Rothalsgänse am Flaucher in München
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Eines meiner alltäglichen Standardbeobachtungsgebiete ist die Isar in München, speziell der Abschnitt zwischen Brüdermühlbrücke und der Tierparkstraßenbrücke. Sehr bekannt ist diese Gegend als Flaucher. Trotz der zentralen Lage gibt das Gebiet ornithologisch einiges her; so konnte ich dort sogar u.a. Eisvogel und Bergpieper sehen.
Jedes mal wenn ich zum Flaucher gehe, erfreut mich der Anblick zweier Rothalsgänse (Branta ruficollis), die sich inmitten vieler Höckerschwäne, Stockenten und Graugänse aufhalten. Lange vermutete ich, dass die beiden Rothalsgänse wohl aus dem sehr nahen Tierpark Hellabrunn geflohen sind, denn sie waren auch beringt. Nach mehreren Ableseanstrengungen der Ringe mit dem Teleobjektiv der Kamera konnte ich schließlich eine Anfrage bei Proring
(Verein der Freunde und Förderer der wissenschaftlichen Vogelberingung e.V.) stellen. Frau Dr. Susanne Homma antwortete mir, dass die beiden Rothalsgänse von einem nicht näher zu bestimmenden Geflügelzüchter stammen. Dabei ließ sich noch am Ring einer Gans ablesen, dass sie im Jahr 2007 geschlüpft ist. Also sind die beiden Rothalsgänse wohl von dort entflogen und haben jetzt am Flaucher ihre neue Heimat gefunden. Der einen der beiden Gänse fehlen übrigens einige Federn an der Stirn.
Sonst zählen freilebende Rothalsgänse in Deutschland zu den sehr besonderen Beobachtungen, da sie in der arktischen Tundra Russlands brüten und zur Überwinterung in Richtung Schwarzes Meer fliegen. Deshalb tauchen Rothalsgänse nur sehr selten in Deutschland auf, und wenn dann in Norddeutschland als Einzelvögel in Trupps anderer Gänsearten (meist sind das Ringelgänse). Das Vogelbestimmungsbuch “Svensson” schreibt, dass regelmäßig auch Gefangenschaftsflüchtlinge gesehen werden, „da diese hübsche Gans oft als Ziergeflügel gehalten wird“. Quod erat demonstrandum.
4. Feb 2011
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Totontli ·
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