Gartenliste

Viele Vogelbeobachter führen in dieser oder jener Form Beobachtungslisten. Da gibt es Jahreslisten, Gebietslisten, Lebenslisten, Jahresgebietslisten usw. Obwohl ich mich nicht zu den Twitchern zähle, habe ich hier im Blog auch eine Europaliste und eine Amerikaliste angelegt. Das erleichtert einfach den Überblick über die eigenen Beobachtungen und man ist erstaunt, wie viele Arten da über die Jahre zusammenkommen. Meine Europaliste halte ich stets aktuell, zumindest versuche ich das. Bei meiner Amerikaliste hinke ich noch sehr hinterher, alte Fotos sind noch auszuwerten und die entsprechenden Arten in die Liste einzutragen. Lange Winterabende werden’s hoffentlich richten.

Als ich heute im Garten lag und mehrere Stunden zum Himmel schaute, um Zugvögel zu entdecken (immerhin 2 Wespenbussarde, 5 Mäusebussarde, etliche Rauch- und Mehlschwalben), kam mir die Idee, doch einmal zusammenzuzählen, wie viele Arten ich bislang im Garten und vom Garten aus gesehen habe. Den Garten und das darin befindliche Wohngebäude bewohne ich noch nicht zu lange: ungefähr ein Jahr. Ich war nach der Auflistung erstaunt, dass ich in diesem einen Jahr doch 45 „Gartenarten“ sehen konnte. Die beiden Höhepunkte waren dabei definitv die ca. 50 Kraniche im November 2011 und die sieben Schwarzstörche vor wenigen Wochen. Im Winter hätte ich dann gerne mal einen klitzekleinen Seidenschwanzeinflug in den Apfelbaum im Garten. Sollte doch machbar sein, Herr Weihnachtsmann! Ich lass auch ein paar Äpfel hängen.

Was einem auch auffällt, wenn mal so ein paar Stunden zum Himmel schaut: Wie viele Flugzeuge da unterwegs sind! Betonung auf viele.

September 9, 2012 · Totontli · No Comments
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Vogelbeobachtung in Spanien (Extremadura und Andalusien)

Ende April/Anfang Mai diesen Jahres gab’s einen Urlaub in Spanien, genauer gesagt in Andalusien und Extremadura. Ich war vor dem Urlaub schon auf etliche Anzeigen des Typs „Birding Spain“ aufmerksam geworden und war so schon sehr auf den Besuch jener Regionen gespannt. Was dann aber letztlich an toller Naturbeobachtung in Spanien möglich war, übertraf meine Erwartungen.

Um einen Eindruck davon zu geben, wie viele Arten man in Spanien sehen kann, weise ich auf meine seit circa zwei Jahren geführte Europa-Artenliste hin. Diese stand vor dem Urlaub bei 125 und nach dem Spanienbesuch bei 184 Arten. Bereist habe ich mehrere Orte, von denen ich vor allem aus dem Buch „Where to Watch Birds in Southern and Western Spain: Andalucia, Extremadura and Gibraltar“ von Andrew Paterson erfahren hatte. Dieses Buch erwies sich als sehr wertvolle Hilfe für die ornithologische Reise in Süd- und Westspanien. Dort bekommt man Tipps über interessante Arten und die besten Beobachtungsgebiete. Einziger Nachteil sind die aus meiner Sicht unzureichenden Karten und Anreisebeschreibungen, denen es etwas an Detail mangelt, so dass man sich immer wieder verfährt. Wenn man nicht ein gutes Navigationsgerät oder z.B. Google Maps zur Hand hat, wird es schwer nur mit dem Buch die entsprechenden Orte zu finden.

Hervorheben möchte ich die folgenden Top-Beobachtungsgebiete (Karte):
1) Parque Nacional de Monfragüe
2) Embalse de Arrocampo bei Saucedilla
3) Parque Nacional de Doñana
4) Laguna de Medina und Salinas de Santa Maria

