Why we fight (Eugene Jarecki)

Aus meiner Sicht sind die zwei bedeutendsten Geißeln der Menschheit, die der Mensch selbst zu lösen imstande wäre, die Ungleichverteilung der Ressourcen dieser Erde und der Krieg. Diese beiden Geißeln scheinen mir im Gegensatz zu solchen Dingen wie unheilbaren Krankheiten zu stehen, deren Lösung nicht allein in des Menschen Hand liegt, da zum Beispiel zur Heilung von Krebs wohl auch noch wissenschaftliches Glück vonnöten ist. Nicht so bei Krieg. Wenn sich Menschen und Völker der Erde wie auch immer morgen zur Bannung von kriegerischen Auseinandersetzungen entschlössen, dann wäre Krieg morgen Geschichte.

Momentan hat in Deutschland eine Äußerung des deutschen Bundespräsidenten Wellen geschlagen, die impliziert, dass wirtschaftliche Interessen einen militärischen Einsatz begründen können. Eigentlich ist vielen spätestens seit “no blood for oil” klar, dass Kriege auch (oder vor allem?) aus wirtschaftlichen Interessen begonnen werden. Jedoch ist in Deutschland eine “neue Stufe der Vergangenheitsbewältigung” erreicht, wenn das deutsche Staatsoberhaupt dies offen ausspricht und sich damit den gesetzlichen Vorschriften des deutschen Grundgesetzes entgegenstellt. Inzwischen ist schon recht viel über die Aussage von Horst Köhler im Blätter- und Digitalwald diskutiert worden, so dass ich an dieser Stelle nur noch auf einen sehenswerten Film verlinken möchte, der genau diesen Kontext “Krieg/Wirtschaft” thematisiert. Es handelt sich um den Film “Why we fight” aus dem Jahr 2005 von Eugene Jarecki. Jareckis Film thematisiert vor allem den militärisch-industriell-kongressionellen Komplex der USA und seinen ungeheuerlichen Einfluss auf die Innen- und Außenpolitik dieses Staates. Interessanterweise stammt der Begriff des militärisch-industriellen Komplexes von einem Militär, nämlich von Präsident und Ex-General Eisenhower, der in seiner Abschiedsrede vom 17. Januar 1961 ausdrücklich vor den Einflüssen des militärisch-industriellen Komplexes in den USA warnte. Wer den Film im englischen Original ansehen möchte, klickt hier. Sonst gibt es unten die deutschsprachige Version von Arte. Jarecki erhielt für den Film sowohl einen Preis beim Sundance Film Festival als auch den Adolf-Grimme-Preis.

27. May 2010   Posted in: Afghanistan, Filme, Korporatokratie, Krieg, USA

One Response

  1. Michael - 4. Jun 2010

    aber ist es nicht so, dass mit der NATO Konferenz in Rom 1991 festgelegt wurde, dass der “kollektive Verteidigungsfall” auch dann eintritt, wenn einem der Buendnispartner der Zugang zu “lebenswichtigen” Ressourcen (Oel?) versperrt wird? Im Prinzip hat doch der Koehler nur ausgesprochen, wozu sich Deutschland – in aehnlicher Form – schon 1991 bekannt hat …

    und ohne Spitzfindigkeiten: zweifelsohne inakzeptabel, dass er die Umstaende fuer akzeptabel haelt.

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