Vogelfütterung – Pro und Contra

Ein bei Vogelbeobachtern und Naturschutzverbänden immer wiederkehrender Diskussionsdauerbrenner ist die Vogelfütterung, speziell die Ganzjahresfütterung. In der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 20.01.2013 ist ein doppelseitiger Beitrag erschienen, der leider nicht online verfügbar ist, so dass ich dessen Hauptargumente hier zusammenfassen möchte.

Zwei Autoren haben in Form eines Pro- und eines Contra-Artikels zum Thema Stellung genommen. Cord Riechelmann stützt sich hauptsächlich auf das Buch von Peter Berthold und plädiert in seinem Artikel „Und das nicht nur zur Winterzeit“ für die Ganzjahresfütterung. Jörg Albrecht übernimmt den Contrapart und sagt „Schluss mit der Vogelmast“. Hier sind die wichtigsten Standpunkte:

Pro

– Jahrzehntelange Erfahrungen aus Nordamerika und Großbritannien zeigen, dass durch die dort verbreitete Ganzjahresfütterung keine der nachteiligen Effekte auftreten, die von der Gegenseite vorgebracht werden.

– Während der Brutzeit verwenden die Elternvögel nicht – wie oft behauptet – das für die Jungen schädliche Körnerfutter aus dem Futterhaus sondern suchen für den Nachwuchs weiterhin Insekten (durch Studien belegt). Die Bereitstellung des Körnerfutters wird von den Altvögeln für die eigene Ernährung verwendet und gibt ihnen mehr Zeit für die Suche nach Insekten für die Jungen. Die Fehlernährung der Jungen mit Körnerfutter tritt nur auf, wenn es keine Insekten gibt.

– Die Zahl der Insekten ist zurückgegangen, so dass die Altvögel auf die Zufütterung angewiesen sind.

– Das Argument, der Mensch solle nicht in die Natur eingreifen, ist nicht gültig, da der Mensch ja auch stark zum Nachteil der Vogelwelt in die Natur eingreift (z.B. Intensivierung der Landwirtschaft). Somit ist ein Eingreifen des Menschen zugunsten der Vögel nur logisch und nötig.

Contra

– Die letzte Vogelzählung („Stunde der Wintervögel 2013„) ergab, dass sich mittlerweile in jedem Garten 7 Kohlmeisen „drängeln“, ein Effekt der Zufütterung.

– Die Kohlmeise ist eigentlich ein Teilzieher, überwintert jedoch immer nördlicher, aufgrund der Zufütterung.

– Die Zufütterung in Großbritannien zieht einen Teil der eigentlich in Südeuropa überwinternden Mönchsgrasmücken an. Diese „Großbritannien-Mönchsgrasmücken“ entwickeln sich von den anderen Mönchsgrasmücken weg (andere Schnabelform und rundere, für einen längeren Zug ungeeignete Flügel), so dass die Zufütterung wohl zu einer Artenspaltung führt.

– Hygieneprobleme an Futterstellen (z.B. 2009 Trichomonaden bei Grünfinken; 2010 Salmonellose bei Erlenzeisigen; Usutu-Virus bei Amseln). Die letztgenannte Epidemie sei wohl auf eine zu hohe Amseldichte zurückzuführen.

– Der kleinste Vogel Europas, das Wintergoldhähnchen, kein Futterhausgast, schafft es auch im Winter ohne die Zufütterung zu überleben.

– Zufütterung zieht andere Tiere an und steigert die lästige Taubenpopulation in Städten.

– Viel Vogelfutter ist mit dem Samen des nordamerikanische Beifußblättrigen Traubenkrauts (Ambrosia artemisiifolia) versetzt, das sich immer mehr verbreitet und als starkes Allergen wirkt.

Lediglich zum letzten Punkt möchte ich anmerken, dass man als Vogelfütterer das Ambrosia-Problem umgehen kann, indem man auf Qualitätsvogelfutter zurückgreift, das als ambrosiafrei markiert ist. Den Rest der Argumente lasse ich einfach so stehen. Es solle sich jeder selbst eine Meinung zum Thema bilden. Hierzu helfen sicher die Lektüre des Buchs von Herrn Berthold und die einschlägigen Empfehlungen des NABU und des LBV.

Januar 23, 2013 · Totontli · No Comments
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Vogelbeobachtung in Spanien (Extremadura und Andalusien)

Ende April/Anfang Mai diesen Jahres gab’s einen Urlaub in Spanien, genauer gesagt in Andalusien und Extremadura. Ich war vor dem Urlaub schon auf etliche Anzeigen des Typs „Birding Spain“ aufmerksam geworden und war so schon sehr auf den Besuch jener Regionen gespannt. Was dann aber letztlich an toller Naturbeobachtung in Spanien möglich war, übertraf meine Erwartungen.

Um einen Eindruck davon zu geben, wie viele Arten man in Spanien sehen kann, weise ich auf meine seit circa zwei Jahren geführte Europa-Artenliste hin. Diese stand vor dem Urlaub bei 125 und nach dem Spanienbesuch bei 184 Arten. Bereist habe ich mehrere Orte, von denen ich vor allem aus dem Buch „Where to Watch Birds in Southern and Western Spain: Andalucia, Extremadura and Gibraltar“ von Andrew Paterson erfahren hatte. Dieses Buch erwies sich als sehr wertvolle Hilfe für die ornithologische Reise in Süd- und Westspanien. Dort bekommt man Tipps über interessante Arten und die besten Beobachtungsgebiete. Einziger Nachteil sind die aus meiner Sicht unzureichenden Karten und Anreisebeschreibungen, denen es etwas an Detail mangelt, so dass man sich immer wieder verfährt. Wenn man nicht ein gutes Navigationsgerät oder z.B. Google Maps zur Hand hat, wird es schwer nur mit dem Buch die entsprechenden Orte zu finden.

