Archive for 31. Mar 2009

Was haben Blogs mit dem bedingungslosen Grundeinkommen zu tun?

Der Handelsblatt-Webblog hat angemerkt, dass das deutsche Web 2.0 inzwischen an Reife gewonnen hat: “Mensch, deutsches Web 2.0, bist ja ganz schön groß geworden.” Als Folge dieser Reife wird das deutsche Web 2.0 aufgefordert:

“Ja, das Leben ist kein Ponyhof. Jetzt musst Du langsam mal aus dem Haus, Du Web, Du. Weg von den Eltern, auf eigenen Beinen stehen. Komm schon Web, irgendwann muss jeder mal Geld verdienen.”

Ich widerspreche und hab’s auch an dortiger Stelle kommentiert:

“Nirgends wird soviel Kreativität frei, als an dem Ort, wo kein Geld verdient werden MUSS. Die Ursache dafür nennt sich Freiheit. Plötzlich machen die Menschen, was Ihnen wirklich Spaß macht und am Herzen liegt. Hoffentlich bleibt das Web 2.0 noch lange so.”

Und ich meine mit “so”: so unkommerziell; und spreche hier von den unzähligen, unkommerziellen Blogs, die als Hobby betrieben werden. Und was hat das mit dem Grundeinkommen zu tun? Das hat Alex in jenem Eintrag des Handelsblatt-Webblog aus meiner Sicht passend kommentiert:

Götz Werner, der Gründer der Drogeriekette “dm” begründet unter anderem diesen Punkt mit seinem “bedingungslosem Grundeinkommen“. Ich bin zwar eher der Typ, der daran glaubt, dass sich Märkte selber regeln, aber in dem Punkt bin ich voll von ihm überzeugt.
Durch ein Grundeinkommen, welches jedem zusteht (lassen wir die Diskussion mit den Ausnutzern mal weg) kann sich jeder den Dingen zuwenden, die ihn interessieren und nicht denen, die er machen muss, um zu leben. Intrinsisches Verhalten nennt man (und er) das, das Verhalten aus der eigenen Motivation heraus. Extrinsisch und korrumpierend wird es, sobald Geld im Spiel ist.
Ohne es vermischen zu wollen (man kann ja auch Geld verdienen mit Dingen, die einem Spaß machen), kann man das so auf das Web 2.0 projizieren. Die “Macher”, die lassen ihrer Kreativität freien Lauf, ohne an die Monetarisierung zu denken. So entstehen die besten Ideen, die mit einer Kommerzialisierung im Hintergrund nie entstanden wären.”

Dem ist aus meiner Sicht nichts hinzuzufügen. Vielleicht funktioniert ein Grundeinkommen in der Realwelt ja doch.
I have a dream!

31. Mar 2009 · Totontli · 2 Comments
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Point Pelee National Park in Kanada

Das für mich bislang faszinierendste Gebiet zur Vogelbeobachtung ist der Point Pelee National Park in Ontario, Kanada. Dieser Park ist eine dreieckförmige Halbinsel an der nördlichen Küste des Eriesees (Lake Erie). Die Besonderheit dieser Halbinsel besteht darin, dass sich im Frühjahr während des nordwärts gerichteten Vogelzugs eine ungeheure Menge an Sing- und Seevogelarten auf dieser Halbinsel sammeln. So wurden im Park bisher 372 verschiedene Vogelarten beobachtet, davon entfallen 340 Arten auf die Zeit der Frühlingsmigration. Was für eine Fülle!

Aber warum gerade in Point Pelee so viele Vögel? Die Vögel haben eine klasse Orientierung und nehmen natürlich den kürzesten Weg über den Eriesee; somit liegt es nahe, die Halbinsel Point Pelee anzusteuern, um den Weg über den See zu minimieren. Ich hatte das Vergnügen diesen Park zwei Frühjahre hintereinander besuchen zu können und war von der Vielfalt und Vogeldichte beeindruckt. Überall schwirrt´s und der Wald ist voller Vögel; man kommt sich fast wie in einer Voliere vor. Für die Bird Watcher sind im Park nur einige ausgeschriebene Wanderwege zugelassen, der Rest des Parks ist für die Zugvögel reserviert, die kurz nach der Überquerung des Eriesees völlig erschöpft sind und sicher keine Störung durch Bird Watcher ertragen könnten, die um sie rumturnen.

