Archive for Februar, 2011

Bläßhuhn als Eisbrecher

Im Nymphenburger Schlosspark konnte ich neulich lustige Beobachtungen machen. Die Sonne schien relativ stark; das führte dazu, dass die Eisdecke der zugefrorenen Seen recht dünn wurde. Die Enten und Rallen, die sich auf dem dünnen Eis befanden, brachen also immer wieder ein und saßen dann in einem Wasserloch inmitten einer größeren Eisfläche. Was folgte, war der Versuch wieder auf das Eis hochzusteigen, was natürlich scheiterte, da es dünn und brüchig war. Letztlich mussten sich die Wasservögel also den Weg wie ein Eisbrecher durch das Eis bahnen. Kurz nach dem Einbrechen schaute das bei einem Bläßhuhn so aus:

Februar 24, 2011 · Totontli · No Comments
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Neu: Totontli’s Fotoblog auf Posterous

Parallel zum schon lange bestehenden Interesse an der Vogelbeobachtung hat sich bei mir immer mehr Freude an der Naturfotografie eingestellt. Seit Bestehen des Blogs hatte ich immer wieder einige ausgewählte, selbst aufgenommene Vogelfotos auf Twitpic, Flickr und Facebook eingestellt. Diese Fotokleckerei hat mich nie zufrieden gestellt und endet nun, denn seit gestern werden Fotos, außer an dieser Stelle, nur noch auf einem Totontli-Posterousblog veröffentlicht. Viel Spaß beim Fotoschauen!

Februar 22, 2011 · Totontli · No Comments
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Vogelstimmentrainer (Musikverlag Edition Ample)

Jetzt da der Frühling immer näher rückt und die Vögel von Tag zu Tag mehr singen, lohnt sich die Beschäftigung mit deren Rufen und Gesängen. Bald sind die Bäume wieder voller Blätter und die Singvögel sind schwerer zu entdecken und manchmal überhaupt nicht zu sehen. Damit wird die Vogelstimme wieder ein wichtigeres Bestimmungs- und Beobachtungswerkzeug. Ich hatte vor einiger Zeit über im Netz frei verfügbare und selbst zu bastelnde Vogelstimmentrainer berichtet, zuletzt auch über eine Vogelstimmen-DVD von Kosmos.

Heute aber soll das Thema der Vogelstimmentrainer des Musikverlags Edition Ample sein. Das Programm kann hauptsächlich auf zwei Weisen benutzt werden: Zum ist es ein Nachschlagewerk (Vogellexikon) von einzelnen Vogelarten, ihrer Rufe und Gesänge; zum anderen ist ein Vogelstimmentrainer integriert. Das Programm enthält Gesänge und Rufe von 175 heimischen Vogelarten und gliedert diese nach sechs Lebensräumen. Dabei kommen manche Vögel in mehreren Lebensräumen vor, so ist die Amsel in den Lebensräumen „Häuser, Garten, Grünanlagen“, „Feld und Flur“ und „Wald“ zu finden. Ein sehr gelungenes Feature des Vogellexikons ist die Anordnung der Vögel des jeweiligen Lebensraums nach Häufigkeit. So muss man als Anfänger nicht lange in Listen herumsuchen, denn wahrscheinlich sucht man meistens nach einem der häufigeren Vögel, also ganz oben in der Liste. Die Qualität der Vogelstimmen und Rufe ist sehr gut; zu vielen Arten gibt es mehrere Gesänge und Rufe zu hören (z.B. die Kohlmeise mit 9 Gesängen und 5 Rufen). Allgemein ist die Navigation durch das Programm sehr eingängig und von knappen hilfreichen Anweisungen begleitet. Das Vogellexikon kann pro Lebensraum in zwei Modi aufgerufen werden: Einmal gibt es einen Überblick von jeweils 8 Vogelarten in einem Fenster, man kann aber auch die Detailanzeige wählen und jede Vogelart einzeln betrachten.

Der Trainer selbst lässt sich recht genau konfigurieren (siehe Screenshot). Man kann den Lebensraum wählen bzw. gleich alle Lebensräume, das Bild des zu erkennenden Vogel lässt sich ab- und anschalten, es können zwei Schwierigkeitsstufen eingestellt werden und man kann die Menge der Multiple-Choice-Antworten auf 3, 6 oder 9 setzen. So findet jeder Trainierende sicher seine eigene passende Einstellung, um sinnvoll Vogelstimmen zu trainieren. Beim Trainer hätte man sich vielleicht noch eine Auswertungsfunktion gewünscht, um den eigenen Lernfortschritt zu überprüfen. So etwas ist im Programm nicht enthalten, man klickt sich einfach von Frage zu Frage durch.