Hervorheben möchte ich die folgenden Top-Beobachtungsgebiete (Karte):
1) Parque Nacional de Monfragüe
2) Embalse de Arrocampo bei Saucedilla
3) Parque Nacional de Doñana
4) Laguna de Medina und Salinas de Santa Maria

1) Parque Nacional de Monfragüe
Der Parque Nacional de Monfragüe liegt in Extremadura zwischen den Städten Cáceres, Plasencia und Trujillo. Das herausragende an diesem Park sind die steilen Felswände an denen sich Brutplätze vieler großer Greifvögel befinden. Man kann im Nationalpark Monfragüe Gänsegeier, Mönchsgeier, Schmutzgeier und verschiedene Adlerarten, darunter auch den seltenen spanischen Kaiseradler beobachten. Ebenso gibt es Schwarzstörche, Uhus und Rötelschwalben zu sehen. Im Park selbst trifft man viele vogelbeobachtungsbegeisterte Menschen aus aller Welt; Leute mit Spektiven und Teleobjektivkameras stehen quasi an jeder Ecke des Parks. Besonders empfehlenswert ist es, den knappen Aufstieg zum Castillo de Monfragüe auf sich zu nehmen und dort einige Zeit zu verbringen, denn immer wieder fliegen die großen Greifvögel nicht weit entfernt an einem vorbei, manchmal sogar unterhalb von einem. Es lässt sich schwer beschreiben, wenn ein Gänsegeier oder ein Mönchsgeier einige 10 Meter an einem vorbeigleitet. So etwas muss man einfach selbst sehen.

2) Embalse de Arrocampo bei Saucedilla
Ein kleineres, aber auch feines Beobachtungsgebiet liegt beim Örtchen Saucedilla an einem Stausee (Embalse de Arrocampo). Der Stausee dient der Kühlung eines Atomkraftwerks, womit die Wassertemperatur das ganz Jahr über etwas wärmer als normal ist. Damit hat sich dort eine besondere vielfältige Fauna und Flora eingestellt, auf die die Einwohner trotz des ungeliebten Atomkraftwerks besonders stolz sind. Am Stausee wurden in vorbildlicher Weise mehrere robuste Beobachtungshütten aufgestellt aus denen man selbst bei Regen sehr bequem den See überblicken kann. Es gibt auch ein kleines Informationszentrum, in dem man sich eine Karte und Informationen über das Gebiet besorgen kann. Bei den besonderen Arten kann man das drollige Purpurhuhn und den eleganten Purpurreiher hervorheben. Was einen als Deutscher natürlich noch stets begeistert, sind die überall herumschwirrenden, farbenprächtigen und gar nicht scheuen Bienenfresser (siehe Foto). Allgemein lässt sich zur Provinz Cáceres noch der grandiose Reichtum an Weißstörchen anführen. Es gibt Straßenabschnitte, wo man das Gefühl hat, dass sich auf jedem Mast und jedem Schornstein ein Storchennest befindet. Auch in der Provinzhauptstadt Cáceres ist ein ständiges Kreisen der Weißstörche über einem zu beobachten. Etwas weiter südlich der Provinz zählte ich einmal in einem Schwarm 60 Weißstörche.

3) Parque Nacional de Doñana
Dieser riesige Nationalpark an der andalusischen Küste im Mündungsgebiet des Flusses Guadalquivir ist geprägt von den sogenannten marismas; einem flachen, von kleinen Seen dominierten, überschwemmten Feuchtgebiet. Ich bin nicht in den Park gegangen, da ich aus dem o.g. Buch die Information hatte, dies sei nur per Führung möglich bei denen der Vogelbeobachtungsaspekt oft zu kurz käme. Somit habe ich mich mit den Randgebieten des Parks zufrieden gegeben, genauer gesagt mit der Region nördlich des Örtchens La Algaida und den Kanal westlich des Dorfs Pinzón. Dies war aber für den ersten Besuch der Region keine schlechte Wahl. Ich konnte viele Wasservogelarten beobachten, die ich noch nie in freier Natur gesehen hatte: Rosaflamingos, Sichler, Löffler, Purpurreiher, Rallenreiher, Stelzenläufer, Säbelschnäbler, viele Limikolenarten, Trauerseeschwalbe und andere mehr.

4) Laguna de Medina und Salinas de Santa Maria
Ein kleineres, weit weniger bekanntes Beobachtungsgebiet in der Provinz Cadiz ist die Laguna de Medina, südlich der Stadt Jerez gelegen, sowie die Salinas de Santa Maria am Rande von El Puerto de Santa Maria. Die Laguna de Medina ist mit einem Holzbohlenweg, Beobachtungshäuschen und -platform bestens ausgestattet und man kann hier unter Umständen das seltene Kammblässhuhn sehen. Die Salinas de Santa Maria habe ich eher zufällig entdeckt; von einem langen Feldweg aus, der von CA-3113 von Osten nach Westen führt, kann man bequem aus dem Auto die Vögel der Region beobachten. Neben etlichen Rosaflamingos konnte ich dort u.a. Goldregenpfeifer, Kiebitzregenpfeifer, Rotflügel-Brachschwalbe, Dünnschnabelmöwe, Wiesenweihe und das Rothuhn sehen.

Abseits der Vogelbeobachtung bieten Extremadura und Andalusien natürlich auch tolle Kulturstätten und hübsche Städte, die einen Besuch wert sind. Ganz besonders empfehlen kann ich die Städte Cáceres, Córdoba und Granada; in letzterer Stadt natürlich die Alhambra (Tickets lang vorher unbedingt online reservieren!). Die Alhambra und das Stadtviertel Albaicin sind wirklich so toll, wie es überall zu hören und zu lesen ist.

