Mein Fernglas zur Vogelbeobachtung: Canon 12×36 IS II (Image Stabilizer)
Zur Grundausstattung eines jeden Vogelbeobachters gehört zumindest ein Fernglas. Da ich mich schon viel zu lange mit dem aus meiner Kindheit stammenden, trübglasigen Revue 10×40 Modell (Quellekatalog!) zufrieden gestellt hatte, musste ein neues her. Nach Studium der üblichen Quellen Internet und Fachzeitschriften war mir die Wahl aber mehr als unklar. Sollte man ein Topmodell von Leica oder Swarovski wählen? Oder eher etwas aus der Mittelklasse wie zum Beispiel ein Modell von Steiner?
Das erste Aha-Erlebnis brachte der Besuch einer Vogelbeobachtungsmesse, wo viele Fernoptikhersteller ihre Ferngläser zum Testen bereitstellten. Das Aha-Erlebnis bestand darin, dass ich zum ersten mal im Leben durch wirklich gute Ferngläser von Leica, Zeiss und Swarovski blickte. Welch brillante Farben, welch klare Bilder waren da zu sehen! Und welch stolze Preise wären da zu berappen! Eher zufällig entdeckte ich den Stand von Canon, die ich bisher nur mit Fotografie und nicht mit Ferngläsern in Verbindung gebracht hatte. Aber Canon hat welche und verbaut in sie eine Bildstabilisierung, die wohl der Fotoobjektivtechnik entnommen wurde. Die batteriegetriebene Bildstabilisierung (Image Stabilizer) bewerkstelligt per Knopfdruck einen Ausgleich des natürlichen Zitterns der Hände und sorgt für ein ruhigeres Bild. Jeder Fernglasbenutzer weiß, dass dieses Zittern ab einer Vergrößerung von 10x schon leicht unangenehm auffällt und bei 12x und 15x absolut störend wird. Zunächst dachte ich: Naja das klingt sicher toll, aber ob man das so sehr merken wird. Und schon trat der noch größere Aha-Effekt ein: Nach dem Fernglastest war ich sehr erstaunt. Schaltet man die Bildstabilisierung ein, wird nach ca. einer Sekunde aus einem zittrigen Bild ein angenehm ruhig gleitendes Bild. Plötzlich merkt man, wie viele Details man durch die Zitterei gar nicht wahrnimmt.
Ich habe mich dann eine Woche später für das Modell Canon 12×36 IS II entschieden, da ich eine 12-fache Vergrößerung im Zusammenhang mit Bildstabilisierung für die Vogelbeobachtung am nützlichsten finde. Canon hat zwar auch noch 15-fach- und 18-fach-Modelle im Angebot aber da befindet man sich aus meiner Sicht schon bald im unteren Vergrößerungsbereich von Spektiven, den ich für ein Vogelbeobachtungsfernglas für übertrieben halte, besonders wenn man sowieso ein Spektiv mitführt. Dann wäre da noch das Modell Canon 10 x 42L IS WP, das sich vom Canon 12×36 IS II durch seine Wasserfestigkeit und durch die 1cm größeren Frontlinsen-Durchmesser auszeichnet. Zwei reizvolle Vorteile, jedoch legt man für das Canon 10 x 42L IS WP auch etwa den doppelten Preis im Vergleich zum Canon 12×36 IS II hin und hat “nur” 10-fache Vergrößerung. Das Canon 12×36 IS II kostet momentan ca. 699 EUR.
Bei der Vogelbeobachtung habe ich festgestellt, dass man durch das zitterfreie Bild viel mehr wahrnimmt. Plötzlich beginnt man im Bildausschnitt mit den Augen auf einzelne Partien des beobachteten Vogels zu springen wie eine bestimmte Federpartie, der Schnabel, dessen Spitze etc. Die Beobachtung gewinnt an Tiefe, wenn man das so ausdrücken kann. Fein sind auch Schwenks mit dem bildstabilisierten Fernglas bei der Beobachtung von fliegenden Vögeln; als Beobachter kann man da flüssig mitgleiten.
Ich werde hier nichts zur optischen Qualität sagen, da ich mich dazu nicht als fachkundig genug ansehe; ich bin auf jeden Fall mit der Bildqualität sehr zufrieden. Auch werde ich hier nicht sämtliche technischen Details des Fernglases auflisten, möchte aber noch auf ein paar Vor- und Nachteile eingehen, die mir inzwischen aufgefallen sind.
