Archive for 3. Apr 2009
Immer mehr Leute hinterfragen unser Geldsystem
Es ist schon beeindruckend wie zur Zeit Initiativen von Bürgern aus dem Boden schießen, die sich grundlegenden Ursachen der momentanen Finanzkrise annehmen und konkrete Lösungen vorschlagen. Beispielhaft sei hier die Initiative per E-Petition für ein bedingungsloses Grundeinkommen genannt. Der Fokus geht bei etlichen Bürgerinitiativen nicht wie à la G20 auf die Steueroasen, nicht auf die Hedgefonds, nicht auf die Managergehälter, sondern auf die Probleme unseres Geldsystems.
Eine dieser Initiativen ist Global Change 2009. Ein ambitionierter Name, aber so what? Man muss sicher solch eine Sache positiv denkend und ehrgeizig angehen, sonst wird’s sowieso nichts. Die Personen hinter Global Change 2009 bezeichnen sich im Werbefilm als Ostdeutsche, die sich – stützend auf ihre Erfahrung mit der friedlichen Revolution 1989 – in der Lage sehen, eine weitere friedliche Revolution anzustoßen. Zentrales Werk der Gruppe Global Change 2009 ist ein ansprechender Animationsfilm, der die Probleme der momentanen Wirtschaftsordnung, im Film „Kapitalsozialismus“ genannt, zum Thema hat. Dieser Film wurde sogar am Rande des G20-Gipfels in London „uraufgeführt“.
Die Lösungsansätze von Global Change 2009 basieren hauptsächlich auf der Freiwirtschaftslehre, in der Geld per Umlaufsicherungsgebühr im Umlauf gehalten und vom Horten ferngehalten werden soll. Die Macher des Films haben bereits Erfahrung mit solchen Geldsystemen, sind sie doch an der Entwicklung von umlaufgesichertem Regiogeld beteiligt, nämlich dem Zschopautaler. Die Autoren des Films sehen ihre Vision für eine neue Wirtschaftsordnung als eine Kombination aus Adam Smith, einem Schuß Marx und noch mehr (ich nehme an, Silvio Gesell ist hier gemeint). Zitat von Global Change 2009: „So erreichen wir eine krisenfreie Marktwirtschaft in Frieden und Freiheit – mit wahrer Demokratie und gelebten moralischen Werten – viel mehr wirtschaftlichen und sozialen Wohlstand und einem Konzept zum Erhalt unseres einzigartigen Biotops.“ Dabei träumen die Autoren von einer monopolfreien Marktwirtschaft mit bedingungslosem Grundeinkommen, einem neuen goldenen Zeitalter. Ok, warum nicht, denn: “So many of our dreams at first seem impossible, then they seem improbable, and then, when we summon the will, they soon become inevitable.” Wer hätte denn schon 1988 gedacht, dass ein Jahr später das gesamte Herrschaftssystem des Ostblocks zusammenbricht.
Jetzt aber das Video, aus meiner Sicht sehenswert, ähnlicher Style wie das von Jarvis (Finanzkrisen scheinen coole Animationsfilmchen hervorzubringen):
Wer gefallen an den Ideen von Global Change 2009 findet, sollte sicherheitshalber schon mal einen Ausreiseantrag in eine bessere Welt an Angela Merkel richten.
Fehlt eigentlich nur noch, dass die Regierungen dieser Welt aus diesem reichhaltigen Pool an Ideen schöpfen, denn es gibt viel zu lernen. Aber ich vermute die Finanzlobby hat da was dagegen.
Verwandte Artikel: Silvio Gesell 1918, Wie kam es zur aktuellen Finanzkrise?
3. Apr 2009
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Totontli ·
2 Comments
Posted in: NON-BIRD

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