1) Parque Nacional de Monfragüe
Der Parque Nacional de Monfragüe liegt in Extremadura zwischen den Städten Cáceres, Plasencia und Trujillo. Das herausragende an diesem Park sind die steilen Felswände an denen sich Brutplätze vieler großer Greifvögel befinden. Man kann im Nationalpark Monfragüe Gänsegeier, Mönchsgeier, Schmutzgeier und verschiedene Adlerarten, darunter auch den seltenen spanischen Kaiseradler beobachten. Ebenso gibt es Schwarzstörche, Uhus und Rötelschwalben zu sehen. Im Park selbst trifft man viele vogelbeobachtungsbegeisterte Menschen aus aller Welt; Leute mit Spektiven und Teleobjektivkameras stehen quasi an jeder Ecke des Parks. Besonders empfehlenswert ist es, den knappen Aufstieg zum Castillo de Monfragüe auf sich zu nehmen und dort einige Zeit zu verbringen, denn immer wieder fliegen die großen Greifvögel nicht weit entfernt an einem vorbei, manchmal sogar unterhalb von einem. Es lässt sich schwer beschreiben, wenn ein Gänsegeier oder ein Mönchsgeier einige 10 Meter an einem vorbeigleitet. So etwas muss man einfach selbst sehen.

2) Embalse de Arrocampo bei Saucedilla
Ein kleineres, aber auch feines Beobachtungsgebiet liegt beim Örtchen Saucedilla an einem Stausee (Embalse de Arrocampo). Der Stausee dient der Kühlung eines Atomkraftwerks, womit die Wassertemperatur das ganz Jahr über etwas wärmer als normal ist. Damit hat sich dort eine besondere vielfältige Fauna und Flora eingestellt, auf die die Einwohner trotz des ungeliebten Atomkraftwerks besonders stolz sind. Am Stausee wurden in vorbildlicher Weise mehrere robuste Beobachtungshütten aufgestellt aus denen man selbst bei Regen sehr bequem den See überblicken kann. Es gibt auch ein kleines Informationszentrum, in dem man sich eine Karte und Informationen über das Gebiet besorgen kann. Bei den besonderen Arten kann man das drollige Purpurhuhn und den eleganten Purpurreiher hervorheben. Was einen als Deutscher natürlich noch stets begeistert, sind die überall herumschwirrenden, farbenprächtigen und gar nicht scheuen Bienenfresser (siehe Foto). Allgemein lässt sich zur Provinz Cáceres noch der grandiose Reichtum an Weißstörchen anführen. Es gibt Straßenabschnitte, wo man das Gefühl hat, dass sich auf jedem Mast und jedem Schornstein ein Storchennest befindet. Auch in der Provinzhauptstadt Cáceres ist ein ständiges Kreisen der Weißstörche über einem zu beobachten. Etwas weiter südlich der Provinz zählte ich einmal in einem Schwarm 60 Weißstörche.

3) Parque Nacional de Doñana
Dieser riesige Nationalpark an der andalusischen Küste im Mündungsgebiet des Flusses Guadalquivir ist geprägt von den sogenannten marismas; einem flachen, von kleinen Seen dominierten, überschwemmten Feuchtgebiet. Ich bin nicht in den Park gegangen, da ich aus dem o.g. Buch die Information hatte, dies sei nur per Führung möglich bei denen der Vogelbeobachtungsaspekt oft zu kurz käme. Somit habe ich mich mit den Randgebieten des Parks zufrieden gegeben, genauer gesagt mit der Region nördlich des Örtchens La Algaida und den Kanal westlich des Dorfs Pinzón. Dies war aber für den ersten Besuch der Region keine schlechte Wahl. Ich konnte viele Wasservogelarten beobachten, die ich noch nie in freier Natur gesehen hatte: Rosaflamingos, Sichler, Löffler, Purpurreiher, Rallenreiher, Stelzenläufer, Säbelschnäbler, viele Limikolenarten, Trauerseeschwalbe und andere mehr.

4) Laguna de Medina und Salinas de Santa Maria
Ein kleineres, weit weniger bekanntes Beobachtungsgebiet in der Provinz Cadiz ist die Laguna de Medina, südlich der Stadt Jerez gelegen, sowie die Salinas de Santa Maria am Rande von El Puerto de Santa Maria. Die Laguna de Medina ist mit einem Holzbohlenweg, Beobachtungshäuschen und -platform bestens ausgestattet und man kann hier unter Umständen das seltene Kammblässhuhn sehen. Die Salinas de Santa Maria habe ich eher zufällig entdeckt; von einem langen Feldweg aus, der von CA-3113 von Osten nach Westen führt, kann man bequem aus dem Auto die Vögel der Region beobachten. Neben etlichen Rosaflamingos konnte ich dort u.a. Goldregenpfeifer, Kiebitzregenpfeifer, Rotflügel-Brachschwalbe, Dünnschnabelmöwe, Wiesenweihe und das Rothuhn sehen.