Nachteile:
- Keine Deckel für die Frontlinsen im Lieferumfang
- Laut Fachhändler sind die feinen Motoren der Bildstabilisierung natürlich nicht vollkommen unempfindlich, d.h. harte Stöße auf das Fernglas könnten eine teure Reparaturrechung zur Folge haben (Fachhändler: „mehrere hundert EUR“)
- Die Einstellung des Augenabstands ist am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, da das Fernglas keine Knickbrücke hat
- Die umstülpbaren Gummiaugenmuscheln sind nicht gerade einfach umzustülpen; wer häufig umstülpen muss, könnte davon genervt sein
- Bei umgestülpten Gummiaugenmuscheln (Brillenträgervariante) ist die Dioptrienskala nicht mehr ablesbar (Gummimuschel leicht anheben hilft) und es passen die Okulardeckel nicht mehr, man kann sie dann lediglich drauflegen
Vorteile:
- Die Bildstabilisierung (man kann es nicht oft genug betonen!)
- Als Batterien werden keine superteuren Spezialzellen benötigt, sondern es reichen 2 Stück AA-Mignonzellen
- Der Bildstabilisierungsknopf ist mittig angebracht und somit für Links- und Rechtshänder gut zu erreichen
- Das Fernglas ist relativ leicht und handlich für ein 12x Modell mit Bildstabilisierung
Fazit: Die eher kleinen Nachteile können das große Plus der Bildstabilisierung nicht mindern. Seit ich dieses Fernglas mein eigen nenne, hat die Freude an der Vogelbeobachtung für mich einen großen Sprung gemacht. Mit der Bildstabilisierung nimmt man einfach viel mehr Details wahr und entdeckt Dinge, die einem vorher entgangen wären.
Zum Abschluss eine Kostprobe zur Bildstabiliserung: Es handelt sich zwar nicht um das hier beschriebende Modell sondern um ein Fujinon Techno-Stabi 14×40, aber das folgende Video gibt einen Eindruck, welch erfreulichen Effekt eine Bildstabilisierung an einem Fernglas hat. Plötzlich kann man einen weit entfernten Schriftzug lesen:
Hier noch der Link zu einem kleinen Filmchen, der zeigt, wie das Canon 12×36 IS II aussieht.
27. Aug 2010
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Vogelbeobachtung am Rande Münchens: Der Landschaftspark Hachinger Tal
Im Süden von München in der Gemeinde Unterhaching befindet sich ein sehr reizvolles Vogelbeobachtungsgebiet. Es ist Teil des Landschaftsparks Hachinger Tal (google maps). Der Landschaftspark Hachinger Tal umfasst rund 126 Hektar und befindet sich auf dem Gelände eines ehemaligen Militärflughafens. Demzufolge befindet sich dort eine nicht mehr benutzte Start- und Landebahn. Der Landschaftspark unterteilt sich grob in drei Zonen: Der Teil westlich der Autobahn A8 ist ein Sport- und Erlebnisbereich. Der Teil der Landebahn und nördlich von ihr wird auch hauptsächlich für Sport (z.B. Inline-Skaten) und Freizeit (Drachen steigen lassen, Modellflieger etc.) genutzt. Ornithologisch interessant ist der Teil östlich der A8 und südlich der Landebahn. Hier wurde ein Schutzgebiet speziell für Bodenbrüter eingerichtet. Vor allem soll dort die Feldlerche Brutraum bekommen.
Ich habe den Park heute besucht und war begeistert von der Artenvielfalt. Da der Park durch seine offene Wiesen- und Buschlandschaft kaum Schatten spenden kann, war das an einem heißen Sommertag wie heute eine schweißtreibende Angelegenheit. Aber es hat sich gelohnt. Innerhalb weniger Stunden sah ich: Feldsperling, Saatkrähe, Rabenkrähe, Turmfalke, Goldammer, Feldlerche, Bachstelze, Elster, Stieglitz und Ringeltaube. Ganz besonders hat mich meine erste Begegnung mit dem Neuntöter gefreut, von dem ich sowohl Weibchen als auch Männchen sehen konnte. Es ist faszinierend, diesem Vogel bei der Insektenjagd zuzusehen. Der Neuntöter scheint mir ein relativ leicht zu beobachtender und zu fotografierender Vogel zu sein, da er einige Zeit auf erhöhter Position auf Warte sitzt. Mir ist erfreulicherweise ein Foto eines Neuntöters nach dem Jagderfolg gelungen.
