdrosseln, die den oben genannten Wendehals heftig attackierten.
9. Apr 2011
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Totontli ·
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Tafelentenbalz
Am milden Frühlingsvormittag des Faschingsdienstags 2011 konnte ich am Hinterbühler See nicht nur ins Eis einbrechende Höckerschwäne sehen, sondern wurde auch noch Zeuge der recht unterhaltsamen Balz der Tafelenten. Gleich fünf Erpel umkurvten ein Weibchen und machten die witzigsten Posen um Eindruck zu schinden. Manchmal legten die Erpel den Kopf flach auf das Wasser, dann reckten sie wieder die Hälse lang und gaben den Möchtegernschwan. Dabei glubschten sie das Weibchen ununterbrochen an und gaben seltsame, so gar nicht nach Ente klingende Laute ab.
Einen Teil davon habe ich auf Video gebannt (leider ohne die Laute):
Die „Hals auf dem Wasser“-Pose (Klick auf das Bild zum Vergrößern):
Der Erpel links macht den langen Hals, rechts wird geglotzt (Klick auf das Bild zum Vergrößern):
München sucht den Superglubscher (Klick auf das Bild zum Vergrößern):
Das Weibchen hat die ganze Zeit natürlich so getan als ginge sie das nicht viel an. Ab und zu hat sie mal den ein oder anderen Erpel abgeschüttelt, der ihr zu sehr auf’s Gefieder rückte.
27. Mar 2011
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Neu: Totontli’s Fotoblog auf Posterous
Parallel zum schon lange bestehenden Interesse an der Vogelbeobachtung hat sich bei mir immer mehr Freude an der Naturfotografie eingestellt. Seit Bestehen des Blogs hatte ich immer wieder einige ausgewählte, selbst aufgenommene Vogelfotos auf Twitpic, Flickr und Facebook eingestellt. Diese Fotokleckerei hat mich nie zufrieden gestellt und endet nun, denn seit gestern werden Fotos, außer an dieser Stelle, nur noch auf einem Totontli-Posterousblog veröffentlicht. Viel Spaß beim Fotoschauen!
22. Feb 2011
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Neulich an der Pfütze
Wenn Grünfink und Buchfink…
…sich um die Pfütze streiten…
…kommt der Dritte in Gestalt einer Wacholderdrossel und nimmt ein Bad.
(aufgenommen am 07.02.2011 im Friedhof am Perlacher Forst in München)
8. Feb 2011
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Rothalsgänse am Flaucher in München

Eines meiner alltäglichen Standardbeobachtungsgebiete ist die Isar in München, speziell der Abschnitt zwischen Brüdermühlbrücke und der Tierparkstraßenbrücke. Bekannt ist diese Gegend unter dem Namen Flaucher. Trotz der zentralen Lage gibt das Gebiet ornithologisch einiges her; so konnte ich dort sogar schon Eisvögel und Bergpieper sehen.
Jedes mal wenn ich zum Flaucher gehe, erfreut mich der Anblick zweier Rothalsgänse (Branta ruficollis), die sich inmitten vieler Höckerschwäne, Stockenten und Graugänse aufhalten. Lange vermutete ich, dass die beiden Rothalsgänse wohl aus dem sehr nahen Tierpark Hellabrunn geflohen sind, denn sie sind auch beringt. Nach mehreren Ableseanstrengungen der Ringe mit dem Teleobjektiv der Kamera konnte ich schließlich eine Anfrage bei Proring
(Verein der Freunde und Förderer der wissenschaftlichen Vogelberingung e.V.) stellen. Frau Dr. Susanne Homma antwortete mir, dass die beiden Rothalsgänse von einem nicht näher zu bestimmenden Geflügelzüchter stammen. Dabei ließ sich noch am Ring einer Gans ablesen, dass sie im Jahr 2007 geschlüpft ist. Also sind die beiden Rothalsgänse wohl von dort entflogen und haben jetzt am Flaucher ihre neue Heimat gefunden. Einer der beiden Gänse fehlen übrigens einige Federn an der Stirn.