Abseits der Vogelbeobachtung bieten Extremadura und Andalusien natürlich auch tolle Kulturstätten und hübsche Städte, die einen Besuch wert sind. Ganz besonders empfehlen kann ich die Städte Cáceres, Córdoba und Granada; in letzterer Stadt natürlich die Alhambra (Tickets lang vorher unbedingt online reservieren!). Die Alhambra und das Stadtviertel Albaicin sind wirklich so toll, wie es überall zu hören und zu lesen ist.

Von der Jahreszeit her bietet sich für den Ornitho-Urlaub dort vor allem die Frühlingszugzeit an (März-Mai), auch vom Hitzeaspekt her. Andalusien im Hochsommer soll nicht sehr erträglich sein. Südspanien und Westspanien sind für den Vogelbeobachter ohne Zweifel ein absolutes Highlight. Wenn zur man ausreichend Zeit mitbringt und sich ein Auto mietet, wird man lange von den fantastischen Eindrücken der Natur dieser Region zehren.

Juni 26, 2011 · Totontli · 2 Comments
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Wendehals und Buntspechtkampf auf dem Friedhof am Perlacher Forst

Der freie und wettermäßig sehr gelungene Nachmittag des 6. April 2011 erlaubte mir eine mehrstündige Exkursion auf dem Friedhof am Perlacher Forst in München. Und wieder einmal bestätigte sich eine meiner Grundregeln des Vogelbeobachtens: Man wird auf jeder Vogelbeobachtungstour von der Natur stets von etwas überrascht. Einmal ist es eine neue Art, die man noch nie gesehen hat; das andere mal bekommt man ein außergewöhnliches Verhalten zu sehen; wieder ein anderes mal sieht man einen Vogel sehr nah usw. An jenem Nachmittag wurde ich auf dem Friedhof gleich doppelt beeindruckt. Ich konnte zum ersten mal überhaupt einen der Vogelwelt zugehörigen Wendehals sehen (siehe Foto). Menschliche dagegen hatte ich ja schon zuhauf kennengelernt. Zunächst glaubte ich eine Heckenbraunelle zu sehen, die grob von der Farbgebung, beim flüchtigen Hinsehen dem Wendehals ähneln mag. Dann aber war recht schnell klar: das muss ein Wendehals sein. Der Wendehals (Jynx torquilla) ist ein außergewöhnlicher Vogel. Er zählt zwar zu den europäischen Spechten, ist aber im Vergleich zu den anderen Spechtarten wesentlich unscheinbarer bräunlich gefärbt und außerdem ist er der einzige Langstreckenzieher unter den heimischen Spechten; er überwintert südlich der Sahara. Der Wendehals sitzt im Vergleich zum Buntspecht auch „ganz normal“ auf Ästen (siehe Foto), wohingegen der Buntspecht eigentlich nur an Stämmen und Ästen entlangklettert. Dann wäre da noch das spezielle Verhalten des Wendehalses, das ihm auch den Namen gab. In Bedrohungssituationen führt der Wendehals ruckartige Kopfdrehungen aus und stellt dabei auch noch seine Kopffedern auf (Video dazu).

Dann zur zweiten Überraschung: Wie auch bei einem meiner letzten Besuche auf dem Friedhof, wo der Kampf Buntspecht vs. Grünspecht anstand, konnte ich dieses mal aus nächster Nähe zwei Buntspechtmännchen beim Kampf zusehen. Das ganze ging einher mit lautem Gezeter und Geflatter (siehe Foto). Der Besuch des Friedhofs lohnt sich für Spechtfans also überaus. Des weiteren sah ich noch: Blaumeise, Kohlmeise, Amsel, Buchfink, Grünfink, Kleiber; dann viele schön flötende Mönchsgrasmücken, Zilpzalp, Stieglitz, Stare, einen Kernbeißer, Schwanzmeisen, Rotkehlchen, Ringeltauben, die Saatkrähenbrutkolonie, einige Rabenkrähen, Elstern, eine Singdrossel, meine erste Rauchschwalbe dieses Jahr und etliche Wacholderdrosseln, die den oben genannten Wendehals heftig attackierten.

April 9, 2011 · Totontli · No Comments
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Buchfinkenpflege

Ein Buchfinkenmännchen macht sich schön.

Aufgenommen am 06. April 2011 auf dem Friedhof am Perlacher Forst in München.