Von der Jahreszeit her bietet sich für den Ornitho-Urlaub dort vor allem die Frühlingszugzeit an (März-Mai), auch vom Hitzeaspekt her. Andalusien im Hochsommer soll nicht sehr erträglich sein. Südspanien und Westspanien sind für den Vogelbeobachter ohne Zweifel ein absolutes Highlight. Wenn zur man ausreichend Zeit mitbringt und sich ein Auto mietet, wird man lange von den fantastischen Eindrücken der Natur dieser Region zehren.

Juni 26, 2011 · Totontli · 2 Comments
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Der Beste der Besten der Besten

Zur Grundausstattung jedes Vogelbeobachters gehört ein gutes Bestimmungsbuch in dem die Arten seines Beobachtungsgebiets beschrieben sind. Solch ein Buch soll vom Format her möglichst transportierbar sein, so dass man es auch ins Feld mitnehmen kann (sog. Feldführer). Wer noch kein solches Buch besitzt oder mit seinem nicht zufrieden ist, der sollte unbedingt auf die im April 2011 erschienene überarbeitete Neuauflage des „Svensson“ einen Blick werfen, denn für viele Vogelbeobachter gilt der „Svensson“ als der beste Feldführer in deutscher Sprache.

Das herausragende am „Svensson“ (eigentlich besser in dem Zusammenhang „Mullarney/Zetterström“ genannt) sind meiner Meinung nach die Illustrationen der Arten. Es werden zur jeweiligen Art in höchster Qualität alle relevanten Kleider dargestellt; zudem sind die Vögel noch in typischen Posen bzw. typischen Umgebungen dargestellt: Rohrsänger im Schilf sitzend, der Kleiber kopfunter den Baumstamm entlangkletternd und der Eichelhäher einen Waldkauz beschimpfend.

Im Vergleich zur Vorauflage wurde etliche Arbeit in die Aktualisierung der Verbreitungskarten gesteckt. Hierbei wurden viele sinnvolle Änderungen vorgenommen; so wurde z.B. für Arten, die nur in Spanien vorkommen, nur noch eine Karte der iberischen Halbinsel dargestellt (z.B. spanischer Kaiseradler). In der Vorauflage von 1999 wurde an jenen Stellen noch eine komplette Europakarte abgebildet. Eine weitere Verbesserung ist die Aufführung der englischen Artnamen; ein englisches Register findet sich jedoch nicht im Buch. Auf jeden Fall wird das aber die Kommunikation in Beobachtungsgebieten mit internationalen Besuchern erleichtern, wenn man schnell auf den englischen Artnamen zugreifen kann.

Manche Leute mögen sich wundern, dass nach circa 10 Jahren schon wieder eine neue Auflage eines Vogelbestimmungsbuchs nötig ist. Ich hörte auch schon die Fragen: „Warum kaufst Du das? Du hast doch schon den „Svensson“; soviel ändert sich doch nicht bei den Vögeln.“ Hier sei auf das Vorwort der Autoren verwiesen. Um das Jahr 2000 hat sich durch molekulargenetische Erkenntnisse bei der Systematik der Vögel Europas viel getan. Unterarten wurden zu eigenständigen Arten und die traditionelle Abfolge der Arten in Bestimmungsbüchern hat sich geändert. Erst standen stets die Seetaucher ganz vorn, jetzt beginnt es mit Entenvögeln und Hühnervögeln. Auch hier sind genetische Erkenntnisse der letzten Jahre eingeflossen. Insgesamt sind im Vergleich zur 1999er Auflage 41 neue Arten hinzugekommen.

Manchem werden als negative Kritikpunkte vielleicht die kleine Schrift und die kleinen Verbreitungskarten in den Sinn kommen. Aber das ist einfach der Kompromiss aus Transportierbarkeit des Buchs und der großen Informationsmenge. Ich persönlich halte diese schwierig zu treffende Balance für sehr gelungen.

Bleibt noch die Frage mit welchem Buch man den „Svensson“ vergleichen kann. Mir scheint das schwer zu beantworten zu sein. Am ehesten fällt mir der „Jonsson“ (Die Vögel Europas) ein, jedoch konnte ich mich nie richtig mit dem Illustrationsstil dieses Buchs anfreunden (z.B. die Vögel, die den Leser anschauen). Die Abbildungen sind im „Jonsson“ schön groß, aber manchmal hat man dafür nur eine Abbildung pro Art (keine verschiedenen Kleider). Jedoch gelten die Verbreitungskarten des „Jonsson“ allgemein als sehr gut. Dann wäre da noch der Klassiker „Was fliegt den da?“, den ich für Neueinsteiger in die Vogelbeobachtung für ein sehr gutes Buch halte: Fokus auf weniger Arten, gute Illustrationen, knappe Beschreibungen. Da kann der „Svensson“ den ein oder anderen Neuling vielleicht ein bisschen mit Fülle der Informationen erschlagen.

Prinzipiell aber kann man mit der Anschaffung des neuen „Svensson“ gar nichts falsch machen. Man erhält einen hochwertigen Feldführer, der den aktuellen Kenntnisstand der Systematik und der Verbreitung der Arten darstellt.

Noch eine persönliche Anmerkung: Zur 1999er Auflage des „Svensson“ hatte der Kosmos-Verlag eine großformatige Version (32cm x 23cm ) des Buches aufgelegt, die ich glücklicherweise noch zu einem vernünftigen Preis über ein Antiquariat beziehen konnte (heute am 3.6.11 finde ich lächerlich teure Angebote um 1500 EUR für dieses Buch). Diese Großausgabe ist die perfekte Genießeredition zum Nachschlagen für zu Hause und zum schmökern. Es wäre schön, wenn der Kosmos-Verlag so etwas von der aktuellen Ausgabe auch wieder anbieten würde.

