Archive for 29. Jun 2009
Interview mit Prof. Dr. Joseph Huber: Monetative, Wirtschaftskrise, Geldschöpfung, Vollgeldreform, Geldmenge, Grundeinkommen…
Prof. Dr. Joseph Huber wurde von Nicolas Hofer am 8. Mai 2009 interviewt. Joseph Huber ist Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschafts- und Umweltsoziologie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und ist einer der Hauptkritiker der Geldschöpfung durch Privatbanken. Diese unkontrollierte Geldschöpfung ist u.a. für das Auftreten von Spekulationsblasen und Wirtschaftskrisen verantwortlich. Huber bemängelt am bestehenden System, dass der Zinsgewinn aus den aus dem Nichts geschöpften Krediten allein den Banken und nicht den öffentlichen Haushalten zugute kommt. Der zentrale Vorschlag Hubers besteht in einer technisch recht einfach durchzuführenden Vollgeldreform, welche das Giralgeld (z.B. unser Geld auf den Girokonten) zum gesetzlichen Zahlungsmittel erklärt und somit weitere Giralgeldschöpfung verhindert. Ein weiteres Bestreben wäre die Einrichtung einer vierten Staatsgewalt, der Monetative, ähnlich der Zentralbanken, die eine wirkliche Hohheit und Kontrolle über die umlaufende Geldmenge hätte. Es klingt im Interview auch die Möglichkeit einer Verknüpfung der Vollgeldreform mit der Einführung eines Grundeinkommens an, im Interview “nationale Dividende” genannt. Prof. Huber schliesst das Interview mit den Worten von Irving Fisher ab: “Die Frage der Geldschöpfung ist eine Frage von Verfassungsrang!”
Hier das Interview in sieben Teilen:
Verwandte Artikel: Die Macht der Geldschöpfung, Geldschöpfung durch private Geschäftsbanken, Geldschöpfung in öffentliche Hand statt Bad Bank, Monetative und Nachhaltiges Geldsystem
29. Jun 2009
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Totontli ·
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Des Autobauers Meinung zum Geldsystem
“Es ist gut, dass die Menschen des Landes unser Banken- und Geldsystem nicht verstehen, denn sonst, so glaube ich, hätten wir noch vor morgen früh eine Revolution.”
“It is well enough that people of the nation do not understand our banking and monetary system, for if they did, I believe there would be a revolution before tomorrow morning.”
(Henry Ford, *1863 †1947, angeblich um 1920 gesagt)
25. Jun 2009
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Totontli ·
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Rose-Breasted Grosbeak – Rosenbrustkernknacker
Den Rosenbrustkernknacker konnte ich im Point Pelee Nationalpark in Kanada beobachten. Er gehört zur Familie der Kardinäle, die sich in ihrer Verbreitung auf den amerikanischen Kontinent beschränkt. Von der Gestalt ist der Rosenbrustkernknacker am ehesten mit dem europäischen Kernbeißer zu vergleichen; beide Arten verfügen über einen kräftigen Schnabel, der als Samenknackwerkzeug dient. Die Herkunft des Namens des Rosenbrustkernknackers ist augenfällig: das Männchen hat eine rote bzw. tiefrosa Brustfärbung. Das Weibchen ist wesentlich unscheinbarer. Der Gesang des Rosenbrustkernknackers ist ein vergnügtes Zwitschern, das auf allaboutbirds.org witzigerweise so beschrieben wird: “…like a robin that has taken singing lessons.” (“…wie eine Wanderdrossel, die Gesangsstunden genommen hat.”). Die Leute vom Cornell Lab of Ornithology haben nicht ganz unrecht. Das Gezwitscher der Wanderdrossel (American Robin) klingt sehr, sehr ähnlich, aber langsamer, merklich unrunder und …nun ja… anfängerhafter (man klicke auf Daytime song).
Youtube zufolge zu urteilen, ist der Rosenbrustkernknacker ein häufiger Gast am Futterhäuschen. Dazu ein kleines Flimchen (Ein Rosenbrustkernknackermännchen kommt nach ein paar Sekunden von rechts ins Bild geflogen gehüpft. Den anderen Vogel kenne ich leider nicht. Vielleicht handelt es sich um einen Rosenbrustkernknackerjungvogel?):
Manche halten Rosenbrustkernknacker scheinbar sogar privat.
Das Foto wurde von Masato Nanjo aufgenommen (auf das Foto klicken zum Vergrößern).
20. Jun 2009
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Totontli ·
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Monetative und Nachhaltiges Geldsystem
Letzte Woche war Angela Merkel zu Gast bei der ZDF-Talkerin Maybrit Illner. In dieser Show gibt es für Bürger die Möglichkeit, per Youtube-Video eine Frage zu stellen. Georg Nägle aus Berlin stellte folgende Frage, die es aber leider nicht in die Sendung geschafft hat:
Es wäre schon interessant gewesen, welchen Allgemeinplatz die Kanzlerin losgelassen hätte. Oder wäre sie vielleicht ähnlich ahnungslos dagestanden wie Norbert Barthle auf Abgeordnetenwatch bei der Frage nach der Geldschöpfung? Oder hätte sie wie Dr. Barbara Hendricks die Frage einfach zerlabert und damit ein Nachhaken provoziert? Immerhin: Die Politiker Dr. Joachim Pfeiffer und Marieluise Beck schienen zumindest darum bemüht, auf Fragen zum Geldsystem eine angemessene Antwort zu geben. Bei Prof. Herbert Schui ist eine interessante Frage noch offen, man darf auf die Antwort gespannt sein.