April 9, 2011 · Totontli · No Comments
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Zug der Kiebitze

Am 6. März 2011 gab es im Kreis Unterallgäu auf den Wiesen und Feldern zwischen Bad Wörishofen, Stockheim, Frankenhofen und Schlingen ein Schauspiel der besonderen Art zu bestaunen: sehr große Kiebitz-Schwärme. Eine grobe Abschätzung meinerseits ergab eine Individuenzahl um 800. Die Kiebitze befinden sich zur Zeit des Spätwinters (Ende Februar / Anfang März) auf dem Zug nach Osten und Norden. Man kann annehmen, dass diese Tiere höchstwahrscheinlich aus Richtung Frankreich und Spanien wieder nach Deutschland zurückkehren. Trotz eisigem Ostwind und trübem Wetter fanden sich Vogelbeobachter und Fotografen aus umliegenden Landkreisen ein, um die vielen Kiebitze zu bewundern. Ich habe spontan mit der Kamera ein Video aufgenommen; zugegebenermaßen keine tolle Aufnahme, sie gibt aber einen Eindruck davon, wieviele Kiebitze zu sehen waren. Dabei zeigt das Video nur einen kleinen Ausschnitt des Schwarms. Hoffentlich kann ich die Kiebitze bald bei ihren eindrucksvollen Balzflügen beobachten.

März 9, 2011 · Totontli · No Comments
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Rothalsgänse am Flaucher in München


Eines meiner alltäglichen Standardbeobachtungsgebiete ist die Isar in München, speziell der Abschnitt zwischen Brüdermühlbrücke und der Tierparkstraßenbrücke. Bekannt ist diese Gegend unter dem Namen Flaucher. Trotz der zentralen Lage gibt das Gebiet ornithologisch einiges her; so konnte ich dort sogar schon Eisvögel und Bergpieper sehen.

Jedes mal wenn ich zum Flaucher gehe, erfreut mich der Anblick zweier Rothalsgänse (Branta ruficollis), die sich inmitten vieler Höckerschwäne, Stockenten und Graugänse aufhalten. Lange vermutete ich, dass die beiden Rothalsgänse wohl aus dem sehr nahen Tierpark Hellabrunn geflohen sind, denn sie sind auch beringt. Nach mehreren Ableseanstrengungen der Ringe mit dem Teleobjektiv der Kamera konnte ich schließlich eine Anfrage bei Proring (Verein der Freunde und Förderer der wissenschaftlichen Vogelberingung e.V.) stellen. Frau Dr. Susanne Homma antwortete mir, dass die beiden Rothalsgänse von einem nicht näher zu bestimmenden Geflügelzüchter stammen. Dabei ließ sich noch am Ring einer Gans ablesen, dass sie im Jahr 2007 geschlüpft ist. Also sind die beiden Rothalsgänse wohl von dort entflogen und haben jetzt am Flaucher ihre neue Heimat gefunden. Einer der beiden Gänse fehlen übrigens einige Federn an der Stirn.

Sonst zählen freilebende Rothalsgänse in Deutschland zu den sehr besonderen Beobachtungen, da sie in der arktischen Tundra Russlands brüten und zur Überwinterung in Richtung Schwarzes Meer fliegen. Deshalb tauchen Rothalsgänse nur sehr selten in Deutschland auf, und wenn dann in Norddeutschland als Einzelvögel in Trupps anderer Gänsearten (meist sind das Ringelgänse). Das Vogelbestimmungsbuch „Svensson“ schreibt, dass regelmäßig auch Gefangenschaftsflüchtlinge gesehen werden, „da diese hübsche Gans oft als Ziergeflügel gehalten wird“. Quod erat demonstrandum.

Februar 4, 2011 · Totontli · 4 Comments
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Vogelbeobachtung in München: Friedhof am Perlacher Forst

Ich möchte hiermit auf ein lohnendes Vogelbeobachtungsgebiet in München hinweisen: Den Friedhof am Perlacher Forst (Google Maps). Der Friedhof lässt sich per öffentlichen Verkehrmitteln bequem über die Endstation der Tramlinie 27 erreichen.

