Archive for April, 2012

Foto des Tages VI: Das Rotkehlchen

Ich meine, mich zu erinnern, dass das Vögel-Magazin vor ein paar Jahren einmal eine Umfrage zur Wahl des beliebtesten einheimischen Vogels gemacht hat. Gewonnen hatte damals das Rotkehlchen (Erithacus rubecula). Aus meiner Sicht tragen zu diesem Sieg etliche Faktoren bei: Zuerst einmal natürlich die hübsche orange Brustfärbung, dann die großen schwarzen Kulleraugen. Zudem ist das Rotkehlchen verhältnismäßig wenig scheu. Bei mir zu Hause hüpfte einmal ein Rotkehlchen auf der Terrasse herum, saß alsbald schon auf dem Rahmen der geöffneten Terrassentür und lugte neugierig ins Wohnzimmer herein. Sowas ist natürlich durchaus sympathisch. Dann finden viele noch den hübschen Gesang des Rotkehlchens sehr ansprechend; dieser wird meist als silbrig-perlend beschrieben und vom Sänger manchmal bis spät nachts vorgetragen. Schließlich ist das Rotkehlchen noch das ganze Jahr zu beobachten, obwohl es sich vorzugsweise von Insekten und Würmern ernährt. Im Winter wird die Nahrung dann eben umgestellt, was dazu führt, dass das Rotkehlchen auch ein häufiger Gast am Futterhaus ist. Im Winter plustert sich das Rotkehlchen auch gerne sehr auf, so dass es einer flauschigen Kugel mit Schnabel und Augen gleicht. Das erhöht natürlich auch noch einmal den Niedlichkeitsfaktor und damit seine Beliebtheit.

Rotkehlchen_12_02_2012


European Robin / Rotkehlchen / Petirrojo europeo / Rougegorge familier · Erithacus rubecula

12. Februar 2012 · Neubiberg / Bayern / Deutschland

Nikon D90 + Nikkor 70-300 mm · 300 mm · F/5,6 · 1/1250 sec · ISO 400

April 26, 2012 · Totontli · No Comments
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Foto des Tages V: Blaumerle (kein Steinrötel!) am Gate 11

Beginn des Blogeintrags mit einem Nachtrag vom 10. August 2012: Dank des Hinweises von Anja Sliwa aus Osaka wurde ich darauf aufmerksam, dass es sich beim unten gezeigten Vogel nicht – wie erst angenommen – um einen Steinrötel (Monticola saxatilis) sondern um eine Blaumerle (Monticola solitarius) der Unterart philippensis handelt. Damit erübrigen sich all die Fragen und Überlegungen, um das Auftauchen eines Steinrötels in Japan, die ich im April 2012 anstellte. Dass es sich um eine Blaumerle handeln könnte, hatte ich zu Beginn gleich ausgeschlossen, da die europäischen Blaumerlenmännchen kein Rotbraun am Bauch zeigen. Mit einer so anders gefärbten asiatischen Unterart hatte ich nicht gerechnet. Hier der alte Eintrag vom April 2012:

Es gibt durchaus bizarre ornithologische Begegnungen. Als Kind bin ich beim Spielen im Wald fast einmal auf einen Jagdfasan getreten, der dann sehr laut schreiend aufflog und mir einen gehörigen Schreck versetzte. Letzte Woche kam so eine seltsame Begegnung hinzu. Am Flugsteig in Osaka auf das Boarding wartend sah ich plötzlich einen kleinen Vogel umherfliegen. Das ist ja jetzt nicht so ungewöhnlich. Auch am Münchner Flughafen fliegen immer mal wieder Haussperlinge oder Straßentauben in den Hallen herum. Als ich dann bemerkte, dass es sich wohl um einen Steinrötel (Monticola saxatilis) handelt, war ich doch verblüfft. Zum einen gilt das Vorkommen von Steinröteln in Japan laut Fachliteratur als „extremely rare“ bzw. „accidential“. Zum anderen wird zumindest für die europäischen Steinrötel beschrieben, dass sie vor allem im Gebirge und Bergland vorkommen. Dagegen befindet sich der Kansai International Airport (KIX) auf einer künstlich aufgeschütteten Insel im Meer, also auf Meeresniveau. Es wäre doch interessant, welche Geschichte dieser Steinrötel hat. Ist er vielleicht an Bord einer Maschine gewesen? Oder musste er aus einem Käfig freigelassen werden? In der Wikipedia wird angeführt, dass die Ausrottung des Steinrötel in Deutschland um 1900 wohl mit der damaligen Mode zusammenhänge, attraktive Singvögel in Käfigen zu halten. Vielleicht ist dies in Asien noch heute so? Oder er ist auf dem Zug nach Norden etwas vom Weg abgekommen und hat einen Zwischenstop in Japan eingelegt? Fragen über Fragen…