Die Fotos des Rotschulterstärlings stammen übrigens von dort. Was vielleicht auch noch ganz interessant ist: Die Südspitze von Point Pelee ist der südlichste Punkt des kanadischen Festlandes und liegt breitengradmäßig auf der Höhe von Nordkalifornien; wo man doch immer denkt, Kanada sei ein solch nördlich gelegenes Land.

Ein weiterer Höhepunkt des Parks ist der sogenannte „Marsh Boardwalk“, ein holzbebretterter Weg durch den Sumpf (siehe Foto, thanks R.Gao), wo man u.a. auch Schildkröten sehen kann.

Falls man den Park für die Frühlingsmigration besuchen möchte, empfiehlt es sich, die zweite und dritte Woche im Mai anzuvisieren. Dann sollte man auch rechtzeitig dort eine Unterkunft buchen. Bird Watching ist in Nordamerika sehr populär und die Bettenzahl in der direkten Umgebung ist nicht außerordentlich hoch.

27. Mar 2009 · Totontli · One Comment
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Die Finanzkrise kommt in der Realwirtschaft an

Bad Bank?

Hui, was muss der unbescholtene Münchner Bürger da sehen?

Nicht nur die Automobilteilelieferer und die davon abhängigen Verwurster jener Automobilteile kranken, nein, die Finanzkrise kommt jetzt auch bei den grundsoliden, bodenständigen Banken an.

Die Sparkasse beginnt scheinbar bereits damit, sich gesund zu schrumpfen.

Oder handelt es sich bereits um die erste bauliche Errichtung einer Bad Bank? Vielleicht sollte man mal reingehen und schnuppern, ob´s nach faulen Papieren riecht.

(Klick auf´s Foto zum Vergrößern)

27. Mar 2009 · Totontli · One Comment
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Feldjäger der Bundeswehr bei der Münchner Sicherheitskonferenz 2009

Aus aktuellem Anlass der Diskussion über die Sperrung von Kinderpornoseiten im Internet ist der Themenkomplex „Meinungsfreiheit“, „Zensur“, „Überwachungsstaat“ momentan in manchem Blog Thema Nummer 1. Hier sei etwas verzögert noch eine Überwachungsstaats-, Militärstaats- oder Polizeistaatsbeobachtung aus dem Umfeld der 45. Münchner Sicherheitskonferenz von Anfang Februar 2009 nachgereicht. Folgende Meldung auf B5aktuell vom 6.Februar 2009 zog meine Aufmerksamkeit auf sich:

“Mit großen Erwartungen beginnt um 16 Uhr die internationale Sicherheitskonferenz. [...] 3.700 Polizisten aus mehreren Bundesländern und Feldjäger der Bundeswehr schützen die Teilnehmer der Konferenz.”

Bundeswehr? Im Inneren? Also meines Wissens nach ist der Einsatz der Bundeswehr in Inneren noch sehr limitiert, z.B. auf Katastophenschutz, Hochwasser etc. Über den Einsatz der Bundeswehr im Inneren wird ja schon Jahre lang diskutiert; mit wehender Fahne in erster Reihe: Vorreiter Innenminister Wolfgang Schäuble, der eben eine “Neuordnung des Bevölkerungsschutzes in Deutschland” gefordert hat und dabei scheinbar Reservisten zum Einsatz im Inneren zu (re)aktivieren gedenkt.

Also was machten die Feldjäger in München auf der Sicherheitskonferenz? Das ganze war ein juristischer Trick, der wohl schon einige Jahre betrieben wird: Man überträgt der Bundeswehr einfach das Hausrecht für den Veranstaltungsort, nämlich für das Hotel Bayrischer Hof, und schon darf sie im Inneren agieren (danke funkroboter). Einfallsreich die Burschen. Die ZEIT schreibt, dass die Soldaten in München im Gegensatz zu anderen unbewaffneten Schutzeinsätzen wie z.B. einst in Heiligendamm sogar ihre Dienstwaffen trugen. Ach ja, bei der Demonstration auf dem Odeonsplatz seien wohl auch Scharfschützen auf dem Dach der Residenz gesichtet worden. Zum Schutz der bayrischen Königskrone, nehme ich an. Waren die Demonstranten wirklich so gefährlich, Herr Schäuble und Herr Jung?

