Archive for 13. Mar 2009
Silvio Gesell 1918
Silvio Gesell (*1877 †1962), deutsch-argentinischer Kaufmann, Finanztheoretiker, Sozialreformer und Begründer der Freiwirtschaftslehre
äußerte sich 1918 am Ende des ersten Weltkriegs wie folgt:
“Trotz der heiligen Versprechen der Völker, den Krieg für alle Zeiten zu ächten, trotz der Rufe der Millionen: Nie wieder Krieg, entgegen all den Hoffnungen auf eine schönere Zukunft muß ich sagen: Wenn das heutige Geldsystem, die Zinswirtschaft, beibehalten wird, so wage ich es heute schon zu behaupten, daß es keine 25 Jahre dauern wird, bis wir vor einem neuen, noch furchtbareren Krieg stehen. Ich sehe die kommende Entwicklung klar vor mir. Der heutige Stand der Technik läßt die Wirtschaft rasch zu einer Höchstleistung steigern. Die Kapitalbildung wird trotz der großen Kriegsverluste rasch erfolgen und durch ein Überangebot den Zins drücken. Das Geld wird dann gehamstert werden. Der Wirtschaftsraum wird einschrumpfen und große Heere von Arbeitslosen werden auf der Straße stehen. An vielen Grenzpfählen wird man dann eine Tafel mit der Aufschrift lesen können: ‘Arbeitsuchende haben keinen Zutritt ins Land, nur Faulenzer mit vollgestopftem Geldbeutel sind willkommen’. In den unzufriedenen Massen werden wilde, revolutionäre Strömungen wach werden… Kein Land wird das andere mehr verstehen, und das Ende kann nur wieder Krieg sein.”
Ein Lehrstück für bestechende Prognosen (1918 + 25 = 1943). Hier gibt es noch mehr Informationen zu Silvio Gesell; und hier kann man sich die Gesammelten Werke Gesells kaufen.
13. Mar 2009
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Totontli ·
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Erwin Wagenhofer: Let´s make money & We feed the world
Den Beginn eines vertieften Interesses für die momentane Wirtschaftsordnung und unser Geldsystem könnte der Film „Let´s make money“ (de/at/imdb) des österreichischen Filmemachers Erwin Wagenhofer markieren. Der Film lief im Oktober 2008 in den Kinos an. Er ist das zweite größere Kinowerk von Wagenhofer, der 2005 mit dem Film “We feed the world” (de/at/imdb) die Lebensmittelindustrie unter die Lupe genommen hatte.
Beide Filme habe ich kurz nacheinander im Herbst 2008 gesehen. Ich möchte hier aus beiden Filmen Passagen herausgreifen, die bei mir den stärksten Eindruck hinterlassen haben, so dass sie mir ein halbes Jahr später immer noch sehr präsent sind.
Let’s make money (Trailer):
Die Idee zum Film erhielt Wagenhofer beim Vorbeigehen an einer Plakatwerbung einer Bank, wo zu lesen war:
“Wir lassen Ihr Geld für Sie arbeiten”
Diesem Spruch ging Wagenhofer in Rahmen seines Filmprojekts auf den Grund. Er beleuchtet schlaglichtartig unterschiedliche Schauplätze in Finanzabsurdistan. Dies sind unter anderem die Baumwollwirtschaft in Burkina Faso, Cross-Border-Leasing, Emerging Market Funds in Singapur, Private Equity, …und die Immobilienblase in Spanien, die mir seit Oktober 2008 im Hirn hängt.