Der „Der Kosmos Vogelführer“ (Untertitel: Alle Arten Europas, Nordafrikas und Vorderasiens) ist im Kosmos-Verlag erschienen und er kostet 29,95 Euro. Die Autoren sind Lars Svensson (Texte und Karten) und Killian Mullarney und Dan Zetterström (Illustrationen und Bildlegenden). ISBN: 978-3440123843.

Falls jemandem die Überschrift seltsam vorkommt: Klick.

Juni 3, 2011 · Totontli · One Comment
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Vogelstimmentrainer (Musikverlag Edition Ample)

Jetzt da der Frühling immer näher rückt und die Vögel von Tag zu Tag mehr singen, lohnt sich die Beschäftigung mit deren Rufen und Gesängen. Bald sind die Bäume wieder voller Blätter und die Singvögel sind schwerer zu entdecken und manchmal überhaupt nicht zu sehen. Damit wird die Vogelstimme wieder ein wichtigeres Bestimmungs- und Beobachtungswerkzeug. Ich hatte vor einiger Zeit über im Netz frei verfügbare und selbst zu bastelnde Vogelstimmentrainer berichtet, zuletzt auch über eine Vogelstimmen-DVD von Kosmos.

Heute aber soll das Thema der Vogelstimmentrainer des Musikverlags Edition Ample sein. Das Programm kann hauptsächlich auf zwei Weisen benutzt werden: Zum ist es ein Nachschlagewerk (Vogellexikon) von einzelnen Vogelarten, ihrer Rufe und Gesänge; zum anderen ist ein Vogelstimmentrainer integriert. Das Programm enthält Gesänge und Rufe von 175 heimischen Vogelarten und gliedert diese nach sechs Lebensräumen. Dabei kommen manche Vögel in mehreren Lebensräumen vor, so ist die Amsel in den Lebensräumen „Häuser, Garten, Grünanlagen“, „Feld und Flur“ und „Wald“ zu finden. Ein sehr gelungenes Feature des Vogellexikons ist die Anordnung der Vögel des jeweiligen Lebensraums nach Häufigkeit. So muss man als Anfänger nicht lange in Listen herumsuchen, denn wahrscheinlich sucht man meistens nach einem der häufigeren Vögel, also ganz oben in der Liste. Die Qualität der Vogelstimmen und Rufe ist sehr gut; zu vielen Arten gibt es mehrere Gesänge und Rufe zu hören (z.B. die Kohlmeise mit 9 Gesängen und 5 Rufen). Allgemein ist die Navigation durch das Programm sehr eingängig und von knappen hilfreichen Anweisungen begleitet. Das Vogellexikon kann pro Lebensraum in zwei Modi aufgerufen werden: Einmal gibt es einen Überblick von jeweils 8 Vogelarten in einem Fenster, man kann aber auch die Detailanzeige wählen und jede Vogelart einzeln betrachten.

Der Trainer selbst lässt sich recht genau konfigurieren (siehe Screenshot). Man kann den Lebensraum wählen bzw. gleich alle Lebensräume, das Bild des zu erkennenden Vogel lässt sich ab- und anschalten, es können zwei Schwierigkeitsstufen eingestellt werden und man kann die Menge der Multiple-Choice-Antworten auf 3, 6 oder 9 setzen. So findet jeder Trainierende sicher seine eigene passende Einstellung, um sinnvoll Vogelstimmen zu trainieren. Beim Trainer hätte man sich vielleicht noch eine Auswertungsfunktion gewünscht, um den eigenen Lernfortschritt zu überprüfen. So etwas ist im Programm nicht enthalten, man klickt sich einfach von Frage zu Frage durch.

Das Programm benötigt keine Installation sondern kann direkt von der CD-ROM aus gestartet werden. Das ist aber mühsam, da die sich geräuschvoll drehende CD-ROM erstens das Zuhören stört, zweitens stoppt die CD zwischendrin immer wieder und man kann den Test nicht flüssig durchführen. Die Lösung besteht darin, dass man sich das Programm einfach auf die Festplatte in einen Ordner kopiert und von dort aus startet (Datenmenge ca. 0,5 GB). Beim Direktdownload des Programms von der Verlagswebseite entfällt das natürlich. Als Nachteil des Programms kann man die festgelegte Fenstergröße des Programms betrachten; diese ist immer 800×600 Pixel, so dass man auf einem großen, hochauflösenden Bildschirm nur ein recht kleines Fenster zu sehen bekommt. Für eine bildschirmfüllende Anzeige muss man also die eigene Bildschirmanzeige runterregeln. Die Systemanforderungen des Programms sind sehr gering, was man auch als Vorteil sehen kann, denn damit läuft der Vogelstimmentrainer auch auf älteren Rechnern.

Wer sich auf den zwitschernden Vogelfrühling vorbereiten will, kann mit dem Trainer einige nette Trainingsstunden absolvieren und wird danach sicher etwas dazugelernt haben. Aber bitte nicht vergessen, selbst rauszugehen und in der Natur Vogelstimmen zu hören!

Das Programm kann von Ample auf CD-ROM über Versand für 24,95 EUR oder für 19,95 EUR per Download bezogen werden. Herzlichen Dank an Tierstimmen.de für das Rezensionsexemplar!

Februar 14, 2011 · Totontli · No Comments
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Kosmos Vogelstimmen DVD

Diese DVD inklusive Begleitbuch bietet dem Hobby-Ornithologen zu einem Preis um 15 Euro 100 Vögel, 100 Stimmen und 100 Filme. Die DVD hat – wie es ja der Titel andeutet – einen Fokus auf Vogelstimmen, wobei die Filme aber auch die rein am Aussehen der Vögel orientierte Artbestimmung schulen kann.