Das Programm benötigt keine Installation sondern kann direkt von der CD-ROM aus gestartet werden. Das ist aber mühsam, da die sich geräuschvoll drehende CD-ROM erstens das Zuhören stört, zweitens stoppt die CD zwischendrin immer wieder und man kann den Test nicht flüssig durchführen. Die Lösung besteht darin, dass man sich das Programm einfach auf die Festplatte in einen Ordner kopiert und von dort aus startet (Datenmenge ca. 0,5 GB). Beim Direktdownload des Programms von der Verlagswebseite entfällt das natürlich. Als Nachteil des Programms kann man die festgelegte Fenstergröße des Programms betrachten; diese ist immer 800×600 Pixel, so dass man auf einem großen, hochauflösenden Bildschirm nur ein recht kleines Fenster zu sehen bekommt. Für eine bildschirmfüllende Anzeige muss man also die eigene Bildschirmanzeige runterregeln. Die Systemanforderungen des Programms sind sehr gering, was man auch als Vorteil sehen kann, denn damit läuft der Vogelstimmentrainer auch auf älteren Rechnern.

Wer sich auf den zwitschernden Vogelfrühling vorbereiten will, kann mit dem Trainer einige nette Trainingsstunden absolvieren und wird danach sicher etwas dazugelernt haben. Aber bitte nicht vergessen, selbst rauszugehen und in der Natur Vogelstimmen zu hören!

Das Programm kann von Ample auf CD-ROM über Versand für 24,95 EUR oder für 19,95 EUR per Download bezogen werden. Herzlichen Dank an Tierstimmen.de für das Rezensionsexemplar!

Februar 14, 2011 · Totontli · No Comments
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Wasseramsel bei der Nahrungssuche

Die Wasseramsel (Cinclus cinclus) ist ein faszinierender Vogel. Wenn man ihr bei der Nahrungssuche zusieht, ist man sich manchmal nicht sicher, ob man ein Amphibium oder wirklich einen Vogel vor sich hat. Gestern konnte ich zwei Wasseramseln im Englischen Garten in München beobachten: eine nördlich vom Föhringer Wehr am Westufer der Isar; die andere Wasseramsel, die auf Foto und im Film dargestellt ist, war hinter dem Seehaus an einem kleinen Bach zugange. Wasseramseln ernähren sich von Wasserinsekten, die sie auf verschiedenen Wegen erbeuten. Ein Weg ist das sogenannte Wasserlugen, d.h. die Wasseramsel steckt einfach mal den Kopf ins Wasser und schaut, ob es was zu fressen gibt. Die andere Methode, und hier wären wir beim Amphibium, ist das Tauchen. Die Wasseramsel hüpft ins Wasser und sucht am Grund nach Insekten. Dabei geht sie am Boden umher und wendet u.a. Steine. Immer wieder taucht sie kurz zum Luftholen auf.

Es folgt das Video, das ich gestern aufnehmen konnte. Die Distanz war nicht gering, von daher empfehle ich, es auf HD-Modus und Vollbildschirmanzeige anzuschauen. Kurze Erklärung: Zunächst sitzt die Wasseramsel auf einem wassernahen Zweig und streckt sich noch einmal ausgiebig (ab 0:04); dann (ab 0:12) kann man noch ein wasseramseltypisches Verhalten sehen: das sogenannte Knicksen, d.h. die Wasseramsel wippt im Fersengelenk. Der Sinn dieses Verhaltens ist noch nicht voll geklärt, es wird aber vermutet, dass es eine kommunikative Funktion erfüllt (ähnlich dem Schwanzwippen der Stelzen). Ab 0:21 erfolgt der erste kurze Tauchgang, auf den kurzes, bereits erwähntes Wasserlugen (ab 0:29) folgt. Schließlich (ab 0:34) kommt ein ausgiebiger Tauchgang, bei dem die Wasseramsel immer wieder kurz an der Oberfläche erscheint. Viel Spaß mit dem Video:

(aufgenommen am 10.02.2011 im Englischen Garten in München)

Wer einen qualitativ hochwertigeren Wasseramselclip mit Ton sehen will, schaut bitte bei Fuchsfilm rein. Viele tolle Wasseramselfilmchen gibt es auch in der Internet Bird Collection.