Die hier aufgeführten Arten sind jedoch nur ein kleiner Ausschnitt von dem, was der Landschaftspark Hachinger Tal ornithologisch zu bieten hat. Auf der Seite von Markus Dähne bekommt man einen Eindruck davon, was es dort noch an Vögeln zu sehen gibt.
22. Jul 2010
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Buntspechtfütterung
Angeregt durch das sehr erfolgreiche Buch “Vögel füttern – aber richtig” von Gabriele Mohr und Peter Berthold, ehemaliger Direktor der Vogelwarte Radolfzell (Max-Planck-Institut für Ornithologie), hatte ich mich dazu entschlossen, dieses Jahr auch eine Ganzjahresfütterung zu testen. Ich will hier nicht in die teils kontrovers geführte Diskussion über Vor- und Nachteile der Ganzjahresfütterung einsteigen sondern lediglich aus Sicht des Vogelliebhabers berichten. Ich startete die Fütterung im Januar mit Ausrüstung des LBV-Shops (Futtersäulen, Qualitätsfutter, Energieblöcke, Fettkuchen). Mittlerweile konnte ich acht Arten an meiner Futterstelle (4.Stock, Südbalkon, München-Giesing) beobachten. Regelmäßige Gäste sind Grünfink, Kohlmeise, Blaumeise, Amsel, Türkentaube und Buntspecht. Dazu gab es eine einmalige Beobachtungen eines Eichelhähers und kurze Neugierbesuche ohne Nahrungsaufnahme einer Rabenkrähe. Bemerkenswert war auch der mehrmalige Besuch eines Eichhörnchens, das wie ein Gecko die Hauswand hinauf- und hinunterlief.
Eine Besonderheit, die die Fütterung im Frühjahr und Sommer ermöglicht, ist die Beobachtung der Jungvögel, die alsbald nach dem Verlassen der Nester von den Eltern an die Futterstelle gebracht werden. Dies konnte ich vor allem bei den Kohlmeisen beobachten, die etwa eine Woche die Jungvögel noch in der Nähe der Futterstelle füttern, bevor die Jungen schließlich erlernen, wie man sich selbst das Futter holt. Ein Höhepunkt der vergangenen Woche war der Besuch einer Buntspechtmutter mit ihrem Nachwuchsbuntspecht. Die Buntspechte fahren absolut auf Energiekuchen ab, mit denen sie auch die Jungspechte füttern. Heute sind mir einige Fotos dieses Geschehens gelungen. Man beachte die für junge Buntspechte charakteristische rote Kappe! Viel Spaß mit den Fotos:
20. Jun 2010
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Wörterbuch der Vogelarten Europas – Bird Dictionary Europe – Diccionario de Aves Europeas – Dictionnaire des Oiseaux Européens
Auf totontli.de steht jetzt eine Tabellarische Liste von 707 Vögelarten Europas, Nordafrikas und Vorderasiens in den vier Sprachen deutsch, englisch, spanisch und französisch zur Verfügung (“Wörterbuch der Vogelarten – Bird Dictionary”). Die Tabelle ist in alphabetischer Reihenfolge der deutschen Einträge geordnet und richtet sich daher vor allem an deutschsprachige Personen. Beim Erstellen dieser Vogelnamenssammlung in vier Sprachen habe ich zum einen Wert auf Vollständigkeit und zum anderen Wert auf die Qualität der Einträge gelegt. Dazu wurden die vier abgebildeten Bücher “Der neue Kosmos Vogelführer” & “Collins Bird Guide” & “Guía de Aves” & “Le guide ornitho” der Autoren Lars Svensson, Peter J. Grant, Killian Mullarney, Dan Zetterström ausgewertet, da diese ein komplettes Bild der Vogelwelt Europas, Nordafrikas und Vorderasiens abgeben. Teilweise wurden zum Erstellen der Liste auch Avibase, Wikipedia.org und The Internet Bird Collection (IBC) herangezogen. Somit stehen unter dem jeweiligen wissenschaftlichen Namen der Vogelart die Links zu den entsprechenden Einträgen dieser drei Datenbanken. Ich habe mich bemüht, zu jeder Vogelart den jeweils wichtigsten Namen in den vier Sprachen zu finden; dieser ist fett gedruckt. Weniger wichtige Namen sind teilweise auch aufgeführt, aber nicht fett gedruckt. Teilweise sind auch Unterarten (Subspezies) bei einigen Arten mit aufgelistet, die Unterarten wurden in Klammern gesetzt.