Bemerkenswert an der DVD ist die hohe Qualität der Filmchen zu den einzelnen Vogelarten und die beeindruckend genaue Einstellbarkeit dessen was man sehen und hören will. So lässt sich schon einmal grundsätzlich der Sprecher ein- oder ausblenden; man kann sich also die Erklärung mit anhören oder sich rein auf Stimme und das Aussehen der entsprechenden Vogelart konzentrieren. Dann kann man sich die Artnamen per Untertitel auf deutsch, auf englisch oder „auf wissenschaftlich“ einblenden lassen. Über das Hauptmenü kann man sich die Vogelarten alphabetisch sortieren lassen, sie nach Lebensräumen (Küste, Schilf, Wald…) anwählen oder sich durch die Verwandtschaftsgruppen (Finken, Ammern, Tauben, Spechte…) klicken. Ein besonders gelungenes Feature ist aus meiner Sicht das Folgende: Bei vielen Arten kann man zusätzlich zum Einzelfilm auch die Option „Verwechselbare Arten im kurzen Filmvergleich“ wählen. So lässt sich zum Beispiel Schilfrohrsänger, Teichrohrsänger, Drosselrohrsänger und Sumpfrohrsänger in einem Viererpack-Kurzfilm vergleichend anschauen, dabei bekommt man vom Sprecher die Unterschiede der Vogelstimmen erklärt.

Als einzigen Kritikpunkt kann man die Auswahl einiger der 100 Vogelarten ansehen. Mir ist zum Beispiel nicht klar, warum der Kanarengirlitz auf der DVD dabei ist, aber bei uns so weit verbreitete Arten wie Eichelhäher, Mäusebussard oder Saatkrähe nicht. Bei den Sperlingen sind neben den zu erwartenden Haussperling und Feldsperling auch die in Deutschland seltenen bzw. nicht vorhandenen Schneesperling, Weidensperling und Steinsperling dabei. Dagegen sind bei den Meisen lediglich Kohl- und Blaumeise auf der DVD; hier hätte man sich noch die Tannenmeise, die Sumpf- und die Weidenmeise gewünscht. Aber es ist natürlich auch müßig, diese Diskussion zu führen; jeder Vogelfan wird irgendeine Art vermissen.

Alles in allem ist mit der Kosmos Vogelstimmen DVD eine hervorragende DVD zum Thema heimische Vögel und deren Stimmen gelungen, wobei der interessierte Vogelkundler seine Kenntnisse noch mit dem Begleitbuch vertiefen kann. Dort sind zu jeder der 100 Arten noch einmal kurze Texte abgedruckt und es werden Zusatzinfos zum Thema Vogelstimmen gegeben. Die Kosmos Vogelstimmen DVD ist ihren Preis wert und beschert dem Zuschauer und Hörer 130 Minuten ornithologischen Genuss. Aber um Vogelstimmen richtig zu lernen, hilft letzlich nur eins: Raus in die Natur, Schauen und Hören!

Januar 25, 2011 · Totontli · 2 Comments
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Das Buch „Die geheime Sprache der Vögel“ von Ralph Müller

Von diesem sehr schön aufgemachten und mit tollen Fotos versehenen Buch wird wohl kein Vogelbeobachter enttäuscht sein. Es ist nicht nur – wie der Titel andeutet – eine Abhandlung über die Kommunikationsfähigkeiten der Vögel, nein, es wird auf seinen etwa 250 Seiten auch immer wieder von netten Geschichten aus der Vogelbeobachtungspraxis des Autors aufgelockert. Wer jedoch eine systematische Abhandlung der Kommunikation der verschiedenen Vogelarten sucht, wird hier nicht fündig; das Buch ist nicht nach Arten gegliedert und enthält keinerlei Systematiken.

Zum Inhalt: Der Leser wird im ersten Kapitel ausführlich zu einem mit all seinen Sinnen wachen Naturbeobachter ausgebildet. Das geht schon damit los, dass verschiedene Arten des Schauens beschrieben werden: zum einen der fokusierte Blick auf ein bestimmtes Ziel und zum anderen der Weitblick, um möglichst viele Bewegungen im gesamten Blickfeld zu detektieren. Seit der Lektüre dieses Buchs wende ich dies auf meinen Beobachtungstouren an; es funktioniert. Auch für die Beobachtung am Futterhaus hat das Buch für mich den Horizont der Beobachtung erweitert: Vögel flüchten, wenn sie angestarrt werden, denn es sind stets Raubtiere, die starren. Seitdem wird an meinem Futterhaus nicht mehr gestarrt und die Vögel fliehen weniger häufig. Weiterer Raum im ersten Teil des Buchs wird dem richtigen Hören und der unauffälligen Fortbewegung in der Natur eingeräumt.

Ein beeindruckender und sehr lehrreicher Teil des Buches ist natürlich jener über die Kommunikation der Vögel; alle akustischen Kommunikationsarten werden erklärt: Warnrufe, Bettelrufe, Gesänge etc. etc. Hierbei ist es für den Vogelbeobachter besonders interessant, dass man sich die verschiedenen Rufe der Vögel für die Entdeckung anderer Vögel oder Säugetiere in der Umgebung zu Nutze machen kann. Klassisches Beispiel: Warnrufe von Kleinvögeln vor Greifvögeln. All dies wird vom Autor mit viel Liebe zum Detail beschrieben. Darüber hinaus wird auch ausführlich die Körpersprache der Vögel analysiert (siehe Titelbild des Buches, klick auf Foto zum Vergrößern). Im reich bebilderten Mittelteil des Buches wird das Vogeljahr durchgegangen, anhand der Jahreszeiten gegliedert.

Das einzige was dem ein oder anderen an diesem Buch unter Umständen nicht gefallen könnte, sind die gelegentlich auftretenden, etwas esoterisch klingenden Passagen. Das ist natürlich Geschmackssache und etwas gewöhnungsbedürftig. Jeder wird das anders lesen und deuten, aber die in jenen Abschnitten geschilderten Empfindungen des Autors sind nun einmal Beschreibungen seiner persönlichen Wahrnehmung der Natur und speisen sich wohl aus den eingehenden Erfahrungen des Autors mit den Naturbeobachtungspraktiken nordamerikanischer Ureinwohner.