Zurück zu Georg Nägle. Zusammen mit anderen Geldsysteminteressierten betreibt er zwei Webseiten, die die Probleme des momentanen Geldsystems und die Entwicklung nachhaltiger Geldsysteme zum Thema haben. Die eine Webseite „Liebe Angela Merkel“ möchte eine breit angelegte Debatte über unser Geldsystem anstossen, die nach Möglichkeit auch in den Mainstreammedien und auf Ebene der Politik geführt werden sollte. Dazu wurde eine Expertenrunde gegründet, die sich nicht wie sonst üblich aus Banklobbyisten zusammensetzt. Mit an Bord sind u.a. Raimund Brichta (Sachbuchautor und Fernsehmoderator), Prof. Dr. Joseph Huber (Wirtschafts- und Umweltsoziologie), Prof. Dr. Margrit Kennedy (Geldarchitektin und Ökologin), Prof. Bernard Lietaer (Ökonom und ehemaliger Zentralbanker), Prof. Dr. Bernd Senf (Volkswirtschaftsprofessor und Sachbuchautor).
Es werden von dieser Expertengruppe folgende Forderungspunkte aufgestellt und in Form einer Online-Unterschriftenliste vorgelegt:

- Sie unterstützen das Anliegen, eine breit angelegte Debatte über das Geldsystem zu führen?
- Sie unterstützen die Forderung für eine Vergabe von Forschungsaufträgen zur Entwicklung eines nachhaltigen Geldsystems?
- Sie möchten, dass ein objektives und ausgewogenes Gremium aus Fachleuten von der Bundesregierung beauftragt wird, um die Lösungsvorschläge für ein nachhaltiges Geldsystem zu konkretisieren? In diesem Gremium sollten auch Vertreter sitzen, die nicht zur Lobby der Finanzindustrie zählen?
Die Webseite „Liebe Angela Merkel“ enthält auch vielerlei weitere Informationsmöglichkeiten rund um Geldsysteme, wie Videos, Buchtipps, Vorträge und Termine. Und in Österreich besteht eine Partnerinitiative unter dem Titel „Lieber Werner Faymann“; Faymann ist der österreichische Bundeskanzler.
Eine zentrale Forderung der Initiatoren ist die Rückgabe der Geldschöpfung allein in die Hand des Staates (Geldschöpfung in öffentliche Hand). Zur Erinnerung: momentan wird ein Großteil des Geldes von privaten Geschäftsbanken per Kreditvergabe geschöpft. Der Vorschlag der Initiatoren hierzu lautet, eine vierte Staatsgewalt, die sogenannte Monetative, neben Legislative, Exekutive und Judikative einzurichten. Hierzu wird gerade eine zweite Webseite „Monetative” aufgebaut, die sich diesem Thema widmen soll. Ich empfehle die Lektüre der Initiativerklärung zur Einrichtung dieser Monetative.
Man darf gespannt sein, wie sich diese Diskussionen rund um Geldsysteme im Umfeld zunehmender wirtschaftlicher und finanzpolitischer Verwerfungen entwickeln werden. Und vor allem: Wird es gelingen diese Themen in eine breitere Öffentlichkeit zu tragen?
Zum Abschluss dazu ein Zitat von Prof. Hans Christoph Binswanger (Schweizer Ökonom):
“99% der Menschen sehen das Geldproblem nicht. Die Wissenschaft sieht es nicht, die Ökonomie sieht es nicht, sie erklärt es sogar als ‚nicht existent’. Solange wir aber die Geldwirtschaft nicht als Problem erkennen, ist keine wirkliche ökologische Wende möglich.”
16. Jun 2009
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Totontli ·
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Wie funktioniert Geld?
Dieses 16-minütige Filmchen von Max von Bock präsentiert die Funktionsweise unseres Geld- und Zinssystems aus der Perspektive von sympathischen grünen Tentakel-Aliens. Der Zweck des Geldsystems? Klar: Effiziente Ausbeutung eines Planeten mit halbintelligenten Lebensformen.
Der Film war Max von Bocks Diplomarbeit des Studiums “Visuelle Kommunikation” an der Fachhochschule Aachen (Fachbereich Design) und stammt aus dem Jahr 2005.
Video als Dreiteiler bei Youtube: Eins, Zwei, Drei.
10. Jun 2009
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Quarks & Co: Wohin verschwindet unser Geld?
