TNS Infratest, Telefonumfragen, Telefonwerbung
Noch ein Schwank aus dem Bereich persönliche Daten. Letztens klingelte bei mir das Telefon: Am Apparat war TNS Infratest mit der Bitte, mich zum Thema Hörfunk in Bayern befragen zu dürfen. Meine Überraschung über den Anruf („Woher haben die meine Telefonnummer?“) ließ mich den Befrager zügig abwimmeln, ich brachte auch nicht genug Spontaneität auf, um gleich ein paar Gegenfragen zu lancieren. Wie beim vorangegangen Problemchen war mir unklar, woher die meine Daten, speziell meine Telefonnummer, hatten. Ich stehe nicht im Telefonbuch und gebe außerhalb des Privatbereichs immer nur meine Handynummer an. Logische Folge: Wieder einen Datenschutzmahnbrief dieser Form an Infratest rausgeschickt.
Im Antwortbrief von Infratest stand dann in der Rubrik „Herkunft der Telefonnummer“: „Von einem Computer nach Zufallsverfahren erzeugt“.
Wow, moderne Technik. Also selbst wenn man schon seine Nummer geheim hält, kann einen immer noch General Zufall heimsuchen. Naja, ausreichend Schicksalsergebenheit gegenüber dem Telefonnummerngeneratorgott hätte ich in mir. Solange meine Nummer nicht dem Telefonnummernhandel zugeführt wird … alles ok.
Aber mein armer Telefonnummerngeneratorgott wurde gleich von Infratest ausgeknockt, denn sie haben meine Telefonnummer freundlicherweise gleich beim ADM Arbeitskreis Deutscher Markt- und Sozialforschungsinstitute e.V. eintragen lassen. Ist man beim ADM eingetragen, wird man von den dort registrierten 60 Instituten nicht mehr angerufen. Danke Infratest, das war Service. Mir tut jetzt nur ein bisschen der arme Telefonnummerngeneratorgott leid. Denn sollte er mal meine Nummer generieren, wird sie ihm gleich entrissen und in den
T e l e f o n n u m m e r n g e n e r a t o r g o t t m ü l l
geworfen. All die schöne Generatortätigkeit für nix.
Aber warum der ganze Telefonnummernwahn von mir?
Ich habe mal 2 Jahre in Kanada gelebt. Dort klingelte jeden dritten Abend inkl. Wochenende das Telefon: einmal war es Toronto Police Fund Raising, mal war es die Zeitung Toronto Star, mal war es der Kindergarten um die Ecke (auch Fund Raising), mal war es der nette Wählautomat mit kreischendem Tonband etc. etc. Dort wurde mir deutlich klar: Wenn das Telefon zum Werbe-, Bettel- und Umfragenkanal mutiert, kann man es gleich ausstecken und in den Müll schmeissen. Deswegen gilt: Eine kleine Nachfrage zum Datenschutz schadet nicht.
Obwohl das Umfrageansinnen von Infratest keine Telefonwerbung war (Umfragen sind eine andere Baustelle), hier trotzdem der Hinweis: Man muss sich Telefonwerbung hierzulande keinesfalls bieten lassen. Gemäß §7 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) stellt ungebetene Telefonwerbung eine unzumutbare Belästigung dar. Es gibt auch massenhaft Rechtsprechung zu diesem Thema. Und die Verbraucherzentralen kümmern sich auch darum.
1. Mar 2009
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Totontli ·
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Posted in: NON-BIRD

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One Response
Der deutsche Bundestag berät heute (26.03.2009) über einige Gesetzesentwürfe zur Bekämpfung unerlaubter Telefonwerbung.
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