Die Party geht weiter bis es knallt
Momentan kann man sich ausmalen, wie es hinter mancher Großbankenfassade zugeht: Leute lachen sich ins Fäustchen. Vor ein paar Monaten standen große Banken vor dem Kollaps und damit – so erscholl es aller Orten – auch die gesamte Gesellschaft. Große Banken wurden als systemrelevant deklariert und mit noch nie vergebenen Summen von Staats(bürger)geld gerettet; seit wenigen Tagen ist das Bad-Bank-Gesetz in Kraft. Es fällt schwer, sich zur Zeit nicht die Augen zu reiben, denn einige große Banken (z.B. Goldman Sachs, JP Morgan, Deutsche Bank) fahren schon wieder Rekordgewinne ein und schütten erneut die berüchtigten Boni aus.
Die Krise bei den Großbanken im Bankenviertel Frankfurts sucht man anscheinend vergeblich, wie Report Mainz letztens berichtete:
Diese Thematik der sich ins Fäustchen lachenden Großbanken wurde in der letzten Ausgabe von “Der Freitag” (Nr.30, 23.07.2009, Seite 5) in einem Artikel mit dem Titel “Die nächste Runde” aufgearbeitet. Daraus sei hier eine Passage zitiert, die veranschaulicht, wie lächerlich und schädlich es ist, wenn sich das Gemeinwesen Staat immer mehr bei Banken verschulden muss und sich nicht zinsfrei sein Geld selbst schöpfen kann.
“Ein sehr lukratives Geschäft ist beispielsweise der Handel mit Staatsanleihen. Die hohe Bonität dieser Papiere erlaubt es den Investmentbanken, diese Staatsanleihen mit einem größeren Hebel aufzukaufen, das Geld dafür gibt es von den Notenbanken beinahe zum Nulltarif. Es mutet schon seltsam an – die Banken verzocken sich, der Staat muss sie auf Kosten der Steuerzahler retten und mit den Schulden, die der Staat für diese Rettung aufnehmen muss, machen die Banken Gewinne. Es ist fast überflüssig zu erwähnen, dass diese Gewinne nicht zur Minderung der Schulden eingesetzt werden, die den Steuerzahler auf Generationen hinweg belasten werden.”
Klarer als der Autor Jens Berger (Spiegelfechter) kann man es kaum ausdrücken. Der Staat und seine Bürger werden inzwischen allzu nassforsch von den großen Geschäftsbanken ausgebeutet. Man fragt sich, wie lange das noch so laufen kann. Dass dieser Zustand, sollte sich die Wirtschaftslage für breite Bevölkerungsschichten weiter verschlechtern, zu sozialem Sprengstoff führt, liegt auf der Hand. Letztens wies Dirk Müller in einer Sendung von Markus Lanz am 16.07.2009 im ZDF auf diesen heraufziehenden sozialen Sprengstoff hin (siehe ab 7:05):
Der Sendungsausschnitt ist übrigens noch aus einem anderen Grund interessant. Dirk Müller diskutiert mit Michael Opoczynski (“WISO”-Moderator, ZDF) über ethische Fragen im Zusammenhang mit Investitionen in Lebensmittel (ab 4:10). Dabei bezieht Müller klare Stellung, dass Spekulation mit Lebensmitteln auf Kosten verhungernder Menschen ethisch tabu ist. Opoczynski macht eine schwache Figur und versucht seine Investitionen in Grundnahrungsmittel zu rechtfertigen und von denen von Spekulanten abzugrenzen (6:08), völlig verkennend, dass er bei seiner Investition selbst auf Lebensmittelpreissteigerung spekuliert. Tja, wenn viele so denken wie in dieser Diskussion Herr Opoczynski, ergäben all diese Investoren in der Masse auch einen großen Spekulanten mit der Konsequenz, dass mehr Menschen verhungern.
Wer sich noch die gesamte Sendung verabreichen will, hier die Links zu Teil 1/3 und Teil 2/3. Kleines Rätsel: Eine der vier teilnehmenden Personen NERVT. Welche? Kleiner Tipp: Die gesuchte Person sitzt in der Nähe des Moderators.
27. Jul 2009
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Totontli ·
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Posted in: NON-BIRD

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