25. Mar 2009 · Totontli · 6 Comments
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Die Macht der Geldschöpfung

Thomas Jefferson, der dritte Präsident der USA, schrieb 1802 in einem Brief an seinen Finanzminister Albert Gallatin:

“I believe that banking institutions are more dangerous to our liberties than standing armies. If the American people ever allow private banks to control the issue of their currency, first by inflation, then by deflation, the banks and corporations that will grow up around [the banks] will deprive the people of all property until their children wake-up homeless on the continent their fathers conquered. The issuing power should be taken from the banks and restored to the people, to whom it properly belongs.”

Auf deutsch: “Ich glaube, Bankinstitutionen sind für unsere Freiheiten gefährlicher als stehende Armeen. Wenn das amerikanische Volk es den Privatbanken jemals erlaubt, die Ausgabe ihres Geldes zu kontrollieren, zuerst durch Inflation, dann durch Deflation, dann werden die Banken und Konzerne, die [um diese Banken] heranwachsen, den Menschen ihren ganzen Besitz wegnehmen, bis ihre Kinder obdachlos aufwachen, auf dem Kontinent den ihre Vorväter erobert haben. Die Macht der Geldausgabe sollte den Banken entzogen und dem Volk zurückgegeben werden, dem diese Macht eigentlich zusteht.“

Topaktuell dieses 207 Jahre alte Zitat. Heute wird ein Großteil der Geldschöpfung durch Privatbanken kontrolliert. Diese Geldschöpfungsmacht der Privatbanken wird in der jetzigen Diskussion zur Finanzkrise in den Mainstreammedien nicht ausreichend berücksichtigt. Dabei haben viele private Banken durch das System der multiplen Geldschöpfung und durch laxe Kreditvergabe (z.B. US-amerikanischer Immobilienmarkt) die Krise entscheidend mitverursacht. Einige wenige Autoren befassen sich mit dieser Thematik, z.B. Joseph Huber und James Robertson in ihrem Buch “Geldschöpfung in öffentlicher Hand“. Ein Zitat aus dem Klappentext: “Der Kreditmechanismus zur Schöpfung von unbarem Geld durch die Geschäftsbanken kann zu bedeutenden Extragewinnen, aber auch zu gefährlichen Schieflagen der Geschäftsbanken führen, die weit über den Bankensektor hinauswirken und die gesamte Gesellschaft bedrohen.”

Verwandte Artikel: Geldschöpfung durch private Geschäftsbanken, Geldschöpfung in öffentliche Hand statt Bad Bank

24. Mar 2009 · Totontli · No Comments
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Rotschulterstärling – Red-Winged Blackbird

Red Winged BlackbirdEiner der sehr häufig in Nord- und Zentralamerika anzutreffenden Singvögel ist der Rotschulterstärling (engl. Red-Winged Blackbird). Das Männchen ist auf den beiden Fotos zu sehen, das Weibchen ist kleiner und unscheinbarer. Das herausstechende Merkmal des Männchens sind ohne Zweifel die Randdecken, die rot und von kleinen gelben oder weißen Streifen eingefasst sind. Red-winged Blackbird 2Am besten an dieser Spezies gefällt mir das schrille Trillern der Männchen, die dabei ihre roten Federn herauskehren. Am häufigsten findet man den Rotschulterstärling in fluss- oder seenahen Sumpfgebieten. Die Körpergröße beträgt zwischen 18 bis 24 Zentimeter bei einer Flügelspannweite von 30 bis 37 Zentimetern. Seine Hauptnahrungsmittel: Samen und Insekten. Apropos “Blackbird”: Trotz Namensähnlichkeit im englischen zur europäischen Amsel oder Schwarzdrossel (engl. common blackbird) gehört der Rotschulterstärling zur Familie der Stärlinge, während die Amsel zur Familie der echten Drosseln gehört. Man kann den Rotschulterstärling sehr schön zum Beispiel im Sommer am Ontariosee beobachten. Die einst in dieser Gegend ansässigen Ureinwohner sprachen unter anderem die Algonkinsprache Ojibwe. In dieser Sprache heißt der Rotschulterstärling: memiskondinimaanganeshiinh. Das heißt soviel wie: “Vogel mit einer sehr roten, verdammt kleinen Schulterklinge.”

