Vogelbeobachtung in Mexiko-Stadt: Lago Huetzalin / Cuemanco / Xochimilco
Das sollte man nicht unbedingt erwarten: Man kann in der größten Stadt Amerikas wunderbar und in aller Ruhe Vögel beobachten (pajarear). Und zwar nicht nur kleine Singvögel sondern besonders große Wasservögelarten. Im Süden von Mexiko-Stadt liegt der Huetzalinsee (Lago Huetzalin) im Öko-Park von Xochimilco (Parque Ecológico de Xochimilco). Der Ort Xochimilco ist bei Ausflüglern sehr beliebt, da man sich auf pittoresken, bunt angemalten und reich geschmückten Booten durch das dortige Kanal- und Seesystem fahren lassen kann. Die meisten Besucher nutzen den Ausflug nach Xochimilco für ein Picknick mit ausgiebigem Umtrunk auf dem Boot. Dank Insiderhinweisen bin ich nicht zum Hauptanlegepunkt Xochimilcos gefahren sondern zum ruhigeren Landesteg Cuemanco (Embarcadero Cuemanco), welcher direkt an der olympischen Ruderstrecke (Pista Olimpica) liegt. Es empfiehlt sich für den Vogelbeobachter, früh vor Ort zu sein, da ab Mittag die Besucherzahl stark ansteigt.
Zu den Arten: Vor allem zu beobachten sind verschiedene Reiherarten. Die Reiher in Cuemanco sind nicht sehr scheu, so dass man mit dem Boot recht nah an sie heranfahren und gute Fotos schiessen kann. Ein besonders Aussehen weist der gedrungene Nachtreiher auf, der in spanisch den lustigen Namen „perro de agua“ (Wasserhund) trägt. Bemerkenswert am Nachtreiher sind seine antennenartigen Nackenfedern. Mit am beeindruckendsten ist der enorm große Silberreiher, der bis zu einem Meter groß wird und eine Flügelspannweite von bis 170 Zentimeter aufweist. Auch den wesentlich kleineren aber ähnlich aussehenden Kuhreiher kann man an den Kanälen rund um den Huetzalinsee beobachten. Höhepunkt des Ausflugs war eine Vierergruppe von Nashornpelikanen, die mit einer Flügelspannweite von fast bis 3 Metern zu den größten Wasservögeln überhaupt zählen. Bemerkenswert ist das soziale Verhalten der Pelikane; so konnte ich den Vier beim Fischen in der Gruppe zusehen. Die Köpfe der Vögel tauchen dabei meistens zeitgleich unter. Laut einheimischem Führer kommen die Nashornpelikane erst seit vier Jahren zur Überwinterung in das Gebiet um den Huetzalinsee.
Außer den bereits erwähnten Vögeln waren mehrere Wüstenbussarde am Himmel kreisend unterwegs. Weitere beobachtete Wasservögel: Das unseren europäischen Bläßhühnern sehr ähnliche amerikanische Bläßhuhn, die Teichralle und der Keilschwanz-Regenpfeifer. Singvögel: Der faszinierend intensiv rot gefärbte Rubintyrann; der Rotschulterstärling; die stets rege im Wasser plantschende Singammer; und verschiedene Warbler-Arten, die ich nicht näher bestimmen konnte.
Auf den an die Kanäle angrenzenden Inseln werden vorwiegend Rinder gehalten (zur Freude der Kuhreiher) und teilweise Gemüse und Blumen angebaut (xochitl = Blume in nahuatl; Xochimilco = Blumenfeld).
Zum ornithologischen Ausflug rund um den Huetzalinsee sei noch das exzellente und handliche Buch „Aves Comunes de la Ciudad de México“ empfohlen, das die wichtigsten Vogelarten von Mexiko-Stadt aufführt und beschreibt in welchem der 18 Vogelbeobachtungsgebiete der Stadt sie anzutreffen sind. Dabei ist es besonders vorteilhaft, dass das Buch zweisprachig in spanisch und englisch verfasst ist, so dass man gleich die Namen der Vögel in zwei Sprachen lernt. Sogar die Namen der Vögel in nahuatl sind mit angegeben.
Wir hatten in Cuemanco zu viert ein Boot mit Steuermann für 2 Stunden 40 Minuten gemietet. Kostenpunkt: 540 Pesos (ca. 27 Euro, Stand Dez. 2009).
1. Jan 2010
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Totontli ·
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Rose-Breasted Grosbeak – Rosenbrustkernknacker
Den Rosenbrustkernknacker konnte ich im Point Pelee Nationalpark in Kanada beobachten. Er gehört zur Familie der Kardinäle, die sich in ihrer Verbreitung auf den amerikanischen Kontinent beschränkt. Von der Gestalt ist der Rosenbrustkernknacker am ehesten mit dem europäischen Kernbeißer zu vergleichen; beide Arten verfügen über einen kräftigen Schnabel, der als Samenknackwerkzeug dient. Die Herkunft des Namens des Rosenbrustkernknackers ist augenfällig: das Männchen hat eine rote bzw. tiefrosa Brustfärbung. Das Weibchen ist wesentlich unscheinbarer. Der Gesang des Rosenbrustkernknackers ist ein vergnügtes Zwitschern, das auf allaboutbirds.org witzigerweise so beschrieben wird: “…like a robin that has taken singing lessons.” (“…wie eine Wanderdrossel, die Gesangsstunden genommen hat.”). Die Leute vom Cornell Lab of Ornithology haben nicht ganz unrecht. Das Gezwitscher der Wanderdrossel (American Robin) klingt sehr, sehr ähnlich, aber langsamer, merklich unrunder und …nun ja… anfängerhafter (man klicke auf Daytime song).