Blaumerle_19_04_2012


Blue Rock Thrush philippensis / Blaumerle philippensis / Roquero solitario philippensis / Monticole bleu philippensis · Monticola solitarius philippensis

19. April 2012 · Gate 11, Kansai International Airport / Ōsaka / Ōsaka Präfektur / Japan

Nikon D90 + Nikkor 70-300 mm · 300 mm · F/5,6 · 1/40 sec · ISO 400

April 25, 2012 · Totontli · One Comment
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Foto des Tages IV: Münchner Mönchsgrasmücken

Damit hier nicht nur Greifvögel und große Wasservögel ferner Länder zum Zuge kommen, gibt’s heute zur Abwechslung mal einen kleinen einheimischen Singvogel. Es ist mein Lieblingsfrühlingsbote, denn wenn sein melodischer, flötender Gesang aus den Büschen dringt, weiß man: jetzt kommen die wärmeren Tage. Es handelt sich um die Mönchsgrasmücke (Sylvia atricapilla), die ich dieses Jahr am 29. März zum ersten mal im Garten singen hörte. Der Vogel sieht ziemlich unspektakulär aus, recht grau; der einzige Blickfang ist die schwarze Kappe beim Männchen und die braune Kappe beim Weibchen. Da sich nicht so vogelbeobachtungsaffine Zeitgenossen immer wieder mal über den seltsamen Namen „Grasmücke“ wundern, sei das hier auch noch erklärt. Das Ganze hat nichts mit einer Mücke zu tun, die im Gras lebt. Das wäre ja auch ziemlicher Quatsch, einen Vogel so einzuordnen und zu benennen. Man setze die geistige Worttrennung besser so an: Gra-Smücke. Das kommt wohl aus einer bereits abgelaufenen Version des deutschen und hieß einmal „gra smuka“, was soviel bedeutet wie „Grauer Schlüpfer“. Wobei mit dem Schlüpfer natürlich nicht die Unterwäsche, sondern eher die Art des sich Bewegens gemeint ist. Denn die grauen Grasmücken schlüpfen gerne durch dichtzweigige Büsche und Hecken. Die folgenden Fotos eines singenden Mönchsgrasmückenmännchens und eines umherschlüpfenden Mönchsgrasmückenweibchens sind schon über ein Jahr alt und entstanden im Friedhof am Perlacher Forst.

Mönchsgrasmücke


Blackcap / Mönchsgrasmücke / Curruca capirotada / Fauvette à tête noire (♂) · Sylvia atricapilla

06. April 2011 · Friedhof am Perlacher Forst / München / Bayern / Deutschland

Nikon D90 + Nikkor 70-300 mm · 300 mm · F/5,6 · 1/1600 sec · ISO 400

Mönchsgrasmücke


Blackcap / Mönchsgrasmücke / Curruca capirotada / Fauvette à tête noire (♀) · Sylvia atricapilla

06. April 2011 · Friedhof am Perlacher Forst / München / Bayern / Deutschland

Nikon D90 + Nikkor 70-300 mm · 300 mm · F/5,6 · 1/160 sec · ISO 400

April 24, 2012 · Totontli · No Comments
Tags:  · Posted in: Arten-Europa, Fotos, Mönchsgrasmücke

Foto des Tages III: Braunpelikan in der Bahía Chahué (Mexiko)