Hier noch ein Video eines Rotschulterstärlings:

Die Fotos wurden von Masato Nanjo aufgenommen (auf die Fotos klicken zum vergrößern).

23. Mar 2009 · Totontli · 2 Comments
Posted in: Arten-Amerika

Totontlis

Hier gibt´s demnächst auch bald den ein oder anderen Totontli.
Der hier freut sich schon mächtig drauf:

21. Mar 2009 · Totontli · No Comments
Posted in: Sonstiges (Vögel)

Die Zahl zur Krise (2) mit dem Bild zur Krise (1)

Im November letzten Jahres brachte das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie noch unter Michael Glos ein 28-seitiges Pamphlet (pdf) unter dem Titel „Sonderheft Finanzkrise“ heraus. Dort findet man auf Seite 8 unten einen nach Ländern geordneten tabellarischen Überblick der sogenannten Rettungspakete.

Wenn man die dort aufgeführten Rettungspakete mal zusammenzählt und in US-Dollar umrechnet, kommt eine Summe von 3,9 Billionen US-Dollar heraus. In englisch wären das „3.9 trillion US-dollars“. Schon ein bisschen Geld also. Und das sind die Zahlen vom November 2008. Inzwischen lief an der Rettungspaketefront ja sicher noch einiges; tut mir leid, aber ich habe mittlerweile den Überblick darüber verloren. Von daher muss sich dieser Artikel mit dem Zahlensalat vom November 2008 begnügen.

So wie man leicht den Durchblick bei den Rettungspaketen verlieren kann, stößt auch die menschliche Vorstellungskraft bei solchen Zahlen an ihre Grenzen. Dazu das folgende Bild zur Krise:

Was sieht man hier? Das winzige rote Etwas links außen an der Ecke soll ein Mensch sein. Dieser Mensch steht vor 10000 Paletten, die mit 100 Dollar Banknoten vollgestapelt sind. Damit sich dieses Palettenfeld nicht bis ans Ende des Horizonts erstreckt, wurden dabei jeweils zwei Paletten übereinander gestapelt. Bitte überprüft es hier selbst, auf der Seite von Joe Barta, der dieses Bild schön Schritt für Schritt erklärt, dass eine Billion Dollar in 100 Dollar Banknoten wirklich so aussehen sollen.

Apropos Rettungspakete: Das ARD-Magazin Plusminus hat am 3. Februar 2009 nach dem Treffen in Davos in 5 Minuten dargestellt, welches Ausmaß diese Überflutung mit billigem Geld bereits in der Vergangenheit hatte und in Zukunft wieder haben könnte. So liegt die Befürchtung nahe, dass mit diesen Rettungpaketen lediglich die nächste Blase aufgepumpt wird. Die wahren Gründe der Finanzkrise sind sakrosankt, das bestehende kranke Geldsystem wird geschützt und das Feuer wird weiter mit Öl gelöscht. Hier das Video von Plusminus (gibt´s auch hier bei der ARD):

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Aktualisierung 13.04.2009: Jetzt gibt es zum oben dargestellten Bild auch noch einen Clip, der die Geldmenge 1 Billion US-Dollar (in englisch: one trillion) veranschaulicht:

18. Mar 2009 · Totontli · No Comments
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Der mexikanische Fischer und der Investmentbanker

Im Blog von Frank Meyer habe ich eine sehr nette Geschichte entdeckt, die schön den Wachstumswahn in unserer Wirtschaftsordnung vor Augen führt. Ein Zusatzzuckerl der Geschichte für den hiesigen mexikoaffinen Blog ist die Präsenz eines mexikanischen Fischers.