Youtube zufolge zu urteilen, ist der Rosenbrustkernknacker ein häufiger Gast am Futterhäuschen. Dazu ein kleines Flimchen (Ein Rosenbrustkernknackermännchen kommt nach ein paar Sekunden von rechts ins Bild geflogen gehüpft. Den anderen Vogel kenne ich leider nicht. Vielleicht handelt es sich um einen Rosenbrustkernknackerjungvogel?):
Manche halten Rosenbrustkernknacker scheinbar sogar privat.
Das Foto wurde von Masato Nanjo aufgenommen (auf das Foto klicken zum Vergrößern).
20. Jun 2009
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Totontli ·
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Goldwaldsänger – Yellow Warbler
Der Goldwaldsänger ist ein intensiv gelb gefärbter in Nord- und Mittelamerika weit verbreiteter Singvogel der Familie der Waldsänger. Die Arten in der Waldsängerfamilie kommen ausschließlich in der Neuen Welt vor. Bei den Birdern in Point Pelee (ich berichtete) in Ontario, Kanada ist das „Sammeln“ von Warblern (Waldsängern) ein besonderer Sport. Wer mehr Arten von Warblern sieht, der hat die Birder-Nase vorn. Schließlich gilt Point Pelee als “Warbler Capital of North America“. So wurden in Point Pelee während der Frühjahrsmigration 1979 sage und schreibe 39 Waldsängerarten gesehen. Beim Besuch von Point Pelee “sammelt” man den Goldwaldsänger dabei relativ schnell, was sicher auch an der auffälligen gelben Färbung und nicht nur an der Häufigkeit liegt. Dies war zumindest mein Eindruck, denn warblermäßig habe ich davon in Point Pelee am meisten gesehen. Aber einmal entdeckt, ist der Goldwaldsänger dann nicht so leicht mit dem Fernglas zu beobachten, da er sehr agil ist, ständig herumhüpft und kurze Flüge unternimmt. Oft hält er sich dabei noch in engem Buschwerk auf, was die Beobachtung zusätzlich erschwert.
Beim Goldwaldsängermännchen ist das goldgelbe Federkleid an der Brust mit kastanienbraunen Streifen durchzogen, dies ist beim Weibchen nicht der Fall bzw. sind die Streifen viel weniger intensiv. Der Gesang des Goldwaldsängers ist ein dünnes Zirpen und Tschilpen, was auf All About Birds als “sweet-sweet-sweet-I’m-so-sweet” beschrieben wird.
Für ein schönes Video eines Goldwaldsängermännchens bitte hier klicken (im Hintergrund hört man dabei übrigens Rotschulterstärlinge schrillen). Das Video verdeutlicht auch ganz gut, dass Goldwaldsänger ständig in Bewegung sind.
Und wenn das Gold des Goldwaldsängers mal ein bisschen stumpf geworden sein sollte, nimmt er einfach ein Bad.
Das Foto wurde von Masato Nanjo aufgenommen (auf das Foto klicken zum Vergrößern).
6. Apr 2009
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Totontli ·
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Rotschulterstärling – Red-Winged Blackbird
Einer der sehr häufig in Nord- und Zentralamerika anzutreffenden Singvögel ist der Rotschulterstärling (engl. Red-Winged Blackbird). Das Männchen ist auf den beiden Fotos zu sehen, das Weibchen ist kleiner und unscheinbarer. Das herausstechende Merkmal des Männchens sind ohne Zweifel die Randdecken, die rot und von kleinen gelben oder weißen Streifen eingefasst sind.
Am besten an dieser Spezies gefällt mir das schrille Trillern der Männchen, die dabei ihre roten Federn herauskehren. Am häufigsten findet man den Rotschulterstärling in fluss- oder seenahen Sumpfgebieten. Die Körpergröße beträgt zwischen 18 bis 24 Zentimeter bei einer Flügelspannweite von 30 bis 37 Zentimetern. Seine Hauptnahrungsmittel: Samen und Insekten. Apropos “Blackbird”: Trotz Namensähnlichkeit im englischen zur europäischen Amsel oder Schwarzdrossel (engl. common blackbird) gehört der Rotschulterstärling zur Familie der Stärlinge, während die Amsel zur Familie der echten Drosseln gehört. Man kann den Rotschulterstärling sehr schön zum Beispiel im Sommer am Ontariosee beobachten. Die einst in dieser Gegend ansässigen Ureinwohner sprachen unter anderem die Algonkinsprache Ojibwe. In dieser Sprache heißt der Rotschulterstärling: memiskondinimaanganeshiinh. Das heißt soviel wie: “Vogel mit einer sehr roten, verdammt kleinen Schulterklinge.”
Hier noch ein Video eines Rotschulterstärlings:
Die Fotos wurden von Masato Nanjo aufgenommen (auf die Fotos klicken zum vergrößern).
23. Mar 2009
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Totontli ·
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