Der WDR strahlte am 19. Mai 2009 eine Folge von Quarks und Co mit dem Titel “Wohin verschwindet unser Geld?” aus. Die 45-minütige Sendung präsentiert einen Ritt quer durch die momentane Wirtschafts- und Finanzkrisenlandschaft. Es werden dabei die wichtigsten wirtschaftlichen Grundbegriffe erklärt. Zur Sprache kommen ferner die Giralgeldschöpfung der Banken, die beängstigend zunehmende Staatsverschuldung inklusive ansteigendem Zinsdienst (siehe Bild) des Staates, die Auslandsverschuldung (v.a. der USA) und die Frage, ob es einen Zwang zum Wachstum gebe.
In der Sendung kommt auch Edgar Most zu Wort (direkt zum Interview), ein Banker, der sowohl im sozialistischen System der DDR als auch im jetzigen kapitalistischen System tätig war. Most stellt dabei heraus – und ist damit einer der momentan wenigen – dass das Zinssystem eine erhebliche Rolle im Zusammenhang mit dem Entstehen von Wirtschaftskrisen und im Zusammenhang mit dem Wachstumszwang spielt. Zu dieser Thematik gab er bereits im April 2009 in der taz ein Interview.
Hier die 5 Teile der Quarks und Co Sendung, die es auch via WDR im Netz gibt (am besten in neuem Fenster öffnen):
5. Jun 2009
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Totontli ·
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Lügen für den Krieg: Die Brutkastenlüge vor dem zweiten Golfkrieg
Erinnert sich noch jemand an den zweiten Golfkrieg aka erster Irakkrieg? Der fand in den Jahren 1990/1991 statt. Der Irak, damals unter der Führung von Saddam Hussein, besetzte ab dem 2. August 1990 Kuwait. Daraufhin wurden die irakischen Truppen von US-geführten Koalitionstruppen in der Operation Desert Storm ab dem 29. Januar 1991 wieder aus Kuwait entfernt. Zuvor flog die Koalition ab dem 17. Januar 1991 massive Luftangriffe auf den Irak.
Es gibt ja den zutreffenden Spruch, dass die Wahrheit das erste Opfer des Krieges sei. Dabei möchte ich hinzufügen, dass dieses Opfer nicht erst während des Krieges fällt, sondern meistens schon vorher. Bei den Lügen handelt es sich oft um sogenannte False Flag Operations. Eine Partei täuscht selbst den Angriff des Gegners “unter flascher Flagge” vor, um einen Kriegsgrund zu generieren. So fand das zum Beispiel von deutscher Seite 1939 statt, um einen Kriegsgrund gegen Polen zu haben (Stichwort: Überfall auf den Sender Gleiwitz). Anderes Beispiel: Der Tonkin-Zwischenfall, der den USA 1964 den Kriegseintritt in Vietnam “erleichterte”. Im modernen Medienzeitalter sind solche Operationen nicht weniger bedeutend.

Zurück zum ersten Irakkrieg. Der Rückhalt in der US-Bevölkerung zum Kriegseintritt war damals wohl nicht allzu groß. Meinungsumfragen standen bei ca. 50/50 pro/contra Krieg. Also wurde ein bisschen nachgeholfen. Es gab am 10. Oktober 1990 vor dem Menschenrechtsausschuss des US-Repräsentantenhauses eine Anhörung. Dort sagte die 15-jährige sogenannte “Krankenschwester Nayirah” unter Tränen aus, sie habe beobachtet, wie irakische Soldaten ein kuwaitisches Krankenhaus gestürmt hätten, wie sie in die Säuglingsstation gegangen wären, wie sie die Säuglinge aus den Brutkästen genommen hätten und wie sie die Säuglinge auf dem kalten Boden hätten sterben lassen.
Später stellte sich heraus, dass Nayirah in Wahrheit Nijirah al-Sabah ist, die Tochter des damaligen kuwaitischen Botschafters in den USA. Die Krankenschwester Nayirah und deren Geschichte war ein Produkt der PR-Agentur Hill & Knowlton, die von der Organisation “Citizens for a Free Kuwait” für 10 Millionen US-Dollar beauftragt wurde, solch eine Geschichte zu erfinden und zu verbreiten.
Die Brutkasten-PR-Lüge hatte eine große Wirkung auf die öffentliche Meinung und die Politik der USA gegenüber dem Irak. Präsident George Bush der Erste erwähnte gebetsmühlenhaft Nayirahs Geschichte in den fünf Wochen nach der Anhörung. Die tränenreiche Aussage von Krankenschwester Nayirah war die Basis für das Votum des US-Kongresses für den Krieg und die entscheidende Resolution der UNO. Der Weg für den Krieg war geebnet.
Wer sich die Geschichte der Krankenschwester Nayirah ansehen möchte, sei auf die sehenswerten 20 Minuten des ORF Welt-Journals “Die verkaufte Wahrheit” über PR in Krieg und Politik verwiesen. Nayirah hat ihrem Auftritt in Minute 2:35. Der Beitrag enthält u.a. Informationen zu den sogenannten serbischen Konzentrationslagern während des Balkankriegs.
Mundus Vult Decipi Ergo Decipiatur.
Video in geringerer Qualität auch als Dreiteiler bei Youtube: Eins, Zwei, Drei.
1. Jun 2009
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Totontli ·
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