Februar 11, 2011 · Totontli · 3 Comments
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Neulich an der Pfütze (2)

Nach der erfolgreichen Vertreibung der Finken genießt die Wacholderdrossel in vollen Zügen ihr Bad (So seh’n Sieger aus, schalalalala…):

(aufgenommen am 07.02.2011 im Friedhof am Perlacher Forst in München)

Februar 9, 2011 · Totontli · One Comment
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Neulich an der Pfütze

Wenn Grünfink und Buchfink…

Pfützenschlacht 1

…sich um die Pfütze streiten…

Pfützenschlacht 2

…kommt der Dritte in Gestalt einer Wacholderdrossel und nimmt ein Bad.

Pfützenschlacht 3

(aufgenommen am 07.02.2011 im Friedhof am Perlacher Forst in München)

Februar 8, 2011 · Totontli · No Comments
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Gänsesäger putzt sich

Gestern im Nymphenburger Schlosspark waren drei Gänsesägermännchen und drei Gänsesägerweibchen am Kanal unterwegs. Einem Männchen konnte ich sehr schön beim sich putzen zusehen. Ganz witzig: Bei 0:05 macht der hübsche Vogel fast den unfreiwilligen Abgang in den Schlosskanal, da er vor lauter Putzenthusiasmus das Gleichgewicht verliert. Ab 0:17 kann man bei genauem Hinsehen die Bürzeldrüse erkennen; und bei 0:24 habe ich den Eindruck, dass er eine Flatulenz nach außen lässt.

Gänsesäger (Mergus merganser) sehe ich in München regelmäßig am Flaucher und im Nymphenburger Schlosspark. Beide Geschlechter im Prachtkleid sind sehr hübsche Vögel. Aber ich hoffe, dass ich bald sowas hier beobachten kann (das Foto wurde an der Isar aufgenommen, via Naturgucker).

Februar 7, 2011 · Totontli · No Comments
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Rothalsgänse am Flaucher in München


Eines meiner alltäglichen Standardbeobachtungsgebiete ist die Isar in München, speziell der Abschnitt zwischen Brüdermühlbrücke und der Tierparkstraßenbrücke. Bekannt ist diese Gegend unter dem Namen Flaucher. Trotz der zentralen Lage gibt das Gebiet ornithologisch einiges her; so konnte ich dort sogar schon Eisvögel und Bergpieper sehen.

Jedes mal wenn ich zum Flaucher gehe, erfreut mich der Anblick zweier Rothalsgänse (Branta ruficollis), die sich inmitten vieler Höckerschwäne, Stockenten und Graugänse aufhalten. Lange vermutete ich, dass die beiden Rothalsgänse wohl aus dem sehr nahen Tierpark Hellabrunn geflohen sind, denn sie sind auch beringt. Nach mehreren Ableseanstrengungen der Ringe mit dem Teleobjektiv der Kamera konnte ich schließlich eine Anfrage bei Proring (Verein der Freunde und Förderer der wissenschaftlichen Vogelberingung e.V.) stellen. Frau Dr. Susanne Homma antwortete mir, dass die beiden Rothalsgänse von einem nicht näher zu bestimmenden Geflügelzüchter stammen. Dabei ließ sich noch am Ring einer Gans ablesen, dass sie im Jahr 2007 geschlüpft ist. Also sind die beiden Rothalsgänse wohl von dort entflogen und haben jetzt am Flaucher ihre neue Heimat gefunden. Einer der beiden Gänse fehlen übrigens einige Federn an der Stirn.

Sonst zählen freilebende Rothalsgänse in Deutschland zu den sehr besonderen Beobachtungen, da sie in der arktischen Tundra Russlands brüten und zur Überwinterung in Richtung Schwarzes Meer fliegen. Deshalb tauchen Rothalsgänse nur sehr selten in Deutschland auf, und wenn dann in Norddeutschland als Einzelvögel in Trupps anderer Gänsearten (meist sind das Ringelgänse). Das Vogelbestimmungsbuch „Svensson“ schreibt, dass regelmäßig auch Gefangenschaftsflüchtlinge gesehen werden, „da diese hübsche Gans oft als Ziergeflügel gehalten wird“. Quod erat demonstrandum.

Februar 4, 2011 · Totontli · 4 Comments
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