Archive for 27. Jul 2009
Die Party geht weiter bis es knallt
Momentan kann man sich ausmalen, wie es hinter mancher Großbankenfassade zugeht: Leute lachen sich ins Fäustchen. Vor ein paar Monaten standen große Banken vor dem Kollaps und damit – so erscholl es aller Orten – auch die gesamte Gesellschaft. Große Banken wurden als systemrelevant deklariert und mit noch nie vergebenen Summen von Staats(bürger)geld gerettet; seit wenigen Tagen ist das Bad-Bank-Gesetz in Kraft. Es fällt schwer, sich zur Zeit nicht die Augen zu reiben, denn einige große Banken (z.B. Goldman Sachs, JP Morgan, Deutsche Bank) fahren schon wieder Rekordgewinne ein und schütten erneut die berüchtigten Boni aus.
Die Krise bei den Großbanken im Bankenviertel Frankfurts sucht man anscheinend vergeblich, wie Report Mainz letztens berichtete:
Diese Thematik der sich ins Fäustchen lachenden Großbanken wurde in der letzten Ausgabe von “Der Freitag” (Nr.30, 23.07.2009, Seite 5) in einem Artikel mit dem Titel “Die nächste Runde” aufgearbeitet. Daraus sei hier eine Passage zitiert, die veranschaulicht, wie lächerlich und schädlich es ist, wenn sich das Gemeinwesen Staat immer mehr bei Banken verschulden muss und sich nicht zinsfrei sein Geld selbst schöpfen kann.
“Ein sehr lukratives Geschäft ist beispielsweise der Handel mit Staatsanleihen. Die hohe Bonität dieser Papiere erlaubt es den Investmentbanken, diese Staatsanleihen mit einem größeren Hebel aufzukaufen, das Geld dafür gibt es von den Notenbanken beinahe zum Nulltarif. Es mutet schon seltsam an – die Banken verzocken sich, der Staat muss sie auf Kosten der Steuerzahler retten und mit den Schulden, die der Staat für diese Rettung aufnehmen muss, machen die Banken Gewinne. Es ist fast überflüssig zu erwähnen, dass diese Gewinne nicht zur Minderung der Schulden eingesetzt werden, die den Steuerzahler auf Generationen hinweg belasten werden.”
Klarer als der Autor Jens Berger (Spiegelfechter) kann man es kaum ausdrücken. Der Staat und seine Bürger werden inzwischen allzu nassforsch von den großen Geschäftsbanken ausgebeutet. Man fragt sich, wie lange das noch so laufen kann. Dass dieser Zustand, sollte sich die Wirtschaftslage für breite Bevölkerungsschichten weiter verschlechtern, zu sozialem Sprengstoff führt, liegt auf der Hand. Letztens wies Dirk Müller in einer Sendung von Markus Lanz am 16.07.2009 im ZDF auf diesen heraufziehenden sozialen Sprengstoff hin (siehe ab 7:05):
Der Sendungsausschnitt ist übrigens noch aus einem anderen Grund interessant. Dirk Müller diskutiert mit Michael Opoczynski (“WISO”-Moderator, ZDF) über ethische Fragen im Zusammenhang mit Investitionen in Lebensmittel (ab 4:10). Dabei bezieht Müller klare Stellung, dass Spekulation mit Lebensmitteln auf Kosten verhungernder Menschen ethisch tabu ist. Opoczynski macht eine schwache Figur und versucht seine Investitionen in Grundnahrungsmittel zu rechtfertigen und von denen von Spekulanten abzugrenzen (6:08), völlig verkennend, dass er bei seiner Investition selbst auf Lebensmittelpreissteigerung spekuliert. Tja, wenn viele so denken wie in dieser Diskussion Herr Opoczynski, ergäben all diese Investoren in der Masse auch einen großen Spekulanten mit der Konsequenz, dass mehr Menschen verhungern.
Wer sich noch die gesamte Sendung verabreichen will, hier die Links zu Teil 1/3 und Teil 2/3. Kleines Rätsel: Eine der vier teilnehmenden Personen NERVT. Welche? Kleiner Tipp: Die gesuchte Person sitzt in der Nähe des Moderators.