Viel Spaß beim Lesen:

Ein Investmentbanker stand in einem kleinen mexikanischen Fischerdorf am Pier und beobachtete, wie ein kleines Fischerboot mit einem Fischer an Bord anlegte; er hatte einige große Thunfische geladen. Der Banker gratulierte dem Mexikaner zu seinem prächtigen Fang und fragte, wie lange er dazu gebraucht habe. Der Mexikaner antwortete: ” Nicht lange ein paar Stunden nur.”

Warum er denn nicht länger auf See geblieben sei, um noch mehr zu fangen, fragte der Banker. Der Mexikaner sagte, die Fische reichten ihm, um seine Familie die nächsten Tage zu versorgen. Der Banker bohrte weiter: “Aber was tust Du denn mit dem Rest des Tages?” Der Fischer: “Ich schlafe morgens aus, gehe ein bisschen fischen; spiele mit meinen Kindern, mache mit meiner Frau Maria nach dem Mittagessen eine Siesta, gehe im Dorf spazieren, trinke dort ein Gläschen Wein und spiele Gitarre mit meinen Freunden, so habe ich ein ausgefülltes Leben”.

Der Banker erklärte: “Ich bin ein Harvard-Absolvent und könnte Dir ein bisschen helfen. Du solltest mehr Zeit mit Fischen verbringen und von dem Erlös ein größeres Boot kaufen. Damit könntest Du mehrere Boote kaufen, bis Du eine ganze Flotte hast. Statt den Fang an einen
Händler zu verkaufen, könntest Du direkt an eine Fischfabrik verkaufen und schließlich eine eigene Fischverarbeitungsfabrik eröffnen. Du könntest Produktion, Verarbeitung und Vertrieb selbst kontrollieren. Du könntest dann dieses kleine Fischerdorf verlassen und nach Mexiko City, Los Angeles oder vielleicht sogar nach New York City umziehen, von wo aus Du dann Dein florierendes Unternehmen leitest.”

Der Mexikaner fragte: “Und wie lange wird dies alles dauern?” Der Banker antwortete: “So etwa 15 bis 20 Jahre.” “Und was dann?” fragte der Fischer. Der Banker lachte und sagte: “Dann kommt das Beste. Wenn die Zeit reif ist, könntest Du mit Deinem Unternehmen an die Börse gehen; Deine Unternehmensanteile verkaufen und sehr reich werden. Du könntest Millionen verdienen.”

Der Mexikaner meinte: “Millionen. Und dann?” Darauf der Banker: “Dann könntest Du aufhören zu arbeiten. Du könntest in ein kleines Fischerdorf an der Küste ziehen, morgens lange ausschlafen, ein bisschen fischen gehen, mit Deinen Kindern spielen, eine Siesta mit Deiner Frau halten, im Dorf spazieren, am Abend ein Gläschen Wein genießen und mit Deinen Freunden Gitarre spielen.”

(via)

Verwandter Artikel: Der reiche Russe im Hotel

17. Mar 2009 · Totontli · 3 Comments
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Dirk Müller: CRASHKURS

Als ich den Untertitel des Buches las, dachte ich mir: Uff, jetzt will mir so ein Börsenfuzzi also wieder erzählen, wie ich durch die Krise ganz schnell ganz doll reich werde. Da steht nämlich: „Weltwirtschaftskrise oder Jahrhundertchance? Wie Sie das Beste aus Ihrem Geld machen“.