Sonst zählen freilebende Rothalsgänse in Deutschland zu den sehr besonderen Beobachtungen, da sie in der arktischen Tundra Russlands brüten und zur Überwinterung in Richtung Schwarzes Meer fliegen. Deshalb tauchen Rothalsgänse nur sehr selten in Deutschland auf, und wenn dann in Norddeutschland als Einzelvögel in Trupps anderer Gänsearten (meist sind das Ringelgänse). Das Vogelbestimmungsbuch “Svensson” schreibt, dass regelmäßig auch Gefangenschaftsflüchtlinge gesehen werden, „da diese hübsche Gans oft als Ziergeflügel gehalten wird“. Quod erat demonstrandum.
4. Feb 2011
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Vogelbeobachtung in München: Friedhof am Perlacher Forst
Ich möchte hiermit auf ein lohnendes Vogelbeobachtungsgebiet in München hinweisen: Den Friedhof am Perlacher Forst (Google Maps). Der Friedhof lässt sich per öffentlichen Verkehrmitteln bequem über die Endstation der Tramlinie 27 erreichen.
Allgemein sind ja Friedhöfe in Großstädten nicht nur die Stätten für die Toten sondern auch beliebte Zufluchtsorte der (lebenden) Vogelwelt. Aus Zeitmangel habe ich heute diesen meiner Wohnung nah gelegenen Ort zur Beobachtung aufgesucht, anstatt wie üblich (zeitaufwändiger) an die Isar zu gehen, wo es gestern den Eisvogel zu sehen gab. Der Besuch auf dem Friedhof am Perlacher Forst hat sich gelohnt. Innerhalb von knapp 2 Stunden zeigten sich die üblich zu erwartenden: Kohlmeise, Blaumeise, Amsel, Kleiber, Grünfink, Buchfink; weiterhin viele Saat- und Rabenkrähen. Dann gab’s noch das Wintergoldhähnchen, zwei Misteldrosseln, einen vergnügt zwitschernden Stieglitz, einen Eichelhäher, eine Schwanzmeise, drei Kernbeißer und drei Buntspechte. Irgendwo in der Baumkrone rief noch ein Trompetergimpel. Dann habe ich meine ersten zwei Bergfinken in München gesehen. Das Highlight kam gegen Ende der Tour: Ein auf dem Ast sitzender Grünspecht (Männchen) wurde von einem am selben Baum kletternden Buntspecht (Männchen) angegriffen und vehement vertrieben (siehe Foto; Vergrößerung hier). Zum Glück hatte ich die Kamera dabei!
18. Jan 2011
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Vogelbeobachtung am Rande Münchens: Der Landschaftspark Hachinger Tal
Im Süden von München in der Gemeinde Unterhaching befindet sich ein sehr reizvolles Vogelbeobachtungsgebiet. Es ist Teil des Landschaftsparks Hachinger Tal (google maps). Der Landschaftspark Hachinger Tal umfasst rund 126 Hektar und befindet sich auf dem Gelände eines ehemaligen Militärflughafens. Demzufolge befindet sich dort eine nicht mehr benutzte Start- und Landebahn. Der Landschaftspark unterteilt sich grob in drei Zonen: Der Teil westlich der Autobahn A8 ist ein Sport- und Erlebnisbereich. Der Teil der Landebahn und nördlich von ihr wird auch hauptsächlich für Sport (z.B. Inline-Skaten) und Freizeit (Drachen steigen lassen, Modellflieger etc.) genutzt. Ornithologisch interessant ist der Teil östlich der A8 und südlich der Landebahn. Hier wurde ein Schutzgebiet speziell für Bodenbrüter eingerichtet. Vor allem soll dort die Feldlerche Brutraum bekommen.
Ich habe den Park heute besucht und war begeistert von der Artenvielfalt. Da der Park durch seine offene Wiesen- und Buschlandschaft kaum Schatten spenden kann, war das an einem heißen Sommertag wie heute eine schweißtreibende Angelegenheit. Aber es hat sich gelohnt. Innerhalb weniger Stunden sah ich: Feldsperling, Saatkrähe, Rabenkrähe, Turmfalke, Goldammer, Feldlerche, Bachstelze, Elster, Stieglitz und Ringeltaube. Ganz besonders hat mich meine erste Begegnung mit dem Neuntöter gefreut, von dem ich sowohl Weibchen als auch Männchen sehen konnte. Es ist faszinierend, diesem Vogel bei der Insektenjagd zuzusehen. Der Neuntöter scheint mir ein relativ leicht zu beobachtender und zu fotografierender Vogel zu sein, da er einige Zeit auf erhöhter Position auf Warte sitzt. Mir ist erfreulicherweise ein Foto eines Neuntöters nach dem Jagderfolg gelungen.