Die Tabelle ist in Eigenarbeit entstanden und soll interessierten (Hobby)-Ornithologen dienen. Die Liste steht unter einer CC-Lizenz, die keine kommerzielle Nutzung zulässt. Wer sich für die Nutzung der Liste und die investierte Arbeit und Zeit erkenntlich zeigen will:
Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) freut sich sicher über Spenden: 
English Version of this article:
Totontli.de presents a Table of the Bird Names of 707 Species of Europe, North Africa and Western Asia in the languages German, English, Spanish and French (“Wörterbuch der Vogelarten – Bird Dictionary”), also including the scientific names. The German entries of the table are ordered alphabetically. English, French and Spanish bird names are recommended to be found by means of the search function (CTRL+F) of the browser.
For setting up the table of the bird names in the four languages I paid particular attention to completeness and quality of the entries. For achieving this I analysed the four books that are depicted above: the bird guides of Lars Svensson, Peter J. Grant, Killian Mullarney and Dan Zetterström “Der neue Kosmos Vogelführer” & “Collins Bird Guide” & “Guía de Aves” & “Le guide ornitho” that give a complete overview of the birds of Europe, North Africa and Western Asia. In some cases I also consulted Avibase, Wikipedia.org and The Internet Bird Collection (IBC). As a consequence I added the links to these three databases next to the scientific name of the respective species. I made an effort to find the most important name of each bird species, this name is set in bold letters. Less important or less commonly used names are sometimes also listed in non-bold letters. Some species also contain information of subspecies whose names are given in brackets.
The table was drawn up by myself and is meant to be a tool for (hobby) ornithologists and birders. The table is published under a CC-licence which does not allow the use of this work for commercial purposes. Whoever would like to show appreciation for the invested time and work is kindly invited to make a donation to any society concerned with bird protection.
1. May 2010
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Vogelito Jimihendrixensis
Dass Gelbhaubenkakadus gerne zur passenden Musik einen kleinen Tanz aufführen, wurde ja an anderen Stellen bereits berichtet. Tanzen ist ja ganz nett, aber selbst musizieren macht noch viel mehr Spaß. Deshalb greift pickt der Gelbhaubenkakadu auch gerne mal in die Saiten:
Ganz nett der weiße Gitarrist, aber was dagegen ein Schwarm Zebrafinken krachtechnisch vollbringt, das lässt einen baldigen Woodstockauftritt erahnen; allerdings vermutlich ohne Gitarreanzünden.
Jimi Zebrix´ Soloauftritt ab 0:45. Wer mehr zu dieser Art Kunst wissen will, hier entlang bitte.
(via)
5. Feb 2010
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Flieg mit Steinadler, Wanderfalke und Habicht
Noch einmal faszinierende Bilder von der BBC, dieses mal in Form kurzer Filmbeiträge. Ornithologen haben Steinadlern, Wanderfalken und Habichten ultraleichte Kameras auf die Rücken montiert und so beeindruckende Aufnahmen aus der wirklichen Vogelperspektive erhalten. Erstaunlich wie rege sich der Steinadlerkopf während des Fluges umherbewegt:
Und hier das schnellste Tier der Erde, der Wanderfalke (im Film wird die Spitzengeschwindigkeit mit 240 km/h angegeben); und einer der filigransten Flieger, der Habicht, der mit ungeheurer Präzision durch den Wald manövriert:
(via Netzpolitik und KoopTech)
2. Feb 2010
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BirdGuides Photo of the Year 2009
Es gibt ja Unmengen Fotos von Vögeln im Internet, teilweise von höchster Qualität. Man hat sich schon an die große Menge exzellenter verfügbarer Bilder gewöhnt, so dass man nicht mehr allzu oft ins Staunen Gerät. Aber genau dies ist mir heute widerfahren als ich auf die Siegerbilder des Wettbewerbs BirdGuides Photo of the Year 2009 auf BBC hingewiesen wurde. Das erste Foto der BBC-Klickstrecke hatte ich einem neuen Pixar-Animationsfilm zugerechnet, so seltsam sieht das aus. Dabei handelt es sich um ein Foto von einem echten Papageientaucher. Das Siegerbild des Wettbewerbs stellt zwei kämpfende Jagdfasane dar und erinnert an ein Gemälde aus vergangenen Jahrhunderten, das man sich ins Jagdzimmer gehängt hätte. BirdGuides schreibt auf seiner Webseite, dass für den Wettbewerb 2009 sage und schreibe 39387 Fotos von 1888 Vogelarten angenommen wurden.