Allgemein sind ja Friedhöfe in Großstädten nicht nur die Stätten für die Toten sondern auch beliebte Zufluchtsorte der (lebenden) Vogelwelt. Aus Zeitmangel habe ich heute diesen meiner Wohnung nah gelegenen Ort zur Beobachtung aufgesucht, anstatt wie üblich (zeitaufwändiger) an die Isar zu gehen, wo es gestern den Eisvogel zu sehen gab. Der Besuch auf dem Friedhof am Perlacher Forst hat sich gelohnt. Innerhalb von knapp 2 Stunden zeigten sich die üblich zu erwartenden: Kohlmeise, Blaumeise, Amsel, Kleiber, Grünfink, Buchfink; weiterhin viele Saat- und Rabenkrähen. Dann gab’s noch das Wintergoldhähnchen, zwei Misteldrosseln, einen vergnügt zwitschernden Stieglitz, einen Eichelhäher, eine Schwanzmeise, drei Kernbeißer und drei Buntspechte. Irgendwo in der Baumkrone rief noch ein Trompetergimpel. Dann habe ich meine ersten zwei Bergfinken in München gesehen. Das Highlight kam gegen Ende der Tour: Ein auf dem Ast sitzender Grünspecht (Männchen) wurde von einem am selben Baum kletternden Buntspecht (Männchen) angegriffen und vehement vertrieben (siehe Foto). Zum Glück hatte ich die Kamera dabei!

Grünspecht - Buntspecht


L: Great Spotted Woodpecker / Buntspecht / Pico picapinos / Pic épeiche · Dendrocopos major

R: (European) Green Woodpecker / Grünspecht / Pito real / Pic vert · Picus viridis

18. Januar 2011 · Friedhof am Perlacher Forst / München / Bayern / Deutschland

Nikon D90 + Nikkor 70-300 mm · 300 mm · F/5,6 · 1/250 sec · ISO 640

Januar 18, 2011 · Totontli · No Comments
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Prachttaucher am Starnberger See

Heute am Dreikönigstag 2011 habe ich noch einmal den südlichen Starnberger See zur Vogelbeobachtung besucht. Ich hatte das Gebiet bereits 2010 an einem brütend heißen Sommertag aufgesucht. Damals war das jedoch wenig erträglich, da viele Badegäste die Vogelbeobachtung annähernd unmöglich machten. Wie auf der Webseite und im Buch von Christoph Moning nachzulesen ist, geht man sowieso besser im Winter in das Gebiet, da dann auch die interessanteren Arten zu sehen sind, zum Beispiel die Seetaucher. Auf der hier angegebenen Karte habe ich die Punkte 6, 7, 8, 9 abgefahren und sehr schöne Beobachtungen machen können. Die besten gelangen mir von Seeseiten, wo drei Prachttaucher unterwegs waren und eine Rohrdommel über mich hinwegflog. Sonst habe ich noch folgende Wasservögel gesehen: Zwergtaucher, Haubentaucher, Kormorane, einen Höckerschwan, einige Stockenten, hunderte Reiherenten, einige Tafelenten, recht viele Schellenten, sieben Gänsesäger, Blässhühner und Lach- und Sturmmöwen.

Auch habe ich weiter mit der Digiskopie gespielt, wobei ich das erste mal einen Film gedreht habe. Noch etwas wackelig, aber ich gelobe Besserung. Leider war auch die Distanz sehr groß, so dass trotz 50-facher Vergrößerung die Prachttaucher nur sehr klein im Bild erscheinen.

Januar 6, 2011 · Totontli · No Comments
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Vogelbeobachtung am Rande Münchens: Der Landschaftspark Hachinger Tal

Im Süden von München in der Gemeinde Unterhaching befindet sich ein sehr reizvolles Vogelbeobachtungsgebiet. Es ist Teil des Landschaftsparks Hachinger Tal (google maps). Der Landschaftspark Hachinger Tal umfasst rund 126 Hektar und befindet sich auf dem Gelände eines ehemaligen Militärflughafens. Demzufolge befindet sich dort eine nicht mehr benutzte Start- und Landebahn. Der Landschaftspark unterteilt sich grob in drei Zonen: Der Teil westlich der Autobahn A8 ist ein Sport- und Erlebnisbereich. Der Teil der Landebahn und nördlich von ihr wird auch hauptsächlich für Sport (z.B. Inline-Skaten) und Freizeit (Drachen steigen lassen, Modellflieger etc.) genutzt. Ornithologisch interessant ist der Teil östlich der A8 und südlich der Landebahn. Hier wurde ein Schutzgebiet speziell für Bodenbrüter eingerichtet. Vor allem soll dort die Feldlerche Brutraum bekommen.