Der Untertitel dieses Buches lautet „Den Vögeln lauschen, sich berühren lassen, von Ihnen lernen“ und präsentiert dem Hobbyornithologen eine Liebeserklärung an die Naturbeobachtung. Das Buch wartet mit zahllosen Tipps auf, die jeder für sich beim nächsten Naturgang ausprobieren kann. Der Titel „Die geheime Sprache der Vögel“ von Ralph Müller ist im AT Verlag erschienen und kostet 29,90 Euro. Bei Amazon kann man einen Blick ins Buch werfen.

November 21, 2010 · Totontli · No Comments
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Buntspechtfütterung

Angeregt durch das sehr erfolgreiche Buch „Vögel füttern – aber richtig“ von Gabriele Mohr und Peter Berthold, ehemaliger Direktor der Vogelwarte Radolfzell (Max-Planck-Institut für Ornithologie), hatte ich mich dazu entschlossen, dieses Jahr auch eine Ganzjahresfütterung zu testen. Ich will hier nicht in die teils kontrovers geführte Diskussion über Vor- und Nachteile der Ganzjahresfütterung einsteigen sondern lediglich aus Sicht des Vogelliebhabers berichten. Ich startete die Fütterung im Januar mit Ausrüstung des LBV-Shops (Futtersäulen, Qualitätsfutter, Energieblöcke, Fettkuchen). Mittlerweile konnte ich acht Arten an meiner Futterstelle (4.Stock, Südbalkon, München-Giesing) beobachten. Regelmäßige Gäste sind Grünfink, Kohlmeise, Blaumeise, Amsel, Türkentaube und Buntspecht. Dazu gab es eine einmalige Beobachtungen eines Eichelhähers und kurze Neugierbesuche ohne Nahrungsaufnahme einer Rabenkrähe. Bemerkenswert war auch der mehrmalige Besuch eines Eichhörnchens, das wie ein Gecko die Hauswand hinauf- und hinunterlief.

Eine Besonderheit, die die Fütterung im Frühjahr und Sommer ermöglicht, ist die Beobachtung der Jungvögel, die alsbald nach dem Verlassen der Nester von den Eltern an die Futterstelle gebracht werden. Dies konnte ich vor allem bei den Kohlmeisen beobachten, die etwa eine Woche die Jungvögel noch in der Nähe der Futterstelle füttern, bevor die Jungen schließlich erlernen, wie man sich selbst das Futter holt. Ein Höhepunkt der vergangenen Woche war der Besuch einer Buntspechtmutter mit ihrem Nachwuchsbuntspecht. Die Buntspechte fahren absolut auf Energiekuchen ab, mit denen sie auch die Jungspechte füttern. Heute sind mir einige Fotos dieses Geschehens gelungen. Man beachte die für junge Buntspechte charakteristische rote Kappe! Viel Spaß mit den Fotos:

Junger Buntspecht wartet auf Fütterung

Junger Buntspecht wartet auf Fütterung

Mama holt Futter, Jungspecht schaut neugierig

Mama holt Futter, Jungspecht schaut neugierig

Mutter Buntspecht bringt Futter

Mama Buntspecht bringt Futter

Buntspechtfütterung

Buntspechtfütterung (Jungspecht links)

Buntspechtfütterung 2

...und mehr Futter für den Nachwuchs (Jungspecht rechts)



Juni 20, 2010 · Totontli · 6 Comments
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Birding Babylon

Premiere in diesem Blog: Eine parallele Doppelveröffentlichung im Hauptblog und im ornithologischen Unterblog „Totontlis, weil es sich um einen themenübergreifenden Eintrag handelt.

Es geht um das kleine Büchlein „Birding Babylon“ des US-Soldaten Jonathan Trouern-Trend, Untertitel: „A Soldier´s Journal from Iraq“. Jonathan Trouern-Trend ist seit Kindesbeinen an begeisterter Vogelbeobachter (birder) und war in den Jahren 2004/2005 für zwölf Monate im Irak stationiert. Seine Freizeit nutzte er für ornithologische Ausflüge in die Vogelwelt des Irak, die er in seinem eigens dafür eingerichteten Webblog „Birding Babylon“ verarbeitet hat. Durch den Erfolg seines Blogs wurde der Soldat Trouern-Trend schließlich dazu ermutigt, aus seinen Erfahrungen ein kleines Buch zu machen, das 2006 in den USA und schließlich 2009 in Deutschland erschienen ist.

Für das Büchlein wurden die besten Blogeinträge von 2004/2005 noch einmal editiert und mit kleinen schwarz-weißen Vögelbildchen versehen. Der Autor beschreibt in seinem Tagebuch die beobachteten Vögel und deren Verhalten, was für Vögelfans sicher interessant ist, sich aber stellenweise etwas langweilig liest. Hier hätte es vielleicht gut getan, nicht nur über die ornithologischen Exkusionen zu berichten, sondern auch über den Kontakt mit den einheimischen irakischen Naturliebhabern. Denn genau das wird im Vorwort angedeutet, bleibt aber dann im Buch selbst aus; lediglich an zwei oder drei Stellen bemerkt der Autor so etwas wie: „..deshalb nennen die Iraker diesen Vogel auch …“. Es kann natürlich auch sein, dass Trouern-Trend nicht über Kontakte mit der irakischen Bevölkerung berichten durfte oder wollte. Am Ende des Buches befindet sich noch ein Verzeichnis der von Trouern-Trend beobachteten Vögel mit kurzer Beschreibung der von ihm besuchten irakischen Beobachtungsgebiete. Es ist auf jeden Fall schön zu lesen, dass in all dem Kriegswahnsinn wenigstens die Vögel normal weitermachen und sich einen Dreck um die Dummheit der Menschen scheren und es ist auch auch beruhigend, dass es Soldaten gibt, die sich mit dem besetzten Land und seiner Natur auseinandersetzen. In seinem Vorwort schreibt der Autor: „I hope to return to Iraq one day armed only with binoculars and camera. […] No matter how long it takes to get to that future. I know the birds will be waiting.“

Den letzten Blogeinträgen nach zu urteilen, verweilt der Autor seit Oktober 2009 wieder im Irak.