Und noch ein Foto aus der Gegend von Huatulco, Mexiko, genauer gesagt von der Bahía Chahué: ein Braunpelikan (Pelecanus occidentalis). Der Braunpelikan ist der kleinere der beiden in Nordamerika vorkommenden Pelikane (der andere ist der Nashornpelikan (Pelecanus erythrorhynchos)). Den Braunpelikan kann man oft in größeren Gruppen antreffen, die dann auch zusammen jagen. Dabei ist der Braunpelikan der einzige Pelikan weltweit, der seine Beute tauchend erbeutet. Dazu taucht er aus einer Höhe von etwa 10 Metern mit angelegten Flügeln ins Wasser. Besonders beeindruckend finde ich, wie knapp über der Wasseroberfläche der Braunpelikan zu fliegen vermag, ohne dass er von Wellen ins Wasser gerissen wird. In Mexiko sieht man den Braunpelikan sowohl an der Pazifikküste als auch an den karibischen Küsten. Obwohl es heisst, der Braupelikan sei recht unauffällig gefärbt, finde ich ihn doch relativ farbenfroh, zumindest am Kopf:

Braunpelikan_24_02_2012_klein


Brown Pelican / Braunpelikan / Pelícano pardo o Pelícano alcatraz / Pélican brun · Pelecanus occidentalis

24. Februar 2012 · Huatulco / Oaxaca / México

Nikon D90 + Nikkor 70-300 mm · 170 mm · F/8 · 1/4000 sec · ISO 640

April 23, 2012 · Totontli · No Comments
Tags:  · Posted in: Arten-Amerika, Braunpelikan, Fotos

Foto des Tages II: Fischadler an der mexikanischen Pazifikküste bei Huatulco

Der Fischadler (Pandion haliaetus) ist ein Weltbürger. Er ist auf allen Kontinenten zu finden außer auf der Antarktis natürlich. In Deutschland konnte ich schon einen Fischadler am Ismaninger Speichersee beobachten und in Mexiko sah ich diesen schön schwarz-weiß gefärbten Vogel sowohl an der Karibikküste Mexikos als auch zuletzt an der mexikanischen Pazifikküste. Das folgende Foto stammt aus der Nähe von Huatulco, wo ich einen Fischadler bei der Jagd im Ozean beobachten konnte. Sein Sturzflug mit vorausgestreckten Fängen ins Wasser ist ein sehr eindrucksvolles Schauspiel. Prompt nach der Jagd wurde der Adler von Prachtfregattvögeln attackiert, die ihm die Beute abnehmen wollten, aber nach kurzer Zeit aufgaben.

Fischadler_29_02_2012


Osprey / Fischadler / Aguila Pescadora / Balbuzard pêcheur · Pandion haliaetus

29. Februar 2012 · Huatulco / Oaxaca / México

Nikon D90 + Nikkor 70-300 mm · 300 mm · F/6,3 · 1/1600 sec · ISO 400

April 22, 2012 · Totontli · No Comments
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Foto des Tages I: Schwarzohrmilan in Kyoto

Nachdem mein Blog momentan etwas durchhängt, werde ich beginnen, ein paar Fotos von meinen Vogelbeobachtungen zu posten. Wer mehr Fotos sehen will, sei auf den Posterous-Fotoblog verwiesen.

Los geht es mit einem Schwarzohrmilan (Milvus migrans lineatus), einer Unterart des uns bekannten Schwarzmilans (Milvus migrans), der vom Frühjahr bis Herbst auch in Deutschland vorkommt. Manchmal wird der Schwarzohrmilan auch als eigene Art eingeordnet. Gesehen habe ich den hübschen Burschen im Park des Kaiserpalastes in Kyoto, Japan. Dort flogen einige Schwarzohrmilane umher und waren gar nicht scheu, so dass man ganz passable Fotos hinbekommen konnte.

Schwarzohrmilan_12_04_2012


Black-eared Kite / Schwarzohrmilan / Milano negro lineatus / Milan noir lineatus · Milvus migrans lineatus

12. April 2012 · Imperial Palace Park / Kyōto / Kyōto Prefecture / Japan

Nikon D90 + Nikkor 70-300 mm · 300 mm · F/6,3 · 1/2500 sec · ISO 400

April 21, 2012 · Totontli · No Comments
Tags:  · Posted in: Arten-Asien, Fotos, Schwarzmilan