Diese Immobilienblase kam zustande, indem aufgrund scheinbar paradiesisch steigender Immobilienpreise viele Pensions- und Immobilienfonds zahlreiche Bauprojekte in Form von riesigen Kunststädten an den spanischen Küsten initiieren ließen. Dabei verdient aus meiner Sicht ein Punkt besondere Beachtung: Etlichen dieser in extrem trockenen Gebieten gelegenen Kunststädten wurde ein Golfplatz dazugebaut. Warum geschah das? Mit einem Golfplatz konnte man den Anlegern noch ein paar Prozent höhere Renditen auf die Immobilienanlage versprechen, was bei den Anlegern natürlich die Dollarzeichen in den Augen wachsen ließ. Je mehr Golfplatz, desto mehr Preisanstieg. So die Logik. Das schockierende ist: Diese neu gebauten Golfplätze verzeichnen einen Wasserverbrauch, der dem von 16 Millionen Menschen entspricht. Zum Vergleich: Spanien hat 46 Millionen Einwohner. Diese Ungeheuerlichkeit zeigt, dass ökologische Aspekte bei Geldanlagen oft völlig ausgeblendet sind und dass sich Geldanlagen in einer sehr deregulierten Wirtschaftsordung hirnrissige Wege suchen können.
Ein Argument mehr, um sich für ethisch-ökologische Geldanlagen zu interessieren. Rendite fällt nicht vom Himmel, vor allem hohe Rendite nicht. Wird eine vergleichsweise augenfällig hohe Rendite versprochen, ist oft Skepsis anzuraten, woher denn diese hohe Rendite rührt. Oder in anderen Worten: Auf wessen Kosten entsteht diese hohe Rendite? Im vorliegenden Fall auf Kosten der Natur und schließlich auch auf Kosten des Menschen (Wassermangel). Naja, die Natur kann sich ja nicht direkt wehren, ihre Sprache ist für den Renditejäger unverständlich. Die Menschen werden sich aber über kurz oder lang irgendwann doch mal wehren, spätestens wenn sie verdursten; falls die Golfplätze so weiter saufen.
Am Ende des Films “Let’s make money” steht dem Zuseher recht eindrucksvoll vor Augen: Geld kann nicht arbeiten. Das können nur Menschen, Tiere und Maschinen. Das wird nur allzu oft vergessen bei der Jagd nach Arbeitsplätzen für unser Geld. Durch den heutigen immensen monetären Stauungsdruck sucht sich das Geld absurdeste Wege zu seiner Vermehrung (Rendite, Rendite, Rendite…). Diese Problematik hatte ich hier bereits in einem anderen Zusammenhang angedeutet.
We feed the world (Trailer):
In diesem Film über die Lebensmittelindustrie war es auch die Rendite- und Preisbeschilderungsgeilheit, die mich verstörte. Peter Brabeck-Letmathe, der ehemalige Chef von Nestlé, wurde von Wagenhofer befragt. Brabeck-Letmathe fordert in diesem Interview für Wasser einen Preis. Entsprechend seines Plädoyers, wäre es besser, wenn man Wasser einen Wert gibt, dann gingen die Menschen sorgsamer mit dem kostbaren Gut Wasser um. Ein Grundrecht auf Trinkwasser bezeichnet er als “extrem”. Das Spiel ist klar: Nestlé als weltweit größter Produzent von Mineralwasser will natürlich seine Macht und Kontrolle im Bereich Wasser ausweiten. Gewinn über alles. Wie wär’s eigentlich damit, Luft endlich mal einen Preis zu geben?
Viel Spaß mit Herrn Brabeck-Letmathe:
Ich bin schon auf den nächsten Film von Wagenhofer gespannt. Hat er Pläne? Gibt es Gerüchte? Weiß jemand was?
11. Mar 2009
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Bankenkrise das Spiel
Danke NDR!
8. Mar 2009
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Totontli ·
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LobbyPlanet Berlin
Demnächst steht eine Reise nach Berlin an. Mit in mein Gepäck wandert der LobbyPlanet Berlin. Der Untertitel des Buchs lautet:
Der Reiseführer durch den Lobbydschungel
Dieser Reiseführer, der sich an die erfolgreichen Lonely Planets anlehnt – wird von der Initiative LobbyControl herausgegebenen und befasst sich mit der Lobbyszene Berlins, die sich im und um das Regierungsviertel angesiedelt hat.