Das Buch ist in Deuschland sowohl in der englischen Originalfassung als auch auf deutsch erhältlich; jeweiliger Preis: knapp 8 Euro. Entdeckt im Heft 01/2010 des Vögel Magazins.

Januar 17, 2010 · Totontli · No Comments
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Vogelbeobachtung in Mexiko-Stadt: Lago Huetzalin / Cuemanco / Xochimilco – – – Observación de Aves en la Ciudad de México: Lago Huetzalin / Cuemanco / Xochimilco

Das sollte man nicht unbedingt erwarten: Man kann in der größten Stadt Amerikas wunderbar und in aller Ruhe Vögel beobachten (pajarear). Und zwar nicht nur kleine Singvögel sondern besonders große Wasservögelarten. Im Süden von Mexiko-Stadt liegt der Huetzalinsee (Lago Huetzalin) im Öko-Park von Xochimilco (Parque Ecológico de Xochimilco). Der Ort Xochimilco ist bei Ausflüglern sehr beliebt, da man sich auf pittoresken, bunt angemalten und reich geschmückten Booten durch das dortige Kanal- und Seesystem fahren lassen kann. Die meisten Besucher nutzen den Ausflug nach Xochimilco für ein Picknick mit ausgiebigem Umtrunk auf dem Boot. Dank Insiderhinweisen bin ich nicht zum Hauptanlegepunkt Xochimilcos gefahren sondern zum ruhigeren Landesteg Cuemanco (Embarcadero Cuemanco), welcher direkt an der olympischen Ruderstrecke (Pista Olimpica) liegt. Es empfiehlt sich für den Vogelbeobachter, früh vor Ort zu sein, da ab Mittag die Besucherzahl stark ansteigt.

Zu den Arten: Vor allem zu beobachten sind verschiedene Reiherarten. Die Reiher in Cuemanco sind nicht sehr scheu, so dass man mit dem Boot recht nah an sie heranfahren und gute Fotos schiessen kann. Ein besonders Aussehen weist der gedrungene Nachtreiher auf, der in spanisch den lustigen Namen „perro de agua“ (Wasserhund) trägt. Bemerkenswert am Nachtreiher sind seine antennenartigen Nackenfedern. Mit am beeindruckendsten ist der enorm große Silberreiher, der bis zu einem Meter groß wird und eine Flügelspannweite von bis 170 Zentimeter aufweist. Auch den wesentlich kleineren aber ähnlich aussehenden Kuhreiher kann man an den Kanälen rund um den Huetzalinsee beobachten. Höhepunkt des Ausflugs war eine Vierergruppe von Nashornpelikanen, die mit einer Flügelspannweite von fast bis 3 Metern zu den größten Wasservögeln überhaupt zählen. Bemerkenswert ist das soziale Verhalten der Pelikane; so konnte ich den Vier beim Fischen in der Gruppe zusehen. Die Köpfe der Vögel tauchen dabei meistens zeitgleich unter. Laut einheimischem Führer kommen die Nashornpelikane erst seit vier Jahren zur Überwinterung in das Gebiet um den Huetzalinsee.

Außer den bereits erwähnten Vögeln waren mehrere Wüstenbussarde am Himmel kreisend unterwegs. Weitere beobachtete Wasservögel: Das unseren europäischen Bläßhühnern sehr ähnliche amerikanische Bläßhuhn, die Teichralle und der Keilschwanz-Regenpfeifer. Singvögel: Der faszinierend intensiv rot gefärbte Rubintyrann; der Rotschulterstärling; die stets rege im Wasser plantschende Singammer; und verschiedene Warbler-Arten, die ich nicht näher bestimmen konnte.

Auf den an die Kanäle angrenzenden Inseln werden vorwiegend Rinder gehalten (zur Freude der Kuhreiher) und teilweise Gemüse und Blumen angebaut (xochitl = Blume in nahuatl; Xochimilco = Blumenfeld).

Zum ornithologischen Ausflug rund um den Huetzalinsee sei noch das exzellente und handliche Buch „Aves Comunes de la Ciudad de México“ empfohlen, das die wichtigsten Vogelarten von Mexiko-Stadt aufführt und beschreibt in welchem der 18 Vogelbeobachtungsgebiete der Stadt sie anzutreffen sind. Dabei ist es besonders vorteilhaft, dass das Buch zweisprachig in spanisch und englisch verfasst ist, so dass man gleich die Namen der Vögel in zwei Sprachen lernt. Sogar die Namen der Vögel in nahuatl sind mit angegeben.

Wir hatten in Cuemanco zu viert ein Boot mit Steuermann für 2 Stunden 40 Minuten gemietet. Kostenpunkt: 540 Pesos (ca. 27 Euro, Stand Dez. 2009).

Español:

Esto no era de esperarse: en la ciudad más grande de América se pueden observar tranquilamente a las aves. Y no sólo pequeños pajaritos, sino especies acuáticas muy grandes. En el sur de la Ciudad de México se encuentra el lago Huetzalin en el parque ecológico de Xochimilco. Xochimilco es muy popular entre los excursionistas porque se puede navegar en barcos pintadas con colores muy vivos en los canales y los lagos. La mayoría de los visitantes van a Xochimilco con el objeto de hacer picnics con bebida abundante a bordo del barco. Gracias a informaciones privilegiadas no terminé yendo al embarcadero principal de Xochimilco, sino al más tranquilo embarcadero Cuemanco que esta localizado directamente al lado de la pista olímpica. Recomiendo a los observadores de aves llegar allí temprano porque el numero de visitantes aumenta rápidamente después de las doce.