Die hier aufgeführten Arten sind jedoch nur ein kleiner Ausschnitt von dem, was der Landschaftspark Hachinger Tal ornithologisch zu bieten hat. Auf der Seite von Markus Dähne bekommt man einen Eindruck davon, was es dort noch an Vögeln zu sehen gibt.
22. Jul 2010
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Buntspechtfütterung
Angeregt durch das sehr erfolgreiche Buch “Vögel füttern – aber richtig” von Gabriele Mohr und Peter Berthold, ehemaliger Direktor der Vogelwarte Radolfzell (Max-Planck-Institut für Ornithologie), hatte ich mich dazu entschlossen, dieses Jahr auch eine Ganzjahresfütterung zu testen. Ich will hier nicht in die teils kontrovers geführte Diskussion über Vor- und Nachteile der Ganzjahresfütterung einsteigen sondern lediglich aus Sicht des Vogelliebhabers berichten. Ich startete die Fütterung im Januar mit Ausrüstung des LBV-Shops (Futtersäulen, Qualitätsfutter, Energieblöcke, Fettkuchen). Mittlerweile konnte ich acht Arten an meiner Futterstelle (4.Stock, Südbalkon, München-Giesing) beobachten. Regelmäßige Gäste sind Grünfink, Kohlmeise, Blaumeise, Amsel, Türkentaube und Buntspecht. Dazu gab es eine einmalige Beobachtungen eines Eichelhähers und kurze Neugierbesuche ohne Nahrungsaufnahme einer Rabenkrähe. Bemerkenswert war auch der mehrmalige Besuch eines Eichhörnchens, das wie ein Gecko die Hauswand hinauf- und hinunterlief.
Eine Besonderheit, die die Fütterung im Frühjahr und Sommer ermöglicht, ist die Beobachtung der Jungvögel, die alsbald nach dem Verlassen der Nester von den Eltern an die Futterstelle gebracht werden. Dies konnte ich vor allem bei den Kohlmeisen beobachten, die etwa eine Woche die Jungvögel noch in der Nähe der Futterstelle füttern, bevor die Jungen schließlich erlernen, wie man sich selbst das Futter holt. Ein Höhepunkt der vergangenen Woche war der Besuch einer Buntspechtmutter mit ihrem Nachwuchsbuntspecht. Die Buntspechte fahren absolut auf Energiekuchen ab, mit denen sie auch die Jungspechte füttern. Heute sind mir einige Fotos dieses Geschehens gelungen. Man beachte die für junge Buntspechte charakteristische rote Kappe! Viel Spaß mit den Fotos:
20. Jun 2010
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Totontli ·
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BirdGuides Photo of the Year 2009
Es gibt ja Unmengen Fotos von Vögeln im Internet, teilweise von höchster Qualität. Man hat sich schon an die große Menge exzellenter verfügbarer Bilder gewöhnt, so dass man nicht mehr allzu oft ins Staunen Gerät. Aber genau dies ist mir heute widerfahren als ich auf die Siegerbilder des Wettbewerbs BirdGuides Photo of the Year 2009 auf BBC hingewiesen wurde. Das erste Foto der BBC-Klickstrecke hatte ich einem neuen Pixar-Animationsfilm zugerechnet, so seltsam sieht das aus. Dabei handelt es sich um ein Foto von einem echten Papageientaucher. Das Siegerbild des Wettbewerbs stellt zwei kämpfende Jagdfasane dar und erinnert an ein Gemälde aus vergangenen Jahrhunderten, das man sich ins Jagdzimmer gehängt hätte. BirdGuides schreibt auf seiner Webseite, dass für den Wettbewerb 2009 sage und schreibe 39387 Fotos von 1888 Vogelarten angenommen wurden.
30. Jan 2010
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Totontli ·
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