Die Autoren des LobbyPlanet geben darin eine Einführung zum Thema Lobbyismus, speziell wird über Lobbystrategien aufgeklärt. Den Hauptteil des Buches macht die Beschreibung zweier Routen aus, die den Lobbyreisenden an den Residenzen der wichtigsten Lobbyisten vorbeiführen soll. Gespickt wird das ganze mit Geschichten, Skandalen und Anekdoten aus der Welt des Lobbyismus. Knapp werden auch historische Informationen über die Straßenzüge und Gebäude gegeben, in welchen die Lobbyisten residieren. Der LobbyPlanet schließt mit dem Kapitel „Forderungen und Perspektiven“ ab, in welchem LobbyControl darlegt, was sich zu ändern hat; dazu gibt es abschließend noch Literaturtipps (Inhaltsverzeichnis (pdf) des LobbyPlanet).
Der Startpunkt für das Thema Lobbyismus in Deutschland war für mich das Buch „Der gekaufte Staat“ von Kim Otto und Sascha Adamek, die anhand mehrerer Beispiele sehr detailliert beschreiben, wie Lobbyisten mittlerweile nicht nur auf die öffentliche und politische Meinungsbildung einwirken, sondern sogar an der Gesetzesschreibung mitwirken, ja sogar in den Ministerien sitzen. Wie kann das eigentlich sein?
Lobbyisten in Ministerien!?
Ermöglicht hat das vor allem der frühere Innenminister Otto Schily, der ein Programm unter dem Titel “Seitenwechsel”, englisch “Crossing Over“, initiierte, ein Personalaustauschprogramm zwischen Bundesregierung und Wirtschaft. Allerdings stellt sich dieses Programm aus heutiger Sicht eher als „Pouring in“ & “Dripping over“ dar, denn die Wirtschaft nutze dieses Programm mit Freude, strömte in die Ministerien, während man die Anzahl der Parlamentarier, die ein Praktikum in der Wirtschaft absolvierten, mit der Lupe suchen muss. Dieses Austauschprogramm hat sich inzwischen zum Symptom gemausert. Lobbyisten schreiben in den Ministerien fleißig an Gesetzen mit. Eklatant, denn Lobbyisten sind nicht dem Allgemeinwohl verpflichtet, sondern vertreten Konzerninteressen. Schaut hier einfach selbst, welche „externen Mitarbeiter“ in welchen Ministerien saßen und sitzen. Eine sehr schöne und detaillierte Übersicht von LobbyControl. Ein Symptom, keine Einzelfälle.
Durch solch eine Praxis des Lobbyismus stellt sich die Frage: Leben wir noch in einer Demokratie oder sind wir bereits eine Korporatokratie (engl. Corporatocracy) geworden? Die Verflechtungen von Großwirtschaft und Politik gibt es schon lang und wird es wohl immer geben, aber auf dem Abstand kommt es an. Lobbyisten gehören in die Lobby, den Vorraum des Parlaments. Lobbyisten sind keine Volksvertreter, wurden nicht vom Volk gewählt und gehören nicht in die Ministerien. Wird dem nicht Abhilfe geschaffen, kann es der Lobbymacht – wie einst Franz-Josef Strauss – bald egal sein, „wer unter ihr Kanzler ist“.
Zu diesem Problemkomplex gibt es von LobbyControl die Initiative „Keine Lobbyisten in Ministerien“. Und LobbyControl bietet inzwischen sogar Stadtführungen zum Thema Lobbyismus in Berlin an. Die Süddeutsche Zeitung schreibt übrigens über den LobbyPlanet Berlin: „Wer die Touren abläuft, hat danach ein ganz neues Bild von Deutschland.“
Ich füge hinzu: Dieses Thema geht alle an, denen an der Demokratie gelegen ist, denn…
… „die Unabhängigkeit staatlicher Entscheidungen ist in Gefahr und damit die Demokratie selbst.“
(aus Kim Otto, Sascha Adamek „Der gekaufte Staat“)
… „unethische Lobbypraktiken, privilegierte Zugänge und Machtungleichgewichte gefährden unsere Demokratie.“
(aus dem Vorwort des LobbyPlanet Berlin)
Man kann den LobbyPlanet Berlin für 7,50 EUR hier ordern. Die Lieferung erfolgte bei mir einen Tag nach der Bestellung.