Sobre las especies: principalmente se pueden observar varias especies de garzas. Las garzas en Cuemanco no son muy tímidas, de forma que se puede navegar con el barco muy cerca de ellas y tomar fotografías muy bien. El martinete común o garza nocturna, con su postura encorvada, tiene un aspecto particular. En México él tiene también un nombre chistoso: „perro de agua“. Sus plumas del cuello son dignas de atención y semejan antenas. Una garza de las más impresionantes es la enorme garceta grande que tiene un tamaño de un metro y una longitud de hasta 170 centímetros con las alas extendidas. Al rededor del lago Huetzalin se pueden observar también las más pequeñas garcillas bueyeras. El punto culminante de nuestro viaje fue un grupo de cuatro pelícanos blancos americanos; con una longitud de casi 3 metros con las alas extendidas. Ellos se encuentran entre las aves acuáticas más grandes. Cabe destacar el comportamiento social de los pelícanos, pues pudimos observar a cuatro de ellos pescando juntos. Las cabezas de las cuatro aves se sumergían casi al mismo tiempo. Según el guia local, los pelícanos vienen al lago Huetzalin sólo desde hace cuatro años para invernear.

Además de las especies ya mencionadas, pudimos observar también varios busardos de Harris dando vueltas en el cielo. Otras aves acuáticas observadas: muy similar a la focha común de europa, la gallareta o focha americana. También la gallineta común y el chorlitejo colirrojo. Pájaros cantores: el fascinante churrinche de color rojo intenso, el turpial sargento, el gorrión melódico que se baña constantemente, y varias especies de curruca que no pude identificar.

De forma adyacente a los canales en las islas se hace ganadería (para el deleite de las garcillas bueyeras) y en parte se cultivan verduras y flores (en náhuatl: xochitl = flor; Xochimilco = campo de flores).

Para el viaje ornitológico en todo el lago Huetzalin sigue siendo muy útil el excelente libro „Aves Comunes de la Ciudad de México“. Este libro práctico da información de las especies de aves más importantes de la ciudad de México y el libro describe también las 18 zonas de observación de aves en la ciudad. Es particularmente ventajoso que el libro está escrito en dos idiomas, español e inglés, para que uno pueda aprender los nombres de las aves en los dos idiomas. Incluso se especifican los nombres de las aves en náhuatl.

En esta excursión tomamos parte cuatro personas y alquilamos en Cuemanco un barco y remero por 2 horas y 40 minutos. El precio fue de 540 pesos (unos 27 euros, en diciembre de 2009).

Januar 1, 2010 · Totontli · No Comments
Tags: ,  · Posted in: Arten-Amerika, Beobachtungsgebiete, Nashornpelikan, Silberreiher, Vogelbücher & Vogelmedien

Vogelstimmenquiz – Vogelstimmentrainer

Ich bin gerade dabei meine Kenntnisse der heimischen Vogelstimmen etwas auszubauen. Gerade im Sommer wenn die Laubbäume voller Blätter hängen, hört man die Vögel vor allem nur. Zum Hören der Vogelstimmen benutze ich die beiden CD-Sammlungen „Was fliegt und singt denn da?“ und „Alle Vögel sind schon da“. Das ist ganz nett zum anhören, jedoch hat man damit keine gute Lernkontrolle. Deshalb suchte ich im Netz ein wenig nach Vogelstimmentrainer-Software, aber nichts sprach mich so richtig an. Schließlich kam mir eine einfache Idee: Einfach die zu trainierenden Vogelstimmen-Soundfiles in einen Ordner kopieren und diese Files in Zufallsreihenfolge abspielen (diese Funktion hat ja eigentlich jeder Mediaplayer). So kann man den Lerninhalt absolut flexibel anpassen und hat gleichzeitig die höchste Schwierigkeitsstufe: Man hört eine Vogelstimme und muss sagen welchen Vogel man hört. Also kein Multiple Choice oder ähnliches.

Apropos Multiple Choice: Beim Googlen nach Vogelstimmenquiz bzw. Vogelstimmentrainer stolperte ich über das ein oder andere Online-Vogelstimmenquiz; die will ich hier mal zusammenfassen:

1) Stern: Sicher das idiotischste von allen, denn hier bietet einem das Quiz Vogelarten zur Auswahl an, die es gar nicht gibt: z.B. die Gelbmeise. Sicher was für total Unkundige.

2) Bayrischer Rundfunk: Ganz nett gemachter Flash mit schlechtem Sound. Man muss aus zehn Vogelarten auswählen. Einmal anhören muss genügen, keine Wiederholmöglichkeit.

3) ZDF: Sechs Fragen. Immer dieselben.

4) Brigitte: Zwölf Fragen. Gar nicht mal so unanspruchsvoll. Auflösung gibt´s erst am Ende.

5) Süddeutsche Zeitung: Zwölf Fragen, relativ anspruchsvoll. Gute Soundqualität. Viel Klickerei.

6) Naturschutzbund Deutschland e. V. (NABU): Der Mercedes des Online-Vogelquiz. Vorgestellt werden die 40 häufigsten Gartenvögel. Die Zusammenstellung der Arten erfolgt dabei nach dem Zufallsprinzip. Wird eine Stimme nicht erkannt, kann man die wichtigsten Fakten zu der Art in einem Steckbrief nachlesen und sich die Vogelstimme in Ruhe anhören ohne das Spiel unterbrechen zu müssen. Super!

Juli 7, 2009 · Totontli · 3 Comments
Posted in: Vögel im Internet, Vogelbücher & Vogelmedien, Vogelstimmen