Dirk Müller: CRASHKURS

Nach der Lektüre war ich aber dann sehr positiv überrascht. Müller eröffnet sein Buch gleich mit dem Stich in eine heikle Frage: die der sogenannten Verschwörungstheorien. Er berichtet, dass er während seiner Recherchen immer wieder im Zusammenhang mit kritischen Betrachtungsweisen auf das Wort bzw. den Vorwurf der „Verschwörungstheorie“ stieß. Müller stellte fest, dass alles was scheinbar nicht der offiziellen „Wahrheit“ entspricht, wie sie die breite Masse glaubt, schnell als Verschwörungstheorie abgetan wird. Scheinbar frei von der Angst als Verschwörungstheoretiker verunglimpft zu werden, räumt Müller dann auf mit den – wie er es nennt – Nebelkerzen, die geworfen werden, um die breite Masse in Sachen Wirtschaftsfragen zu verwirren und zu täuschen. Diese Nebelkerzen sind u.a.: IFO-Index, Arbeitsmarktstatistiken und Inflationsberechnung. Ein weiterer Teil des Buchs stellt die Rolle des Geldes, die Geldschöpfung und das Zinssystem dar; hier gräbt Müller auch in der Vergangenheit und stellt einen Zusammenhang zwischen Zinsverbot und dem blühenden Hochmittelalter her, in welchem viele unserer heute noch zu bewundernden Kulturbauten entstanden sind und das halbe Jahr Feiertag war.

Müller geht auch auf wichtige Akteure im internationalen Krisentheater ein; als da wären: „das“ Fed und die berüchtigten Ratingagenturen. Warum nennt er es „das“ Fed? Ja, es heißt Federal Reserve System, nicht Bank. Apropos Fed: Müller erwähnt auch in seinem Buch, dass das Fed gar nicht so “federal”, also staatlich ist, wie es scheinen wil, sondern ein Zusammenschluss eines privaten Bankenkartells. Müller reißt auch kurz die abenteuerliche Gründung des Fed im Jahre 1913 an. Im Zusammenhang mit dem föderalen Charakter des Fed hört man immer mal wieder den Spruch: „The federal reserve system is as federal as Federal Express“. Ganz lustig, wie ich finde. Weiterhin beleuchtet Müller wie es jenen Bankern der USA gelungen ist, den Dollar als Weltwährung zu etablieren und damit große Macht in verschiedenen Bereichen und Regionen auszuüben.

In den hinteren Kapiteln gibt Müller dann doch noch Ratschläge auf welche Anlageformen man setzten sollte, abhängig davon, ob man davon ausgeht, dass 2009 entweder der totale Wirtschaftskollaps ansteht oder dass es einigermaßen glimpflich abgeht. Den Abschluss des Buches bildet ein sehr eindrucksvolles Kapitel über China, so dass man schon mal auf den Gedanken kommen kann, dass das begonnene Jahrhundert sich wohl immer mehr in ein chinesisches wandeln wird. Die Macht Chinas ist nach Müllers Auffassung vielfältig. Nicht nur ist China der größte Gläubiger der USA, nein, auch sind in China drastische Maßnahmen schnell umzusetzen. Wenn z.B. ein Flughafen gebaut werden muss, dann wird der halt gebaut, ohne dass hunderte von Gutachten und Umweltbedenken berücksichtigt werden müssen. Und wenn man dazu ein paar Dörfer plattmachen muss: so what? Schließlich hebt Müller noch hervor, dass in Europa die Mentalität der Chinesen großenteils nicht verstanden wird. Hierzu zitiert er immer wieder die Wichtigkeit der Strategeme als Kern der chinesischen Denkart, welche man wohl hierzulande als Bescheisser-, Klauer- oder Tricksermentalität bezeichnen würde.

Alles in allem ist das Buch sehr flüssig zu lesen. Die trockene Materie „Wirtschaft“ wird durch Müllers lockere, fast schon als Slang zu bezeichnende Sprache sehr unterhaltsam. Den einzigen Vorwurf, den man ihm machen kann, sind die nicht existenten Quellen. Damit hatte ich wenig Probleme, da ich mich schon etwas mit der Materie befasst hatte und keine haarsträubenden Fehler entdecken konnte. Und zudem markiert Müller spekulative Annahmen und Szenarien klar, indem er es als seine persönliche Meinung darstellt. Durch das ganze Buch fordert er an vielen Stellen den Leser auf: Wenn sie das nicht glauben, dann recherchieren sie selbst und hinterfragen sie. Alles in allem: Empfehlung!

14. Mar 2009 · Totontli · 2 Comments
Posted in: NON-BIRD