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Update 31.03.2009: Am 2. April 2009 findet eine Finanzlobby-Stadtführung in Brüssel statt.
Update 16.04.2009: Die Arbeit von LobbyControl zeigt Wirkung; es bleibt aber immer noch viel zu tun.
Verwandter Artikel: Vortrag: Der gekaufte Staat (Sascha Adamek)
7. Mar 2009
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Totontli ·
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Petition Adressenhandel
Als Nachtrag zu meiner Adressenhandelgeschichte möchte ich noch auf eine Epetition für den Bundestag mit dem Titel “Datenschutz – Handel mit Daten” hinweisen.
5. Mar 2009
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Totontli ·
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Wie kam es zur aktuellen Finanzkrise?
Die aktuelle Finanzkrise ging von den USA aus, und zwar vom dortigen Hypotheken- und Immobilienmarkt. Dieses Video von Jonathan Jarvis erklärt während elf Minuten in bestechender Prägnanz und Klarheit die Absurditäten des Finanz- und Kreditwesens.
Der Name des Videos: “The Crisis of Credit Visualized”
Gesehen auf Geldreform.org
5. Mar 2009
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Totontli ·
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Die Zahl zur Krise (1)
Geld wurde ursprünglich erfunden, um Warenverkehr zu vereinfachen. Wenn der Bauer im Zeitalter des Naturalientausches einst zum Barbier ging und einen Haarschnitt wollte, stellte sich die Frage: Was willst du, verehrter Barbier, für den Haarschnitt? Ein Pfund Kartoffeln? Ein Ferkel? Einen Schock Eier? Was passierte, wenn der Barbier gerade seinen Vorratsspeicher voll hatte? Warum sollte er dann weitere verderbliche Waren entgegennehmen? Und ein Schwein konnte der Barbier auch nicht halten, denn er wohnte in einer kleinen Wohnung mit dem Barbiergeschäft nebenan. Vielleicht kam dann der neue Haarschnitt gar nicht zustande.
Also wurde Geld erfunden, um ein universelles Zahlungsmittel zur Bewertung und Bezahlung aller Waren und Dienstleistungen zu haben. Das ist doch heute auch noch so! Geld dient doch immer noch zur Ermöglichung von Warenaustausch!? Jein, teilweise, oder besser: teilchenweise. Denn nur ein sehr geringer Teil des heutigen „Geldes“ dient noch zur Realisierung des Waren- und Dienstleistungsverkehrs.
Dazu die folgende Zahl:
Nur 0,5 % des pro Tag global umlaufenden Geldes wird im Weltwarenverkehr eingesetzt.
Dies sind 26 Milliarden US-Dollar pro Tag. Dagegen macht der Weltwährungshandel, also die globale Wechselstube, 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag aus (Faktor 73). Und der Derivatehandel liegt bei sage und schreibe 3,9 Billionen US-Dollar pro Tag (Faktor 150). Dies zeigt, dass unser heutiges Geld zu 99,5 % nicht mehr in seinem ursprünglichen nutzbringenden Zweck eingesetzt wird, sondern sich in Form einer Blase in virtuelle Regionen verabschiedet hat. Und dies mit weitreichenden, negativen Konsequenzen, wenn dieser Blase die Luft ausgeht, wie momentan zu beobachten.
Quelle der Zahlen: Vortragsvideo von Andreas Clauss, Vortrag vom 21.02.2009
4. Mar 2009
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Totontli ·
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Die Aktien steigen
Ich kaufte einst Papiere mir.