http://www.flickr.com/photos/totontli/4818455258/sizes/l/

Ich habe den Park heute besucht und war begeistert von der Artenvielfalt. Da der Park durch seine offene Wiesen- und Buschlandschaft kaum Schatten spenden kann, war das an einem heißen Sommertag wie heute eine schweißtreibende Angelegenheit. Aber es hat sich gelohnt. Innerhalb weniger Stunden sah ich: Feldsperling, Saatkrähe, Rabenkrähe, Turmfalke, Goldammer, Feldlerche, Bachstelze, Elster, Stieglitz und Ringeltaube. Ganz besonders hat mich meine erste Begegnung mit dem Neuntöter gefreut, von dem ich sowohl Weibchen als auch Männchen sehen konnte. Es ist faszinierend, diesem Vogel bei der Insektenjagd zuzusehen. Der Neuntöter scheint mir ein relativ leicht zu beobachtender und zu fotografierender Vogel zu sein, da er einige Zeit auf erhöhter Position auf Warte sitzt. Mir ist erfreulicherweise ein Foto eines Neuntöters nach dem Jagderfolg gelungen.

Die hier aufgeführten Arten sind jedoch nur ein kleiner Ausschnitt von dem, was der Landschaftspark Hachinger Tal ornithologisch zu bieten hat. Auf der Seite von Markus Dähne bekommt man einen Eindruck davon, was es dort noch an Vögeln zu sehen gibt.

Juli 22, 2010 · Totontli · No Comments
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Birding Babylon

Premiere in diesem Blog: Eine parallele Doppelveröffentlichung im Hauptblog und im ornithologischen Unterblog „Totontlis, weil es sich um einen themenübergreifenden Eintrag handelt.

Es geht um das kleine Büchlein „Birding Babylon“ des US-Soldaten Jonathan Trouern-Trend, Untertitel: „A Soldier´s Journal from Iraq“. Jonathan Trouern-Trend ist seit Kindesbeinen an begeisterter Vogelbeobachter (birder) und war in den Jahren 2004/2005 für zwölf Monate im Irak stationiert. Seine Freizeit nutzte er für ornithologische Ausflüge in die Vogelwelt des Irak, die er in seinem eigens dafür eingerichteten Webblog „Birding Babylon“ verarbeitet hat. Durch den Erfolg seines Blogs wurde der Soldat Trouern-Trend schließlich dazu ermutigt, aus seinen Erfahrungen ein kleines Buch zu machen, das 2006 in den USA und schließlich 2009 in Deutschland erschienen ist.

Für das Büchlein wurden die besten Blogeinträge von 2004/2005 noch einmal editiert und mit kleinen schwarz-weißen Vögelbildchen versehen. Der Autor beschreibt in seinem Tagebuch die beobachteten Vögel und deren Verhalten, was für Vögelfans sicher interessant ist, sich aber stellenweise etwas langweilig liest. Hier hätte es vielleicht gut getan, nicht nur über die ornithologischen Exkusionen zu berichten, sondern auch über den Kontakt mit den einheimischen irakischen Naturliebhabern. Denn genau das wird im Vorwort angedeutet, bleibt aber dann im Buch selbst aus; lediglich an zwei oder drei Stellen bemerkt der Autor so etwas wie: „..deshalb nennen die Iraker diesen Vogel auch …“. Es kann natürlich auch sein, dass Trouern-Trend nicht über Kontakte mit der irakischen Bevölkerung berichten durfte oder wollte. Am Ende des Buches befindet sich noch ein Verzeichnis der von Trouern-Trend beobachteten Vögel mit kurzer Beschreibung der von ihm besuchten irakischen Beobachtungsgebiete. Es ist auf jeden Fall schön zu lesen, dass in all dem Kriegswahnsinn wenigstens die Vögel normal weitermachen und sich einen Dreck um die Dummheit der Menschen scheren und es ist auch auch beruhigend, dass es Soldaten gibt, die sich mit dem besetzten Land und seiner Natur auseinandersetzen. In seinem Vorwort schreibt der Autor: „I hope to return to Iraq one day armed only with binoculars and camera. […] No matter how long it takes to get to that future. I know the birds will be waiting.“

Den letzten Blogeinträgen nach zu urteilen, verweilt der Autor seit Oktober 2009 wieder im Irak.

Das Buch ist in Deuschland sowohl in der englischen Originalfassung als auch auf deutsch erhältlich; jeweiliger Preis: knapp 8 Euro. Entdeckt im Heft 01/2010 des Vögel Magazins.

Januar 17, 2010 · Totontli · No Comments
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