27. Jul 2009
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Totontli ·
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Freitagstextergewinner
And the Freitagstexterpokal goes to…… Nils Nesselmann mit folgendem Freitagstext:
“Gib Gas!”
Faszinierend wie es dem Teilnehmer gelang, mit sechs Buchstaben (in Zahlen: 6) soviel Mehrdeutigkeit zu erzeugen. Gratulation und wir lesen uns am Freitag auf Deinem Blog.
Das Wettbewerbsbild ist übrigens nicht aus dem realen Maßstab-1:1-Leben, sondern entstammt einer 1:16-Modellbaulandschaft (Achtung: ladezeitintensiver Link). Und übrigens Hut ab vor Ulf, der das Schrödersche Wahlplakat erkannt hat und noch den zugehörigen Text wusste bzw. erfolgreich gegoogelt(?) hat: Wer Frieden will, muss standhaft sein.
Dank an alle Texter für die Teilnahme!!
22. Jul 2009
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Totontli ·
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Freitagstexter
Hurra, ich habe doch tatsächlich bei Hendrik Neumann aka h4Rk aka hark.armselig mit meinen Gehirnflatulenzen den Freitagstexter vom 10. Juli 2009 gewonnen.
Ihr kennt den FREITAGSTEXTER noch nicht? Nun, es trug sich zu, dass am mit dem Eintrag bei Sabbeljan am 18. Oktober 2007, die Geschichtsschreibung dieses Kreativworkshops begann(?) einsetzte, der seitdem allfreitäglich die Bloggerszene erfreut. Die Regeln sind simpel:
Am Freitag wird ein Bild oder Foto auf dem ausrichtenden Blog öffentlich gemacht und bis Mittwoch hat die Besuchergemeinde Zeit, sich zu dem Bild etwas einfallen zu lassen, sei es eine Bildunterschrift, sei es eine kleine Geschichte, sei es eine Schlagzeile oder was auch immer. Das Ganze wird über das Kommentarfeld an den Ausrichter geschickt und am Mittwoch kürt der aktuelle Freitagstexter den Gewinner, der den Freitagstexter-Wanderpokal erhält und dann zwei Tage später, also am darauffolgenden Freitag… Ich glaube ihr habt´s verstanden. Teilnahmebedingung ist auf jeden Fall ein eigenes Blog.
Bei Text & Blog (¡Muchos Saludos!) gibt´s eine Übersicht der bereits ausgetragenen Freitagstexterwettbewerbe. Kaum zu glauben, was die Leute für Fotos und Bilder ausgraben, aufnehmen, malen(?)…
Zum aktuellen Wettbewerb: Langatmige und stichprobenartige Google-Image-Recherchen mit absurden Suchwörtern à la h4Rk, der sein Freitagstexterbild über das Suchwort “Quarkpudel” fand, brachten mich zum dieswöchigen Wettbewerbsbild (draufklicken zum Vergrößern). Bitte fragt jetzt nicht mehr nach dem Suchwort, mit dem ich das Bild fand. Eine Suchwort-Cloud vernebelt mir das Hirn. Viel Spaß beim Texten! Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt!
16. Jul 2009
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Totontli ·
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Notwendige Reformen des Geldsystems: Bernd Senf bei Junge Medien Hamburg und im Tagesspiegel
Prof. Dr. Bernd Senf formuliert in einem Interview mit Junge Medien Hamburg von Ende März 2009 einen Sieben-Punkte-Forderungskatalog zur Reform des Geldsystems, die er als not-wendig¹ (sic) ansieht. Die sieben Punkte sind:
1. Überwindung des Zinssystems durch umlaufgesicherte Indexwährung
2. Geldschöpfung nur in öffentliche Hand
3. Zinsfreies Geld für den Staatshaushalt
4. Unterbindung der Giralgeldschöpfung der Geschäftsbanken aus dem Nichts
5. Staatliche Förderung alternativer Geldsysteme (Regionalwährungen u.a.)
6. Schließen von Steuerflucht-Oasen
7. Börsen- und Devisenumsatzsteuer zur Dämpfung von Spekulation
Bernd Senf im Interview: “Wenn man schon lange Jahre und Jahrzehnte den Kritikern des bestehenden Geldsystems wenig Beachtung geschenkt und sie weitgehend ignoriert oder gar diffamiert hat, dann sollten man mindestens jetzt die von ihnen eingeforderten grundlegenden Reformen des Geldsystems ernst nehmen und öffentlich diskutieren – anstatt lediglich mit Unsummen von neu geschöpftem Geld lediglich die Symptome zu bekämpfen und dabei schlimme Risiken und Nebenwirkungen (wie Staatsbankrott oder Hyperinflation) zu provozieren. Die marktradikalen Prediger des Neoliberalismus, die der ganzen Welt erzählt haben, dass deregulierte Märkte (einschließlich der spekulativen Finanzmärkte) im Zuge der Globalisierung zu weltweit wachsendem allgemeinen Wohlstand führen würden, sollten ein für alle Mal ausgedient haben. Diese Ideologie und ihre globale Umsetzung ist gescheitert. Um so absurder ist es, wenn nun manche ihrer Vertreter als Sachverständige zur Rettung herangezogen werden. Das ist gerade so, als würde man die Brandstifter zu Feuerwehrleuten und Feuerschutzbeauftragten machen.”
Hier geht´s zum kompletten Interview bei junge Medien Hamburg. Lesenswert sind auch Senfs Äußerungen im Tagespiegel im Februar 2009. In letzterem Interview wird vor allem die Problematik des Zinssystems thematisiert, aber auch die gescheiterte neoliberale Ideologie:
“Der normale Gang der Dinge in einer Marktwirtschaft sollte sein, dass Unternehmen, die sich verkalkuliert haben beziehungsweise Verluste gemacht haben und keine Reserven besitzen, ihre Existenzberechtigung verlieren. Das ist der Ablauf, der Jahrzehntelang gepredigt worden ist: Die Märkte regulieren sich selbst. Wer sich am Markt bewährt, der hat Chancen. Wer sich nicht bewährt, der landet im Konkurs oder geht Pleite. Mit einem Male sehen wir, dass dies für Banken nicht gilt.“
Es bleibt weiterhin zu hoffen, dass die von Senf angesprochenenen Punkte wie Geldschöpfung und Dynamik des Zinssystems einen Zugang zu einer breiteren öffentlichen Diskussion finden. Immerhin: In der aktuellen Ausgabe des “Der Freitag” findet sich eine halbe Seite über das Freigeldexperiment von 1932 in Wörgl (“Wunder von Wörgl”).
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¹ Prof. Senf hebt öfter einmal die Bedeutung des Wortes notwendig durch die Schreibweise “not-wendig” hervor, denn es bedeutet “um die Not zu wenden”.
11. Jul 2009
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Totontli ·
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Die Fassaden der Banken
Inzwischen macht sich die Bankenwelt bereits über sich selbst lustig, zumindest in der Werbung. Barclays glänzt mit folgender Werbung, die die Finanzwelt als riesengroßen Fake erscheinen lässt. Verdammt nah an der Wirklichkeit…
Zum Glück ist bei Barclays sicher alles super-duper in Ordnung, transparent, wohlwollend, kundenorientiert…
(via)
8. Jul 2009
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Totontli ·
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Vogelstimmenquiz – Vogelstimmentrainer
Ich bin gerade dabei meine Kenntnisse der heimischen Vogelstimmen etwas auszubauen. Gerade im Sommer wenn die Laubbäume voller Blätter hängen, hört man die Vögel vor allem nur. Zum Hören der Vogelstimmen benutze ich die beiden CD-Sammlungen “Was fliegt und singt denn da?” und “Alle Vögel sind schon da”. Das ist ganz nett zum anhören, jedoch hat man damit keine gute Lernkontrolle. Deshalb suchte ich im Netz ein wenig nach Vogelstimmentrainer-Software, aber nichts sprach mich so richtig an. Schließlich kam mir eine einfache Idee: Einfach die zu trainierenden Vogelstimmen-Soundfiles in einen Ordner kopieren und diese Files in Zufallsreihenfolge abspielen (diese Funktion hat ja eigentlich jeder Mediaplayer). So kann man den Lerninhalt absolut flexibel anpassen und hat gleichzeitig die höchste Schwierigkeitsstufe: Man hört eine Vogelstimme und muss sagen welchen Vogel man hört. Also kein Multiple Choice oder ähnliches.