Ich sag es voller Trauer:
Die Zeiten heut, die sind ja stier,
Die Börs’, die Börs’ wird immer flauer.
Nun dacht’ ich mir zu guter Letzt
Wenn alles geht ans Krachen
So mach’ ich aus den Aktien jetzt
Für meine Kinder Drachen.
Wir ziehn hinaus ins Freie dann
Wenn Frühlingslüfte wehen,
Damit ich meine Aktien kann
Noch einmal steigen sehen.
Otto Reutter (*1870 †1931), 1929
(via)
3. Mar 2009
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Totontli ·
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TNS Infratest, Telefonumfragen, Telefonwerbung
Noch ein Schwank aus dem Bereich persönliche Daten. Letztens klingelte bei mir das Telefon: Am Apparat war TNS Infratest mit der Bitte, mich zum Thema Hörfunk in Bayern befragen zu dürfen. Meine Überraschung über den Anruf („Woher haben die meine Telefonnummer?“) ließ mich den Befrager zügig abwimmeln, ich brachte auch nicht genug Spontaneität auf, um gleich ein paar Gegenfragen zu lancieren. Wie beim vorangegangen Problemchen war mir unklar, woher die meine Daten, speziell meine Telefonnummer, hatten. Ich stehe nicht im Telefonbuch und gebe außerhalb des Privatbereichs immer nur meine Handynummer an. Logische Folge: Wieder einen Datenschutzmahnbrief dieser Form an Infratest rausgeschickt.
Im Antwortbrief von Infratest stand dann in der Rubrik „Herkunft der Telefonnummer“: „Von einem Computer nach Zufallsverfahren erzeugt“.
Wow, moderne Technik. Also selbst wenn man schon seine Nummer geheim hält, kann einen immer noch General Zufall heimsuchen. Naja, ausreichend Schicksalsergebenheit gegenüber dem Telefonnummerngeneratorgott hätte ich in mir. Solange meine Nummer nicht dem Telefonnummernhandel zugeführt wird … alles ok.
Aber mein armer Telefonnummerngeneratorgott wurde gleich von Infratest ausgeknockt, denn sie haben meine Telefonnummer freundlicherweise gleich beim ADM Arbeitskreis Deutscher Markt- und Sozialforschungsinstitute e.V. eintragen lassen. Ist man beim ADM eingetragen, wird man von den dort registrierten 60 Instituten nicht mehr angerufen. Danke Infratest, das war Service. Mir tut jetzt nur ein bisschen der arme Telefonnummerngeneratorgott leid. Denn sollte er mal meine Nummer generieren, wird sie ihm gleich entrissen und in den
T e l e f o n n u m m e r n g e n e r a t o r g o t t m ü l l
geworfen. All die schöne Generatortätigkeit für nix.
Aber warum der ganze Telefonnummernwahn von mir?
Ich habe mal 2 Jahre in Kanada gelebt. Dort klingelte jeden dritten Abend inkl. Wochenende das Telefon: einmal war es Toronto Police Fund Raising, mal war es die Zeitung Toronto Star, mal war es der Kindergarten um die Ecke (auch Fund Raising), mal war es der nette Wählautomat mit kreischendem Tonband etc. etc. Dort wurde mir deutlich klar: Wenn das Telefon zum Werbe-, Bettel- und Umfragenkanal mutiert, kann man es gleich ausstecken und in den Müll schmeissen. Deswegen gilt: Eine kleine Nachfrage zum Datenschutz schadet nicht.
Obwohl das Umfrageansinnen von Infratest keine Telefonwerbung war (Umfragen sind eine andere Baustelle), hier trotzdem der Hinweis: Man muss sich Telefonwerbung hierzulande keinesfalls bieten lassen. Gemäß §7 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) stellt ungebetene Telefonwerbung eine unzumutbare Belästigung dar. Es gibt auch massenhaft Rechtsprechung zu diesem Thema. Und die Verbraucherzentralen kümmern sich auch darum.
1. Mar 2009
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Totontli ·
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