30. Jan 2010
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Birding Babylon
Premiere in diesem Blog: Eine parallele Doppelveröffentlichung im Hauptblog und im ornithologischen Unterblog “Totontlis“, weil es sich um einen themenübergreifenden Eintrag handelt.
Es geht um das kleine Büchlein “Birding Babylon” des US-Soldaten Jonathan Trouern-Trend, Untertitel: “A Soldier´s Journal from Iraq”. Jonathan Trouern-Trend ist seit Kindesbeinen an begeisterter Vogelbeobachter (birder) und war in den Jahren 2004/2005 für zwölf Monate im Irak stationiert. Seine Freizeit nutzte er für ornithologische Ausflüge in die Vogelwelt des Irak, die er in seinem eigens dafür eingerichteten Webblog “Birding Babylon” verarbeitet hat. Durch den Erfolg seines Blogs wurde der Soldat Trouern-Trend schließlich dazu ermutigt, aus seinen Erfahrungen ein kleines Buch zu machen, das 2006 in den USA und schließlich 2009 in Deutschland erschienen ist.
Für das Büchlein wurden die besten Blogeinträge von 2004/2005 noch einmal editiert und mit kleinen schwarz-weißen Vögelbildchen versehen. Der Autor beschreibt in seinem Tagebuch die beobachteten Vögel und deren Verhalten, was für Vögelfans sicher interessant ist, sich aber stellenweise etwas langweilig liest. Hier hätte es vielleicht gut getan, nicht nur über die ornithologischen Exkusionen zu berichten, sondern auch über den Kontakt mit den einheimischen irakischen Naturliebhabern. Denn genau das wird im Vorwort angedeutet, bleibt aber dann im Buch selbst aus; lediglich an zwei oder drei Stellen bemerkt der Autor so etwas wie: “..deshalb nennen die Iraker diesen Vogel auch …”. Es kann natürlich auch sein, dass Trouern-Trend nicht über Kontakte mit der irakischen Bevölkerung berichten durfte oder wollte. Am Ende des Buches befindet sich noch ein Verzeichnis der von Trouern-Trend beobachteten Vögel mit kurzer Beschreibung der von ihm besuchten irakischen Beobachtungsgebiete. Es ist auf jeden Fall schön zu lesen, dass in all dem Kriegswahnsinn wenigstens die Vögel normal weitermachen und sich einen Dreck um die Dummheit der Menschen scheren und es ist auch auch beruhigend, dass es Soldaten gibt, die sich mit dem besetzten Land und seiner Natur auseinandersetzen. In seinem Vorwort schreibt der Autor: “I hope to return to Iraq one day armed only with binoculars and camera. [...] No matter how long it takes to get to that future. I know the birds will be waiting.”
Den letzten Blogeinträgen nach zu urteilen, verweilt der Autor seit Oktober 2009 wieder im Irak.
Das Buch ist in Deuschland sowohl in der englischen Originalfassung als auch auf deutsch erhältlich; jeweiliger Preis: knapp 8 Euro. Entdeckt im Heft 01/2010 des Vögel Magazins.
17. Jan 2010
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Vogelbeobachtung in Mexiko-Stadt: Lago Huetzalin / Cuemanco / Xochimilco
Das sollte man nicht unbedingt erwarten: Man kann in der größten Stadt Amerikas wunderbar und in aller Ruhe Vögel beobachten (pajarear). Und zwar nicht nur kleine Singvögel sondern besonders große Wasservögelarten. Im Süden von Mexiko-Stadt liegt der Huetzalinsee (Lago Huetzalin) im Öko-Park von Xochimilco (Parque Ecológico de Xochimilco). Der Ort Xochimilco ist bei Ausflüglern sehr beliebt, da man sich auf pittoresken, bunt angemalten und reich geschmückten Booten durch das dortige Kanal- und Seesystem fahren lassen kann. Die meisten Besucher nutzen den Ausflug nach Xochimilco für ein Picknick mit ausgiebigem Umtrunk auf dem Boot. Dank Insiderhinweisen bin ich nicht zum Hauptanlegepunkt Xochimilcos gefahren sondern zum ruhigeren Landesteg Cuemanco (Embarcadero Cuemanco), welcher direkt an der olympischen Ruderstrecke (Pista Olimpica) liegt. Es empfiehlt sich für den Vogelbeobachter, früh vor Ort zu sein, da ab Mittag die Besucherzahl stark ansteigt.
