Immer mehr Leute hinterfragen unser Geldsystem
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3. Apr 2009
·
Totontli ·
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Posted in: NON-BIRD

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2 Responses
Ich denke es ist an der Zeit das wir anfangen, nicht mehr von der Wirtschafts- oder Finanz(markts)krise zu sprechen, sondern das Ding bei einem seiner wirklichen Namen zu nennen. Was hältst du z.B. von Geldkrise?
Eigentlich sollte es nicht so wichtig sein, wie man etwas nennt, aber es bei der momentanen Finanzkrise fällt einem auf, dass in der Öffentlichkeit kaum die Funktionsweise des Geldsystems thematisiert bzw. hinterfragt wird. Von daher stimme ich Dir zu: die Krise AUCH Geldkrise zu nennen, würde zumindest den Fokus der Leute darauf lenken, auch da mal nach Ursachen der Krise zu suchen. Vielleicht würde ich die Krise nicht Geldkrise nennen, sondern Geldsystemkrise, denn Geld an sich ist nicht in der Krise. Zur Zeit beschäftigen sich mit der Geldsystemkrise nur eine Reihe von Wissenschaftlern und Journalisten, aber zum Glück auch eine zunehmende Menge von „einfachen Bürgern“.
In der öffentlichen Diskussion wird aus meiner Sicht viel an den eigentlichen Usachen der Krise vorbeidiskutiert und es besteht kein Wille, die Sache grundlegend anzugehen. Dies hat sicher mit der Macht der Konzerne und der Verflechtung von Banken und Regierungen zu tun (siehe z.B. Finanzminister Paulson in der Bush-Regierung).
Aber zurück zum Thema der Ursachen: Unser Zinssystem z.B. hat ziemliche Macken, die wir momentan zu spüren bekommen. Durch den Zinseszinseffekt (der eine Exponentialfunktion ist) wachsen die Geldvermögen und die Verschuldung in beschleunigtem Maße und driften immer mehr auseinander. Dies führt zu einem immer größeren Druck zum Finden von neuen Schuldnern (siehe Immobilienmarkt USA, wo der ganze Spaß ja los ging). Prof. Bernd Senf, den ich hier als „Einstiegsdroge“ in die Thematik empfehlen würde, leitet daraus ab, dass dieses Auseinanderdriften von Schulden und Vermögen eine zunehmende Spannung in die Gesellschaft bringt, die sich entladen MUSS. Entweder durch Geldentwertung oder früher war es oft Krieg (bleibt uns dieses mal hoffentlich erspart).
Man kann nur hoffen, dass per Internet und Mundpropaganda diese Thematik/Problematik „Wirtschaftskrise ist auch oder sogar vor allem eine Geldsystemkrise“ immer weiter rumspricht.
Leseempfehlung noch dazu Prof. Senf. Im Tagesspiegel.
Das eigentliche Drama ist, dass der Masse der Bürger die Zusammenhänge in der Wirtschaft absolut unklar sind. Gerade das Geld wird wie etwas Gottgegebenes empfunden und die Vielzahl der Menschen fühlt sich absolut ohnmächtig bei dem Thema. Was ich teilweise auch verstehen kann, denn um Zugang und Verständnis zu erlangen, muss man viel lesen und anschauen. Dazu ist es aus meiner Sicht wichtig, Leute behutsam aufzuklären und sachte an das Thema heranzuführen. Filme wie “Fabian-Warum überall Geld fehlt” leisten da große Einstiegshilfe. Auch die Vorträge von Bernd Senf sind zu empfehlen, erfordern aber halt Wille zum Verstehen, Geduld und Sitzfleisch.
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