Apropos Multiple Choice: Beim Googlen nach Vogelstimmenquiz bzw. Vogelstimmentrainer stolperte ich über das ein oder andere Online-Vogelstimmenquiz; die will ich hier mal zusammenfassen:
1) Stern: Sicher das idiotischste von allen, denn hier bietet einem das Quiz Vogelarten zur Auswahl an, die es gar nicht gibt: z.B. die Gelbmeise. Sicher was für total Unkundige.
2) Bayrischer Rundfunk: Ganz nett gemachter Flash mit schlechtem Sound. Man muss aus zehn Vogelarten auswählen. Einmal anhören muss genügen, keine Wiederholmöglichkeit.
3) ZDF: Sechs Fragen. Immer dieselben.
4) Brigitte: Zwölf Fragen. Gar nicht mal so unanspruchsvoll. Auflösung gibt´s erst am Ende.
5) Süddeutsche Zeitung: Zwölf Fragen, relativ anspruchsvoll. Gute Soundqualität. Viel Klickerei.
6) Naturschutzbund Deutschland e. V. (NABU): Der Mercedes des Online-Vogelquiz. Vorgestellt werden die 40 häufigsten Gartenvögel. Die Zusammenstellung der Arten erfolgt dabei nach dem Zufallsprinzip. Wird eine Stimme nicht erkannt, kann man die wichtigsten Fakten zu der Art in einem Steckbrief nachlesen und sich die Vogelstimme in Ruhe anhören ohne das Spiel unterbrechen zu müssen. Super!
7. Jul 2009
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Totontli ·
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Leierschwänze (Lyrebirds) & David Attenborough: “Das Leben der Vögel” (“The Life of Birds”)
In Australien lebt die Familie der Leierschwänze (Menuridae), die aus zwei Arten besteht:
1) der Graurücken-Leierschwanz oder Prachtleierschwanz
2) der Braunrücken-Leierschwanz oder Schwarzleierschwanz
Im Englischen trägt der Prachtleierschwanz den schönen Namen “Superb Lyrebird”. Dieser Vogel ist nun wirklich SUPERB, denn neben dem eindrucksvollen Schwanz (siehe Foto) verfügt der Prachtleierschwanz über einen sehr elaborierten, schönen Gesang und ist in der Lage nicht nur die Gesänge anderer Vögel sondern auch Geräusche zu imitieren.
Im folgenden Video, das aus David Attenboroughs Dokumentationsreihe “Das Leben der Vögel” (“The Life of Birds”) stammt, sieht und hört man einen Prachtleierschwanz, der unter anderem den Gesang bzw. das Gelächter des Lachenden Hans imitiert. Der Höhepunkt des Videos ist die Geräuschsimitationskunst des Leierschwanzes. So gibt der Vogel die Geräusche der Auslöser von Kameras (mit und ohne Filmtransportmotor!), einen Autodiebstahlalarm und knatternde Motorsägen wieder. Man kann kaum glauben, dass das echt ist; es wirkt so, als habe der Vogel ein Tonband im Schnabel bzw. als wurde das Video gefälscht. Es befindet sich aber auch so auf der Original-DVD, ich habe es überprüft.
Für alle Vogelinteressierten sei David Attenboroughs “Das Leben der Vögel” (“The Life of Birds”) wärmstens empfohlen. Die Sparfüchse, die der englischen Sprache mächtig sind, bestellen die DVD-Reihe z.B. bei play.com für 12,99 EUR und sparen so gegenüber der deutschen Version bei Amazon 102,96 EUR, denn dort legt man 115,95 EUR dafür auf den Tisch.
4. Jul 2009
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Totontli ·
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Posted in: Arten-Australien, Filme über Vögel






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