Zu den Arten: Vor allem zu beobachten sind verschiedene Reiherarten. Die Reiher in Cuemanco sind nicht sehr scheu, so dass man mit dem Boot recht nah an sie heranfahren und gute Fotos schiessen kann. Ein besonders Aussehen weist der gedrungene Nachtreiher auf, der in spanisch den lustigen Namen „perro de agua“ (Wasserhund) trägt. Bemerkenswert am Nachtreiher sind seine antennenartigen Nackenfedern. Mit am beeindruckendsten ist der enorm große Silberreiher, der bis zu einem Meter groß wird und eine Flügelspannweite von bis 170 Zentimeter aufweist. Auch den wesentlich kleineren aber ähnlich aussehenden Kuhreiher kann man an den Kanälen rund um den Huetzalinsee beobachten. Höhepunkt des Ausflugs war eine Vierergruppe von Nashornpelikanen, die mit einer Flügelspannweite von fast bis 3 Metern zu den größten Wasservögeln überhaupt zählen. Bemerkenswert ist das soziale Verhalten der Pelikane; so konnte ich den Vier beim Fischen in der Gruppe zusehen. Die Köpfe der Vögel tauchen dabei meistens zeitgleich unter. Laut einheimischem Führer kommen die Nashornpelikane erst seit vier Jahren zur Überwinterung in das Gebiet um den Huetzalinsee.
Außer den bereits erwähnten Vögeln waren mehrere Wüstenbussarde am Himmel kreisend unterwegs. Weitere beobachtete Wasservögel: Das unseren europäischen Bläßhühnern sehr ähnliche amerikanische Bläßhuhn, die Teichralle und der Keilschwanz-Regenpfeifer. Singvögel: Der faszinierend intensiv rot gefärbte Rubintyrann; der Rotschulterstärling; die stets rege im Wasser plantschende Singammer; und verschiedene Warbler-Arten, die ich nicht näher bestimmen konnte.
Auf den an die Kanäle angrenzenden Inseln werden vorwiegend Rinder gehalten (zur Freude der Kuhreiher) und teilweise Gemüse und Blumen angebaut (xochitl = Blume in nahuatl; Xochimilco = Blumenfeld).
Zum ornithologischen Ausflug rund um den Huetzalinsee sei noch das exzellente und handliche Buch „Aves Comunes de la Ciudad de México“ empfohlen, das die wichtigsten Vogelarten von Mexiko-Stadt aufführt und beschreibt in welchem der 18 Vogelbeobachtungsgebiete der Stadt sie anzutreffen sind. Dabei ist es besonders vorteilhaft, dass das Buch zweisprachig in spanisch und englisch verfasst ist, so dass man gleich die Namen der Vögel in zwei Sprachen lernt. Sogar die Namen der Vögel in nahuatl sind mit angegeben.
Wir hatten in Cuemanco zu viert ein Boot mit Steuermann für 2 Stunden 40 Minuten gemietet. Kostenpunkt: 540 Pesos (ca. 27 Euro, Stand Dez. 2009).
1. Jan 2010
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Der Kormoran – Vogel des Jahres 2010
Der Kormoran löst im nächsten Jahr den Eisvogel als Vogel des Jahres ab, denn der Naturschutzbund Deutschland e. V. (NABU) und der Landesbund für Vogelschutz in Bayern haben den Kormoran zum „Vogel des Jahres 2010“ gewählt. Laut Bayrischem Rundfunk stieß die Wahl bei Fischereiverbänden und der bayerischen Staatsregierung auf Kritik. Landwirtschaftsminister Brunner nannte die Wahl “nicht nachvollziehbar”. Der Kormoran sei nicht gefährdet, bedrohe aber seinerseits Fischarten.
Wobei “stieß auf Kritik” etwas milde formuliert ist, manches Fischereiverbandsmitglied tobt:
9. Oct 2009
Posted in: Arten-Europa, Sonstiges, Vögel
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