Gelesen in brand eins: Eric Hobsbawn zu den Wirtschaftswissenschaften

Das aktuelle Heft von Brand Eins enthält einen sehr lesenswerten Artikel (Titel: Die richtige Schraube) zum Versagen der Wirtschaftswissenschaften bezüglich der Vorhersagekraft von Wirtschaftskrisen. Im Artikel wird der britische Historiker Eric “Es wird Blut fließen, viel Blut” Hobsbawn wie folgt zitiert:

“Die Wirtschaftswissenschaften beschäftigen sich immer mir denselben Fragen. Sie entwickeln sich nicht so weiter wie die Physik oder die Chemie. Lesen Sie einen ökonomischen Text aus den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts: Er ist immer noch aktuell. Aber lesen Sie einmal einen Aufsatz zur Physik aus den zwanziger Jahren – und Sie werden feststellen, dass wir heute sehr viel mehr wissen. [...] Ideen zur Lösung von Problemen entstehen in den praktischen Situationen, in denen Menschen stecken. Man muss die Wirtschaftswissenschaften erweitern.”

Seltsamerweise ist das aus meiner Sicht ausgesprochen gute und lesenwerte, monatlich erscheinende Magazin Brand Eins relativ unbekannt. Jedes Heft hat ein schlagwortartiges Thema wie “Denken”, “Stabilität”, “Arbeiten” etc. Lest doch mal im Online Archiv ein bisschen rein, vielleicht sagt es Euch ja auch zu.

15. Nov 2009   Posted in: Bücher, Wirtschaftskrise, Zitate, Aphorismen, Geschichten & Lyrik

One Response

  1. Kathrin - 7. Jan 2010

    Ich denke, der für eine Zeitschrift doch recht hohe Preis trägt mit dazu bei, dass brand eins – eine wirklich tolle Zeitschrift – eine so geringe Verbreitung hat. Allerdings ist das Online-Archiv eine wirklich lobenswerte Angelegenheit, die auch durch den Kauf der einen oder anderen Papierausgabe belohnt werden sollte.
    Und zu Hobsbawns Aussage: Ich denke, man muss die Wirtschaftswissenschaften nicht erweitern, sondern viel mehr in den Vordergrund stellen, dass diese nicht reliablen Regeln folgt, sondern sich der Faktor Mensch eben nicht immer pragmatisch verhält.

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